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Timo Bernhard fährt Nordschleifen-Rekord im Porsche 919 Evo

Timo Bernhard ist neuer Rekordhalter auf der Nürburgring-Nordschleife: Im Porsche 919 Evo knackte er den 35 Jahre alten Streckenrekord von Stefan Bellof

(Motorsport-Total.com) - Nach 35 Jahren und 32 Tagen ist der Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife von Stefan Bellof gefallen. Timo Bernhard stellte im Porsche 919 Evo eine neue Bestmarke für die schnellste je gefahrene Runde in der "Grünen Hölle" auf. Er benötigte lediglich 5:19.546 Minuten für die 20,832 Kilometer lange Strecke. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwidigkeit von 234,693 km/h.

Timo Bernhard

Neuer Chef am Ring: Der Porsche 919 Evo kam auf 5:19.546 Minuten Zoom

Der amtierende Langstrecken-Weltmeister stellte die Rekordrunde am Freitagvormittag um 9:35 Uhr Ortszeit auf. Rekordrunden auf der Nordschleife sind heutzutage etwas für Frühaufsteher; Porsche nutzte die morgens noch relativ kühlen Streckentemperaturen für den Rekordversuch. Auf der Rekordrunde herrschten 18-20 Grad Luft- und 21-31 Grad Streckentemperatur.

Bernhard ging kurz nach Öffnung der Nordschleife um 8 Uhr morgens auf eine Installationsrunde, der ein 30-minütiger Check folgte. Um 8:35 Uhr ging es in den ersten Versuch. die Stoppuhr blieb bei 5:31.899 Minuten stehen, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 225,958 km/h entsprach. Das war bereits ein neuer Rekord, doch Porsche wollte noch mehr.


Fotos: Rekordversuch im Porsche 919 Evo


Die zweite Rekordrunde startete um 8:57 Uhr. Der 37-Jährige hatte sich mit dem Fahrzeug angefreundet und brachte den Porsche 919 Evo auf eine Rundenzeit von 5:24.375 Minuten (Durchschnitt 231,199 km/h), eine deutliche Steigerung zum ersten Anlauf. Doch Bernhard war noch immer nicht zufrieden und bat um einen dritten Versuch. Mit keinerlei Änderungen am Set-up ging es um 9:30 Uhr auf die entscheidende Rekordrunde, die für einige Zeit als schnellste Runde aller Zeiten auf der Nürburgring-Nordschleife bestand haben dürfte.

Frisch aus dem Auto ausgestiegen sagt er: "Man sieht mir die Anstrengung noch an. Die Runde war unglaublich schnell und unglaublich anstrengend. Das Adrenalin pumpt noch nach. Ich freue mich für das ganze Team. Einen Riesendank, dass sie das alles ermöglicht haben."


Porsche 919 Evo im Rekordversuch am Nürburgring

Porsche attackiert mit dem 919 Evo den Streckenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife - Timo Bernhard lässt fliegen

Gleichzeitig erinnert er an den bisherigen Rekordhalter: "Ich möchte aber auch an Stefan Bellof erinnern, der vor 35 Jahren die Rekordrunde gefahren ist. Das ist eine Riesenleistung, wenn man das im Vergleich zu heute sieht. Heute haben wir schnellere Autos und eine schnellere Strecke."

Timo Bernhard, Rekord

Der Beweis: Das ist die neue Rekordzeit in der "Grünen Hölle" Zoom

Der Porsche 919 Evo basiert auf dem LMP1-Fahrzeug Porsche 919 Hybrid, wurde aber in diversen Punkten überarbeitet. So wurde das Benzindurchflusslimit für den V4-Turbomotor aufgehoben, wodurch die Systemleistung auf 1.160 PS stieg. Durch einen größeren Heckflügel und ausladenden Frontsplitter wurde der Anpressdruck um 53 Prozent gesteigert, ein Doppel-DRS sorgt auf den Geraden trotzdem für geringen Luftwiderstand. Das Gewicht wurde auf 849 Kilogramm gesenkt. (Weitere Informationen zum Porsche 919 Evo)

Michelin lieferte zwei spezielle Reifenmischungen für die Rekordjagd. Auch die Franzosen hielten sich an die Vorgabe von Porsche, keine Spezialreifen zu liefern, sondern sie auf der Konfiguration der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zu konstruieren.

Porsche hatte sich mit diversen Testfahrten auf den Rekordversuch vorbereitet, seitdem wird das Thema an Stammtischen heiß diskutiert. Für alle, die den Rekordversuch für ein Sakrileg halten, bleibt der Trost, dass der Rekord von Timo Bernhard nicht in einer offiziellen Rennsitzung gefahren wurde. Bellof bleibt zumindest in dieser Hinsicht offizieller Rekordhalter.

Bellof hatte am 28. Mai 1983 beim Qualifying zum 1.000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring in einem Porsche 956 C eine Zeit von 6:11.13 Minuten markiert. Der 2,6-Liter-Sechszylinder leistete damals rund 620 PS, im Qualifying-Trimm aber durchaus mehr.

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