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Andre Lotterer begeistert: "Endlich können wir mit Toyota spielen!"

Die Rebellion-Piloten glauben nicht, dass sie Toyota bei den 6 Stunden von Schanghai schlagen können - Andre Lotterer lobt aber große Fortschritte des Teams

(Motorsport-Total.com) - Mit nur drei Zehntelsekunden Rückstand kam Rebellion Racing im Qualifying zu den 6 Stunden von Schanghai 2018 näher denn je an Toyota heran. Andre Lotterer und Bruno Senna hatten im Rundendurchschnitt lediglich 0,287 Sekunden Rückstand auf die Polezeit. Und normalerweise ist Toyota im Qualifying weiter voraus als im Rennen. Grund genug für Fernando Alonso, im Toyota-Camp die Alarmglocke zu läuten.

Neel Jani, Bruno Senna

Der Rebellion R13 erweist sich in Schanghai als überaus konkurrenzfähig Zoom

Lotterer, der in 1:42.869 Minuten die zweitschnellste Zeit des ganzen Wochenendes fuhr und sich nur Kamui Kobayashis 1:42.708 Minuten geschlagen geben musste, war nach dem Qualifying sichtlich zufrieden. "Jetzt können wir endlich miteinander spielen!", sagt er im Hinblick auf den kleinen Rückstand zu den Toyota TS050 Hybrid.

Lotterer glaubt nicht an Sieg

Um Alonsos Beschwerden den Wind aus den Segeln zu nehmen, tritt er allerdings auf die Euphoriebremse. Dass Rebellion Racing im Rennen Gazoo Racing gefährlich werden kann, glaubt er nicht: "Im Rennen kommen die Strategien ins Spiel. Sie verbringen weniger Zeit an der Box. Wir müssten also im Rennen schneller fahren, um gleichzeitig mit ihnen über die Linie zu kommen. Und sie haben den Boost im Verkehr, den sie überall nutzen können, während wir im Verkehr feststecken. Ich denke, unser Grundspeed müsste eine Sekunde höher sein als ihrer."

Doch ganz braucht er die Hoffnung auf seinen ersten WEC-Sieg seit (man höre und staune) Spa 2015 nicht aufzugeben. Denn auch dem dreimaligen Le-Mans-Sieger ist es nicht entgangen, dass der Rebellion R13 am Freitag im Regen äußerst gut funktioniert hat. Und für Sonntag sind für den überwiegenden Teil des Rennens regnerische Verhältnisse vorhergesagt.


Fotos: WEC in Schanghai


"Logischerweise ist Allradantrieb auf dem Papier besser, das versteht sich von selbst", sagt er über die unterschiedlichen Antriebskonzepte bei Hybriden und Nichthybriden. "Aber überraschenderweise war unsere Pace im Nassen gar nicht so schlecht - sowohl gestern als auch in Fuji. Es dürfte der kleinste Abstand auf Toyota werden, den wir bisher hatten."

Fortschritt dank EoT oder Teamleistung?

Wie kommt das zustande? Zum einen natürlich durch die weiteren Zugeständnisse bei der Equivalence of Technologies (EoT). Zum anderen aber auch durch die positive Entwicklung mit dem noch immer recht frischen LMP1-Boliden: "Es ist wirklich schön. Wir machen immer mehr Fortschritte mit dem Auto. Fahrer und Ingenieure haben das Fahrzeug mittlerweile deutlich besser im Griff."

Als Vergleich zieht er die 6 Stunden von Silverstone heran, als das High-Downforce-Kit debütierte. "Verglichen mit damals macht es macht jetzt richtig Spaß", freut er sich. "Damals war es ein Rodeo-Ritt und wir konnten überhaupt nicht attackieren. Seitdem haben wir einen großen Schritt gemacht. Jedes Rennen lernt man dazu. Man verbessert sich und das Set-up. Wir sind jetzt nahe am Maximum dessen, was wir aus diesem Auto herausholen können."


6h Schanghai 2018: Highlights des Qualifyings

Die besten Szenen vom Qualifying der 6 Stunden von Schanghai, dem fünften Lauf der "Supersaison" 2018/19 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC)

Und darin sieht er den größeren Schritt als in der erneuten Anpassung der EoT: "Alle reden immer über die Motorleistung, aber es gibt im Hintergrund einfach so viele Dinge, in denen wir nicht dieselben Ressourcen wie Toyota haben. Alleine was elektronische Systeme angeht, haben sie eine ganze Abteilung, die sich mit Traktionskontrolle, Bremsstrategien und Motorprogrammen befasst."

Ganz anders Rebellion Racing: "Wir haben dafür genau zwei Leute. Und die nehmen wir Fahrer ständig unter Beschuss mit Dingen wie 'Macht die Traktionskontrolle besser!' Wir haben keinen Windkanal und keinen so ausgeklügelten Simulator. Deshalb brauchen wir einfach mehr Zeit. Aber die Crew macht einen wirklich starken Job, wenn man die Ressourcen mit einem Werksteam vergleicht." Lotterer muss es als langjähriger Audi- und Porsche-Werksfahrer wissen.

Thomas Laurent: Kümmere mich gar nicht um Toyota

Thomas Laurent weicht der Toyota-Frage hingegen gänzlich aus. Der junge Franzose will von einem Vergleich mit Toyota nichts wissen. "Wir kümmern uns nicht um sie", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Sie sind Hybriden, auf die brauchen wir nicht zu achten. Wir müssen uns einfach vor Augen führen, dass wir nicht wirklich gegen sie kämpfen. Wir kämpfen gegen SMP. Und da sehen wir momentan besser aus. Das zählt für uns. Man sollte auch nicht vergessen, dass Toyota nicht mehr so viel Geld wie in der Vergangenheit ausgibt."

Der Rebellion #3 (Laurent/Beche/Menezes) hatte im Qualifying einen überraschend großen Rückstand von beinahe einer Sekunde auf das Schwesterfahrzeug #1 (Lotterer/Jani/Senna). "Wir hatten nicht das beste Set-up", versichert Laurent. "Es war etwas anders als das Schwesterfahrzeug. Das ist alles. Es war nicht gut zu fahren. Wir wissen, wo wir die Sekunde finden können."

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