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WEC-Finale: Toyota siegt, Lotterer/Treluyer/Fässler feiern

Andre Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Treluyer sichern sich den Fahrertitel in der WEC - Toyota gewinnt das Finale in China - Aston Martin feiert ersten GTE-Sieg

(Motorsport-Total.com) - Die erste Saison der neuen Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ist beendet. Beim Finale sicherte sich Toyota den dritten Saisonsieg beim erst sechsten Auftritt mit dem neuen TS030, die Audi-Piloten Andre Lotterer, Benoit Treluyer und Marcel Fässler dürfen sich als WEC-Champions feiern lassen. Das Audi-Trio, das im Juni bereits zum zweiten Mal in Le Mans gewonnen hatte, setzte sich im Fight um den Fahrertitel gegen die Markenkollegen Tom Kristensen und Allan McNish durch.

Toyota bestimmte das Tempo im Finalrennen in China nach Belieben Zoom

Der Renntag in Schanghai hatte zunächst mit viel Nebel begonnen. Das für den frühen Morgen angesetzte Warmup musste abgesagt werden, weil der Sicherheitshubschrauber bei schlechter Sicht nicht starten konnte. Pünktlich zum Rennstart um 11:00 Uhr Ortszeit (04:00 Uhr MEZ) klarte es jedoch auf. Der Blick der überraschend vielen Fans auf den Tribünen in Schanghai auf eine Demonstration der aktuellen Toyota-Stärke blieb ungetrübt.

Was sich in den Trainings angedeutet hatte, wurde bereits in der Startphase des Sechs-Stunden-Rennens deutlich: Der TS030 ist seinem Konkurrenten aus Ingolstadt in Sachen Speed überlegen, nicht allerdings bezüglich der Effizienz. Nicolas Lapierre schoss mit dem Toyota beim Start unbedrängt in Führung und startete die wichtige Flucht nach vorn. Der TS030 musste jeweils drei bis vier Runden früher zum Tanken an die Box als die beiden R18 e-tron quattro. Es galt, genügend Polster für einen zusätzlichen Stopp zu schaffen.

Dies gelang rasend schnell. Nach dem ersten Stint hatte Lapierre über 20 Sekunden Vorsprung auf die beiden Audis, nach dem zweiten Stint waren es 45 Sekunden und nach dem dritten (Alexander Wurz hatte übernommen) war es deutlich über eine Minute. Das Toyota-Duo lieferte eine makellose Leistung ab und hatte den fälligen zusätzlichen Boxenstopp bereits kurz nach der Hälfte des Rennens herausgefahren. Auf Platz zwei hatten Kristensen/McNish keine Probleme, aber nicht ausreichend Tempo.

Marcel Fässler

Erst Le-Mans-Sieg, dann WM-Titel: Die Audi-Piloten Fässler, Lotterer und Treluyer Zoom

Das Audi-Duo hatte noch vage Hoffnungen auf den Gewinn des Fahrertitels in der WEC. Dafür hätten die beiden erfahrenen Langstrecken-Spezialisten allerdings mindestens 17 Punkte auf die Markenkollegen Fässler/Lotterer/Treluyer aufholen müssen. Dies war nahezu aussichtslos. Das Le-Mans-Siegertrio machte es sich auf Rang drei bequem und rollte souverän dem WM-Titel entgegen. Auch eine leichte Berührung im Verkehr konnte die neuen WEC-Champions nicht aufhalten. "Das ist cool", jubelt Treluyer.

"Das Hybridsystem hat uns hier und heute sicherlich enorm geholfen", kommentiert Lapierre nach dem dritten Saisonsieg für Toyota. Der TS030 durfte seine KERS-Energie nach den vier Bremszonen in Schanghai sofort beim Herausbeschleunigen an die Hinterachse geben. Audi muss wegen des Systems an der Vorderachse immer bis Tempo 120 km/h warten, bis der zusätzliche Schub auf die Straße gebracht werden darf - vor allem auf der Strecke in Schanghai ein erheblicher Nachteil.

Le-Mans-Sieger sind Weltmeister

Wurz/Lapierre fuhren somit einen souveränen und beeindruckenden Sieg zum Abschluss der Saison ein. Der Vorsprung betrug am Ende des Rennens fast eine Minute - trotz des zusätzlichen Stopps. "Das war unser bestes Rennen. Wir waren jederzeit schnell, hatten alles im Griff. Es lief alles glatt und fehlerlos ab", fasst Toyota-Technikchef Pascal Vasselon nach dem Sieg zusammen.

Im Lager von Audi wird man die jüngsten Schlappen im Duell gegen Toyota gut verschmerzen können. Man siegte in Le Mans, man holte alle Titel in der neuen WEC. "Unser Rennen war gut, unser Setup war klasse. Schneller konnten wir nicht fahren. Toyota war schneller und konnte mit den Reifen jeweils zwei Stints fahren. Mehr war für uns nicht drin", sagt Allan McNish. "Audi weiß genau, was man für Siege braucht. Man wird sich die Dinge genau anschauen und Optimierungen zum kommenden Jahr vornehmen."


Fotos: WEC in Schanghai


Für einen dramatischen Abschluss eines erfolgreichen Jahres sorgte Rebellion. Die Schweizer, die sich den Titel bei den privaten LMP1-Titel vorzeitig gesichert hatten, ließen dem Sieg beim Petit Le Mans beinahe einen Doppelsieg in Schanghai folgen. Neel Jani hatte den Lola-Toyota früh am Pole-Auto von JRM vorbeigebracht und war anschließend nicht mehr aufzuhalten. Jani/Prost waren schneller und fehlerloser als die Konkurrenz der beiden HPD-Teams JRM und Strakka - aber dann blieb der Wagen sieben Minuten vor dem Ende weit in Führung liegend stehen.

Die beiden britischen HPD-Mannschaften fingen sich im dichten Verkehr in Schanghai bei Kontakten leichte Schäden ein und mussten vorzeitige Stopps einlegen. Dadurch konnte der zweite Rebellion von Andrea Belicchi, Harold Primat und Lokalmatador Congfu Cheng in Schlagdistanz kommen. Es kam zum Duell zwischen Belicchi und JRM-Pilot David Brabham. Der Australier wehrte sich nach Kräften, konnte den Italiener aber nicht lange aufhalten: Sieg für Rebellion, obwohl das Topauto ausfiel.

ADR-Delta siegt in LMP2, Aston Martin in der GTE

JRM musste sich mit Rang drei der Privatwertung anfreunden, dahinter folgten Strakka und Oak. Das Team um den Österreicher Dominik Kraihamer war auch in China chancenlos. Das neue Paket bestehend aus altem Pescarolo-Chassis und neuem HPD-Motor funktioniert nicht sonderlich gut, außerdem gab es technische Probleme. Kraihamer/Baguette/Sato verloren wegen einer defekten Bremsscheibe wertvolle Zeit an der Box.

Der Oreca-Nissan von ADR-Delta war zum dritten Mal ganz vorne in der LMP2-Klasse Zoom

In der LMP2-Klasse sicherte sich ADR-Delta den dritten Saisonsieg und somit Rang zwei in der Gesamtwertung. "Das Auto lief bestens, die Reifen hielten gut und die Strategie passte", bilanziert John Martin stolz. Der ADR-Delta-Pilot musste sich in den Schlussminuten noch gegen Stephane Sarrazin wehren, doch der Franzose schaffte es nicht mehr. Starworks war zu Beginn nach einem Dreher von Ryan Dalziel zu weit zurückgefallen.

Olivier Pla brachte den LMP2-Wagen von Oak auf Rang drei ins Ziel, dahinter folgten Pierre Kaffer und seine Pecom-Kollegen. Der Deutsche hatte den Oreca-Nissan in seinen ersten drei Stints in Schlagdistanz gehalten, doch nach dem Einsatz von Luis Perez Companc war der Kontakt zu den Podesträngen abgerissen. Großes Pech hatte Lotus. Am Pole-Auto von Rossiter/Weeda/Charouz brachte ein Bremsdefekt das frühzeitige Aus, das Schwesterauto konnte Thomas Holzer gemeinsam mit Mirco Schultis auf Platz sechs steuern.

In der GTE-Klasse feiert Aston Martin den ersten WEC-Erfolg. Stefan Mücke und Darren Turner setzten den guten Speed des Vantage in China perfekt um und zeigten ein fehlerloses Rennen. Hinter dem Aston Martin belegten Lieb/Lietz im Porsche Rang zwei vor dem AF-Corse-Ferrari von Bertolini/Beretta. Das eigentliche Topauto der Italiener lag lange Zeit im Kampf um den Sieg, aber Fisichella/Bruni hatten Probleme. Ein defekter Keilriemen warf das Team im zweiten Drittel des Rennens zurück, später schied der F458 Italia ganz aus. In der Gesamtwertung behauptete Aston Martin Platz zwei vor Porsche. Die GTE-Am-Wertung gewann Larbre-Corvette.

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