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VLN-Legende Ralf Schall: Noch 20 Jahre eingeplant

Ralf Schall hofft, der VLN noch lange erhalten zu bleiben - Nachdem er die 100 Klassensiege vollgemacht hat, steht schon die nächste Generation bereit

(Motorsport-Total.com) - In Trubel um die Ereignisse auf der Döttinger Höhe beim vierten Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft 2018 ging die positive Nachricht beinahe ein bisschen unter: Ralf Schall hatte bei der 49. Adenauer Rundstreckentrophy mit seinem Sieg in der Klasse H4 seinen 100. Klassensieg in der VLN eingefahren. Jüngst legte er beim RCM Grenzlandrennen Sieg Nummer 101 nach. Er ist damit Rekordhalter in der Langstreckenmeisterschaft und der erste Fahrer, dem es gelang, bei den Siegen dreistellig zu werden.

Ralf Schall

Ralf Schall will der VLN noch lange Zeit erhalten bleiben Zoom

24 Jahre hat der Rennfahrersohn aus Dornstädt für diese Meisterleistung gebraucht. Im Interview mit 'VLN.de' lässt er durchblicken, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein dürfte: "Ich bin jetzt 48 und fühle mich wie 28. Ich weiß nicht, wie lange das noch geht. Aber ich will auf der Nordschleife noch viele, viele Jahre fahren. Ich hoffe, ich werde der VLN die nächsten 20 Jahre erhalten bleiben."

79 seiner mittlerweile 101 Siege holte er gemeinsam mit seinem Vater Andreas. Dieser ist auch im Alter von 79 Jahren weiterhin im heimischen Mercedes-Benz-Autohaus tätig. Den 100. fuhr er gemeinsam mit Leichtathletik-Fünfkämpfer Christopher Gerhard nach Hause, mit dem er derzeit ein Gruppe-H-Dreamteam bildet. Der jüngste Sieg war auch der 100. mit einem eigenen Auto beziehungsweise Team. Lediglich bei der Adenauer Rundstreckentrophy 2015 machte er eine Ausnahme: Der Klassensieg in der Cup5 mit Mario Merten kam auf einem von Bonk Motorsport eingesetzten BMW M235i Racing zustande.


Fotos: VLN: 41. RMC DMV Grenzlandrennen


Mittlerweile hat sich Ralf Schall zum Ziel gesetzt, die nächste Generation in die VLN zu holen: "Mein Wunsch wäre es, dass es irgendwann mal wieder einen Sieg der Familie Schall gibt. Die Ansätze sind da. Meine drei Töchter und mein Sohn sind jetzt zwischen sieben und 16 Jahre alt und alle im Kart unterwegs." Deshalb setzt er momentan hin und wieder für ein Rennen aus.

Opel Astra V8 Coupe: Das "geilste" Auto

Bekannt wurde Schall in den 1990er-Jahren durch seine Einsätze eines Mercedes 190E Evo II, mit dem er und Andreas Schall fünf Gesamtsiege holten. "Der erste Sieg war schon ein außergewöhnliches Erlebnis", erinnert er sich. "Wir hatten das gleiche Fahrzeug wie Olaf Manthey und Ulli Richter, aber keine Ahnung von dem Auto." Der Sieg gelang durch einen vorzeitigen Abbruch wegen einsetzenden Schnellfalls. Gerne erinnert er sich an die Duelle mit Volker Strycek in der Ära der Ex-DTM-Fahrzeuge in den 90er-Jahren zurück, als dieser einen roten Opel Omega einsetzte.

Christopher Gerhard, Ralf Schall

Mit Christopher Gerhard eilt Ralf Schall derzeit in der H4 von Sieg zu Sieg Zoom

Strycek war es dann auch, der ihn zum nächsten Projekt brachte: Dem Opel Astra V8 Coupe, mit dem beide insgesamt 15 Mal auf das Podest fuhren. "Der Opel war das schönste und geilste Auto, das ich bisher gefahren bin", sagt er. Der frühere DTM-Bolide wurde 2010 bei einem schweren Unfall unwiederbringlich zerstört.

Strycek ist mit 98 Klassensiegen auch Schalls ärgster Verfolger bei der Anzahl der Klassensiege und wird als nächster mit der 100 dran sein. "Ich finde es schön, dass wir beide oben in der Liste stehen", freut sich Schall, der dennoch die 100 als Erster vollgemacht hat, während Strycek mit unglaublichem Pech mit dem Opel Manta in dieser Saison kämpft.

"Einen Konkurrenzgedanken kennen wir nicht. Ich habe höchsten Respekt, was er alles erreicht hat. Er hat noch nie gesagt, warte ab, ich hole dich noch ein, aber er wird es sicherlich denken. Über die Jahre ist mit ihm und seiner Familie eine sehr gute Freundschaft entstanden." Auch im 21. Jahrhundert lebt der Geist der VLN also weiter.

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