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  • 16.09.2016 00:50

  • von Roman Wittemeier

Tracklimits in Austin: Rennleiter haut auf den Tisch

WEC-Renndirektor Edoardo Freitas zeigt den Piloten nach dem ersten Training klare Grenzen auf: Strafen drohen für weiteres Ausreizen der Auslaufzonen

(Motorsport-Total.com) - Das Rennwochenende der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2016 in Austin hat mit hitzigen Debatten begonnen. Im ersten Freien Training verließen viele Piloten auf der Suche nach Rundenzeit die Strecke zu weit. Vor allem ausgangs Kurve 19, einem zackigen Bogen vor der letzten Linkskurve waren immer wieder Autos fern ab der eigentlichen Fahrbahn zu sehen. Auf den Timiningmonitoren tauchten mehr Meldungen über Mahnungen, Verwarnungen und Strafen auf als neue Sektorenbestzeiten.

Titel-Bild zur News: Darren Turner, Marco Sörensen, Nicki Thiim

Immer schön auf der Strecke bleiben: WEC-Rennleiter Freitas ermahnt alle Zoom

"Wer das auf den Bildschirmen gesehen hat, der kann nur eines sagen: lächerlich! Geht gar nicht", so ein Teamverantwortlicher einer LMP1-Werksmannschaft. Angesicht der Tatsache, dass Teilnehmer der IMSA-Serie in ihren Trainings straffrei noch deutlich weiter neben der Piste fahren durften, schüttelten zahlreiche Piloten nur noch mit dem Kopf. "Sollen sie eine Strecke bauen wie in Le Mans. Da kannst du so etwas nicht machen", erklärt Porsche-Fahrer Neel Jani.

"Wie in Mexiko zum Beispiel. Dort hatte es andere Randsteine. Wenn du dort zu weit drüber gefahren bist, dann gab es einen Schlag, der heftig war. Das hält dich ganz automatisch in den passenden Bahnen. Oder ein drei Meter breiter Rasenstreifen würde auch schon ausreichen", sagt der Le-Mans-Sieger. WEC-Rennleiter Edoardo Freitas rief die Teamchefs und Fahrer direkt nach dem ersten Training zu einer Standpauke in den Briefing-Raum.

Das Ergebnis des nur vier Minuten dauernden Meetings: Ab sofort gibt es für ein Vergehen nur noch zweimal eine Ermahnung, anschließend folgt eine Verwarnung und beim vierten Fall eine Stop-and-Go-Strafe. "Ist okay, so sind halt die Regeln", meint der erfahrene Porsche-GTE-Pilot Richard Lietz. Das Ausnutzen der äußeren Auslaufzone in Kurve 19 ist für die Fahrer sehr attraktiv, weil auf diesem Wege der Radios des letzten Linksknicks vergrößert werden kann. Der Zeitgewinn kann durch höheres Tempo auf der nachfolgenden Geraden erheblich ausfallen.


Fotos: WEC in Austin


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