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Toyota erstmals seit Austin 2017 ohne Freitags-Bestzeit

Toyota fuhr zu Beginn in Schanghai auf LMP2-Niveau - Sebastien Buemi schlägt Alarm, doch im zweiten Training kam man sehr nahe an die Bestzeit heran

(Motorsport-Total.com) - Das musste man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Der langsamere der beiden Toyota TS050 Hybrid wurde im ersten Freien Training auf dem Schanghai International Circuit vom schnellsten LMP2 geschlagen. Möglich macht dies natürlich der Erfolgsballast: Um 2,74 Sekunden wurden beide Toyotas mittels Verringerung des Benzindurchflusses und der Hybridleistung eingebremst.

Mike Conway, Kamui Kobayashi, Jose-Maria Lopez

Erstmals seit über zwei Jahren blieb Toyota am Eröffnungstag ohne Bestzeit Zoom

Weil beide Fahrerpaarungen von Toyota Gazoo Racing in der Weltmeisterschaft bereits mehr als 40 Punkte auf den letzten LMP1 (den LNT-Ginetta #6) haben, haben sie das Maximum von 0,502 Sekunden Einbremsung pro Kilometer erreicht - zumindest für den derzeit gültigen Koeffizienten von 0,01255 Sekunden pro Punkt und Kilometer. Dass Toyota in sämtlichen Sitzungen am Eröffnungstag ohne Bestzeit blieb, war zuletzt 2017 in Austin der Fall.

Doch wo steht Toyota nun wirklich? Nachdem es im ersten Freien Training, in dem das Team aus Köln nur selten sein Potenzial zeigt, noch sehr düster ausgesehen hatte (Plätze vier und sechs mit 1,324 und 1,783 Sekunden Rückstand), war man im zweiten Training wieder vorn mit dabei. Die Toyota-Crews fanden 1,2 (#7) und 2,4 (#8) Sekunden.


Fotos: WEC 2019/20: 4h Schanghai, Trainings & Qualifying


Die Bestzeit des LNT-Ginettas #6 (Robertson/Hanley/Orudschew) verfehlte der Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) um lediglich 0,061 Sekunden. Und der Ginetta #6 hat im Gegensatz zu den anderen beiden privaten LMP1 keinerlei Einbremsungen an Bord.

Reifennutzung wird für Toyota zum Problem

Wie sieht es nun also aus? Die Akteure tappen derzeit im Dunkeln. Sebastien Buemi verkündete nach dem ersten Training vielleicht etwas voreilig: "Es ist eine ganz andere Herausforderung als alles, was wir in der Vergangenheit hatten. Es ist sehr extrem. Das dürfte das erste Mal sein, dass wir mit den LMP2 kämpfen. Wir haben keinerlei Hoffnung, aus eigener Kraft um den Sieg zu kämpfen."

Das Problem, dem sich Toyota in Schanghai gegenübersieht: Durch die reduzierte Hybridleistung werden die Vorderreifen weniger gefordert. Damit wird es schwieriger, sie in ein richtiges Arbeitsfenster zu bekommen. Es ist genau jenes Problem, dem sich die privaten LMP1 die gesamte Saison 2018/19 über stellen mussten.


4h Schanghai 2019: Impressionen FT1

Einige Impressionen aus dem ersten Freien Training bei den 4 Stunden von Schanghai, dem dritten Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2019/20

Hier kommt Toyota entgegen, dass die Temperaturen im Rennen höher liegen werden. Aktuell sind für den Sonntag sogar 21 Grad Höchsttemperatur vorhergesagt. Das spielt Toyota wieder in die Karten. Und schon im zweiten Training, das bis in den Sonnenuntergang ging, sah es so aus, als wären diese Probleme gelöst gewesen.

Rebellion will den China-Sieg

Rebellion Racing holte die Bestzeit in der ersten Sitzung mit vier Zehntelsekunden Vorsprung auf die beiden Ginettas, fiel in der zweiten Sitzung aber hinter den Ginetta #6 (0,161 Sekunden Vorsprung) und den Toyota #8 (0,100) zurück. Dennoch herrscht Optimismus, obschon auch der Rebellion #1 (Senna/Menezes/Nato) um 0,89 Sekunden verlangsamt ist.

"Es wird Zeit, dass wir ganz nach oben auf das Podest fahren", sagt Gustavo Menezes gegenüber 'Sportscar365'. "Mit dem Erfolgsballast sollten wir eine gute Chance." Rebellion hat nach der Niederlage in Japan Anpassungen beim mechanischen Set-up des R13 vorgenommen. Man hatte bei den 6 Stunden von Fuji Probleme mit den Reifen bei kühleren Temperaturen.

"Schanghai sollte uns wesentlich besser liegen", findet der US-Amerikaner. "Fuji hat viele langsame Kurven und unser Auto hatte da ein paar Schwierigkeiten auf mechanischer Seite. Aber in Sachen Aerodynamik sind wir gut aufgestellt und auf dieser Strecke zählt Abtrieb. Das sollte interessant werden."

Ein Wörtchen mitreden werden diesmal auch die Werks-Ginettas. Charles "Charlie" Robertson markierte die Bestzeit im zweiten Freien Training. Ein Fragezeichen schwebt allerdings über der Haltbarkeit der britischen Fahrzeuge, die erst ihr drittes Rennen mit dem AER-Motor absolvieren.

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