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Tank-Schummelei: Dempsey-Proton verliert alle Punkte der WEC 2018/19

Dempsey-Proton werden alle Punkte der WEC-Saison 2018/19 aberkannt - Das Team hat nicht nur geschummelt, sondern auch den Schuldigen gedeckt

(Motorsport-Total.com) - Die Entscheidung im neuerlichen Tankskandal in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ist gefallen: Dempsey-Proton Racing, das in der GTE Am bislang die Tabellenführung innehatte, hat alle Punkte verloren. Sowohl Christian Ried, Matt Campbell und Julien Andlauer als auch Matteo Cairoli und Khaled Al Qabaisi müssen wieder bei null anfangen. Der Vertrag mit dem Vater-Sohn-Gespann Gianluca und Giorgio Roda war bereits abgelaufen.

Christian Ried, Julien Andlauer, Matt Campbell

Alle Punkte und Preisgelder futsch: Dempsey-Proton fängt wieder bei null an Zoom

Das Team wurde nicht nur der Verwendung einer umprogrammierten Software schuldig gesprochen, sondern auch mangelnder Kooperation im Anhörungsprozess. Damit verstießen die Beteiligten gegen Anhang B des Internationalen Sportkodex der FIA, das alle Teilnehmer zur Kooperation mit der FIA in Anhörungsfällen verpflichtet. Das Team wurde daher von allen bisherigen Rennen der WEC-"Supersaison" 2018/19 disqualifiziert und verliert neben allen Punkten auch die Preisgelder.

Dempsey-Proton Racing wurde in Fuji eine Ungereimtheit beim Datenlogger nachgewiesen. Die Software war so manipuliert worden, dass sie auf die tatsächliche Tankzeit zwei Sekunden aufschlug. In den GT-Klassen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) gilt eine Mindesttankzeit, für deren Einhaltung jeder Teilnehmer selbst verantwortlich ist. Diese beträgt in der GTE Am 45 Sekunden.


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Die besten Szenen vom Qualifying der 6 Stunden von Schanghai, dem fünften Lauf der "Supersaison" 2018/19 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC)

Der Proton-Porsche konnte also 43 Sekunden stehen, aber die Black Box zeichnete 45 Sekunden auf. Die tatsächlichen Nachtankzeiten für eine ganze Füllung betrugen in Fuji 43,8 (#77) und 42,3 Sekunden (#88). Die umprogrammierte Software soll bereits bei den 6 Stunden von Silverstone zum Einsatz gekommen sein.

Externer Berater bleibt mysteriös

Das offizielle Urteil legt detailliert dar, was sich an den bisherigen drei Tagen in Schanghai abgespielt hat. Guilio Pucci (Repräsentant für Fahrzeug #77) und Christian Ried (Teambesitzer und Fahrer auf der #88) wurden am Donnerstag zur Anhörung geladen. Die Ergebnisse aus Fuji zweifelten sie nicht an, verwiesen aber darauf, dass die Software von einer externen Beraterfirma programmiert worden sei. Als die Kommissare die Identität dieses Programmierers in Erfahrung bringen wollten, blockten jedoch sowohl Ried als auch Pucci ab.

Nach einer zwischenzeitlichen Anhörung von Marcus Stolzenthaler, Verantwortlicher Porsche Rennbetreuung, wurde Ried noch einmal dazu aufgefordert, in seinem ureigenen Interesse zu kooperieren. Doch weder innerhalb der einstündigen Bedenkzeit, noch bei einer weiteren Anhörung am Samstag, wollte Ried seine Position ändern. Nachdem er auch am Samstag die Identität des externen Beauftragten nicht preisgab, entschieden sich die Rennkommissare zur doppelten Strafe für den versuchten Betrug (der Bewerber ist für sein Fahrzeug verantwortlich) und die Verweigerung der Kooperation. Ob es jenen externen Berater überhaupt gibt, ließ sich nicht herausfinden.

Matteo Cairoli, Giorgio Roda

Teambesitzer Christian Ried ist selbst als Fahrer auf der #88 aktiv Zoom

Zuvor wurde am Freitag noch Michael Ried als Technikchef von Dempsey-Proton Racing angehört. Er legte dar, dass er als Technikchef keinerlei Kompetenz habe, über Softwarethemen Auskunft zu geben. Auch er weigerte sich, die Identität des Programmierers offenzulegen, obschon er angab, jenen Berater ebenfalls zu kennen. Ein Angebot der Sportkommissare, den Namen unter Geheimhaltung zu verraten, lehnten die Teamrepräsentanten ebenfalls ab.

Nächste Station: Sportgerichtsverfahren

Ried/Campbell/Andlauer verlieren somit ihre bisher 80 gesammelten Punkte in der WEC-Saison 2018/19. Sie hatten mit zwei Siegen in Le Mans und Silverstone die Gesamtwertung überlegen angeführt und konnten sich auch das Problem in Fuji leisten, um noch immer mit 14 Punkten Vorsprung nach Schanghai zu reisen. Matteo Cairoli und Giorgio Roda verlieren ihre 24, Khaled Al Qubaisi seine neun und Gianluca Roda seine vier Punkte.

Für die Teamführung könnte es noch weitere Konsequenzen geben, wenn sich das DMSB-Sportgericht mit diesem Fall beschäftigen wird. Proton Competition steht zuvor allerdings noch die Möglichkeit zur Berufung offen.

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