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WEC 6h Spa 2022: Toyota siegt im Wetterchaos, Porsche kegelt sich raus

Chaotisches Regenrennen in den Ardennen: Toyota #7 holt den Sieg bei den 6h Spa, Porsche kollidieren beim Start - Drei Unterbrechungen und haufenweise SC

(Motorsport-Total.com) - Dreimal Rot, sechsmal Safety-Car, fünfmal Full-Course-Yellow: Das berüchtigte Ardennenwetter hat bei den 6 Stunden von Spa-Francorchamps alle Register gezogen. Eine einzelne Gewitterfront schaffte es, sich über dem Osten Belgiens so festzusetzen, dass nur etwa die Hälfte des zweiten Laufs der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) unter Grün absolviert werden konnte. (Ergebnis 6h Spa 2022)

Jose Maria Lopez, Kamui Kobayashi, Mike Conway

Toyota setzte sich in einem Rennen mit allen Bedingungen am Ende durch Zoom

Am Ende gingen Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez als Sieger vom Platz. Sie gewannen das Rennen im Toyota GR010 Hybrid #7 vor dem Alpine #36 von Nicolas Lapierre, Andre Negrao und Matthieu Vaxiviere. Platz drei belegte der WRT-Oreca #31 (Gelael/Frijns/Rast), der die LMP2 gewann und einige Zeit im Regen das Rennen anführte.

Für Toyota gibt es ein lachendes und ein weinendes Auge. Während Conway/Kobayashi/Lopez Wiedergutmachung für den Unfall in Sebring leisteten und den sechsten Toyota-Sieg in Spa-Francorchamps in Folge holten, schied der Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa) mit technischen Problemen in Führung liegend aus.

Das Fahrzeug ließ sich nach der ersten von insgesamt drei Unterbrechungen nicht mehr richtig starten. Die Unterbrechung kam noch nicht wegen des Wetters zustande, sondern aufgrund eines heftigen Abflugs von Miro Konopka im ARC-Bratislava-Oreca #44 (Konopka/van der Helm/Viscaal; DNF), der dabei um ein Haar den späteren Rennsieger mitgerissen hätte.

In der Unterbrechung begann es dann zu regnen. Beim Wiederlosfahren hinter dem Safety-Car dauerte es Ewigkeiten, bis sich Sebastien Buemi in Bewegung setzte. Anschließend rollte er auf der Kemmel-Geraden aus, nach einem Reset ("Powercycle") kam er noch bis hinter Pouhon, dann war endgültig Schluss. Damit haben beide Toyotas bereits einen Nuller geschrieben, was für die WM katastrophal ist.

Drei Unterbrechungen und viele Neutralisationen

Das Safety-Car kam gar nicht mehr an die Box, weil der Regen zunahm und erneut unterbrochen werden musste. Es folgten 20 Minuten unter Grün, bis es wieder so heftig regnete, dass zahlreiche Profi-Fahrer abflogen. Für die dritte Rote Flagge sorgte dann Alex Brundle, der den Inter-Europol-Oreca #34 (Smiechowski/Brundle/Gutierrez; DNF) von allen Seiten zerstörte.

Nach dem dritten Restart folgten noch vier FCY-Phasen für Ausritte auf abtrocknender Strecke mit Slicks. Zwischenzeitlich standen die Hypercars, die Intermediate-Reifen zur Verfügung haben, den LMP2 im Weg rum, die mangels Inters Slicks nehmen mussten. Das sorgte für eine wilde Schlussphase in mehreren Klassen.

Bei den Hypercars setzte sich Toyota gegen Alpine durch. Der Alpine A480 hatte nicht den Speed des Toyota GR010 Hybrid, konnte sich jedoch mit cleverer Strategie in Schlagdistanz halten. Am Ende fehlten 27,473 Sekunden auf den Sieg.

Der Glickenhaus #708 (Pla/Dumas/Derani) holte Platz drei in der Hypercar-Klasse, wurde im Gesamtklassement aber nur Neunter. Der Polesetter musste im Trockenen die Toyotas in der 16. Runde ziehen lassen, blieb dann aber auf feuchter Strecke stets in Schlagdistanz.

Den entscheidenden Fehler machte das Team, als die Regenreifen runterkamen. Während Toyota und Alpine Inters nahmen, überhörte das Joest-Team einen Funkspruch und fasste Slicks. Dadurch musste der Glickenhaus 007 LMH nach einer langsamen Runde erneut die Box aufsuchen, was die Führungsrunde kostete.

WRT steht über dem LMP2-Chaos

Unangefochten war der Sieg von Sean Gelael, Robin Frijns und Rene Rast in der LMP2. Der Oreca 07 des Meisterteams WRT war so überlegen, dass er im Nassen das Rennen sogar längere Zeit anführte und schneller fuhr als die Hypercars. Eingefangen wurde er vom siegreichen Toyota erst wieder zwei Stunden vor Schluss.

Dahinter war alles offen, doch reihenweise verabschiedeten sich Podiumskandidaten. Der Prema-Oreca #9 (Kubica/Deletraz/Colombo; 7.), der Vector-Oreca #10 (Müller/Cullen/Bourdais; 10.) und der Jota-Oreca #28 (Rasmussen/Jones/Aberdein; DNF) schlugen ein, der Penske-Oreca #5 (Cameron/Collard/Nasr; 4.) drehte sich mehrfach bei Regen von der Strecke.

Der United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Albuquerque/Owen) lag eingangs der letzten Stunde auf Platz zwei, fiel dann aber noch bis auf Position fünf zurück. So brachte es WRT zu einem Doppelsieg. Der WRT-Oreca #41 (Andrade/Habsburg/Nato) holte sich Rang zwei, Platz drei ging an den Jota-Oreca #38 (Gonzales/Felix da Costa/Stevens).

Die Subwertung LMP2 Pro/Am gewann trotz einer Drei-Minuten-Strafe der AF-Corse-Oreca #83 (Perrodo/Nielsen/Rovera; 8.)

Porsche-Kollision beim Start, Ferrari triumphiert

Der große Aufreger in der GTE Pro trug sich gleich beim Start zu. Kevin Estre attackierte Polesetter Gianmaria Bruni auf der Innenbahn, war aber zu spät auf der Bremse. Die beiden Manthey-Porsches berührten sich zweimal und Bruni trug einen Reifenschaden davon. Das kostete den Porsche #91 (Bruni/Lietz; 5.) zwei Runden, die auch mit den vielen Unterbrechungen nicht mehr aufzuholen waren.

Estre hielt die Führung, solange es trocken war. Doch im Regen übernahm AF Corse das Kommando. Als es am Ende wieder abtrocknete, kam es zum Großkampf der beiden Ferraris gegen den verbliebenen Porsche. Dabei ging es hoch her, mehrfach wechselten die Positionen, allerdings hielt der AF-Corse-Ferrari #51 (Calado/Pier Guidi; 1.) die Spitze.

Es kam im finalen 10-Minuten-Sprit zur Entscheidung. James Calado, Michael Christensen und Antonio Fuoco machten den Sieg unter sich aus. Fuoco konnte im AF-Corse-Ferrari #52 (Molina/Fuoco; 3.) das Tempo nicht ganz mitgehen. Christensen blieb im Porsche #92 (Christensen/Estre) bis zur letzten Kurve dran, musste sich aber Calado um 0,523 Sekunden geschlagen geben. Weitere 0,733 Sekunden dahinter kam Fuoco über die Linie.

Die Corvette #64 (Milner/Tandy; 4.) richtete sich zunächst auf Platz zwei ein, fiel im Zuge der Wetterkapriolen aber auf Platz vier zurück und konnte nicht mehr in den Großkampf um den Sieg eingreifen.

Auch die GTE Am war bis zum Ende offen. Am Ende klärten die Profis auf den Autos eine Reihenfolge, die sich während des Rennens immer wieder geändert hatte. Im Schlussspurt gelang es Harry Tincknell im Proton-Porsche #77 (Ried/Priaulx/Tincknell; 1.), sich gegen die beiden Aston Martin durchzusetzen, obwohl es mit dem Sprit eng wurde.

Platz zwei ging in einem kräftezehrenden Rennen an die Polesetter, den TF-Sport-Aston-Martin #33 (Keating/Chaves/Sörensen), gefolgt vom Prodrive-Aston-Martin #98 (Dalla Lana/Pittard/Thiim; 3.).

Die WEC hat damit bereits ihren Saisonhöhepunkt als nächstes auf der Liste. Die 89. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans findet vom 8. bis 12. Juni 2022 auf dem Circuit de la Sarthe statt.

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