powered by Motorsport.com
  • 17.11.2013 11:09

Schwarz bei der Baja 1000: Starker Auftritt mit vorzeitigem Ende

Der AGM-Jimco X6 SCORE Trophy-Truck fuhr beim legendären Härtetest im Spitzenfeld, doch dann musste Armin Schwarz mit technischen Probleme aufgeben

(Motorsport-Total.com) - In der SCORE-Meisterschaft 2013 stand an diesem Wochenende das Saisonfinale und das ultimative Highlight des Jahres an: die Baja 1000. Über rund 900 Meilen führte der extrem fordernde Kurs in diesem Jahr um den Start- und Zielort Ensenada quer durch die mexikanische Wüste. Auch für Armin Schwarz, Martin Christensen und das Team von All-German-Motorsports war dieser Klassiker der Höhepunkt der Offroad-Saison.

Titel-Bild zur News: Armin Schwarz

Armin Schwarz und dem AGM-Team kamen bei der Baja 1000 nicht ins Ziel Zoom

Doch sie erlebten Höhen und Tiefen. Ein starker Auftritt blieb unbelohnt, denn wegen technischer Probleme musste die Mannschaft den AGM-Jimco X6 SCORE Trophy-Truck vorzeitig abstellen. Zunächst lief alles nach Plan, die intensive Vorbereitungsarbeit hatte sich ausgezahlt. In der Qualifikation sicherte sich AGM mit der "Wüsteneidechse" im markanten gelb-grünen Schaeffler Racing Design Startplatz sieben - die bisher beste Startposition mit dem Trophy Truck überhaupt.

Das Rennen selbst begann dann auch nach Maß: Schwarz fuhr in der Spitzengruppe um die mehrfachen Baja-1000-Sieger BJ Baldwin und Rob MacCachren mit. BJ Baldwin sicherte sich am Ende erneut den Gesamtsieg, MacCachran kam als Zweiter ins Ziel in Ensenada. "Es lief super. Unser überarbeiteter Drehmomentwandler, der Antrieb - alles hat perfekt funktioniert", berichtet Schwarz, der mit Co-Pilot Bryan Little den ersten Teil des Wüstenmarathons bestritt.

Zunächst läuft alles nach Plan

"Wir sind dicht hinter BJ Baldwin gefahren und haben gerade so viel Abstand gehalten, dass uns sein Staub nicht behindert hat. Dadurch konnten wir uns an seinem Speed orientieren." bAuch Baja-typische Zwischenfälle konnten Schwarz/Little im AGM Trophy-Truck nicht aufhalten. Ein platter Reifen war bereits nach rund einer Minute gewechselt. "Das war kein Problem. Wir haben dadurch keine Position verloren und konnten danach wieder staubfrei weiterfahren", schildert Schwarz weiter.

Armin Schwarz

In der Anfangsphase mischte der Trophy-Truck von AGM im Spitzenfeld mit Zoom

Nach 135 Meilen erfolgte ein planmäßiger Tankstopp: "Dabei haben wir auch die Räder gewechselt, denn danach hat extrem felsiges Gelände auf uns gewartet, und wir wollten sicher gehen, dass wir frische Reifen und Felgen dafür haben. Doch mitten in dem steinigen Abschnitt hat es uns dann links hinten den Radbolzen abgeschert." Auch das konnte das AGM-Duo nicht aufhalten.

"Normalerweise kann so etwas das Aus bedeuten, doch Bryan hat den Radbolzen innerhalb von zehn Minuten gewechselt. Da so etwas passieren kann, hatten wir die passenden Ersatzteile dabei. Danach waren wir immer noch Neunter, es hatte also kaum Auswirkungen auf unser Rennen, das ja immer noch sehr lange war." Und so sah alles danach aus, als würden Schwarz und AGM bei der Baja 1000 nach einem Topergebnis greifen.

Doch dann kam es anders...

Doch es sollte anders kommen. Als der Trophy-Truck bereits über 370 Meilen Wüstenhatz hinter sich hatte, spielte plötzlich die Motortemperatur total verrückt. "Wir waren auf einem sehr schnellen Abschnitt unterwegs, auf dem es über 20 Meilen weitgehend nur geradeaus geht. Bei solchen Bedingungen wirkt normalerweise die Kühlung am besten, doch bei uns ging die Motortemperatur auf einmal hoch. Dann fiel sie wieder, nur um gleich noch höher zu steigen."

Armin Schwarz

Am Ende machte die Technik dem AGM-Team einen Strich durch die Rechnung Zoom

"Das war das klare Anzeichen dafür, dass Luft im Kühlkreislauf war", erklärt Schwarz. Bei Rennmeile 375 hielt er an einem Pitpoint des Reifenausrüsters BFGoodrich an, um den Kühlwasserstand zu prüfen. Dort zeigte sich, dass das Auto bereits relativ viel Kühlwasser verloren hatte. Warum, das ist derzeit noch unklar. "Bisher können wir da nur Vermutungen anstellen, doch wir müssen dies nun im Detail analysieren", so Schwarz. Klar ist nur: Dort war das Rennen für ihn und AGM beendet.

"Wir haben uns mit Martin abgesprochen und uns schweren Herzens dazu entschlossen, nicht mehr in den nächsten Abschnitt hineinzufahren. Denn die nächsten 135 Meilen wäre es durch übelst hartes Gelände gegangen, und wir wollten nicht riskieren, da eventuell mit einem Motorschaden zu stranden. Wenn du in dieser Sektion liegen bleibst, kannst du da im Gelände übernachten, weil es so unwegsam ist, dass dich niemand abholen kann."

Großes Potenzial ist vorhanden

"Im ersten Moment sitzt der Frust natürlich tief", räumt Schwarz ein. "Das gesamte Team hat mit enorm viel Unterstützung durch all unsere Partner, so hart auf dieses Rennen hingearbeitet. Und wenn man dann vorzeitig aufgeben muss, ist das erst einmal schwer zu schlucken. Aber so etwas kann immer passieren. Wir werden nun der Ursache für den Kühlwasserverlust genau auf den Grund gehen und das Positive aus Ensenada mitnehmen."

"Unser AGM-Jimco X6 SCORE Trophy-Truck hat sich im Feld der starken Gegner als konkurrenzfähig erwiesen." Armin Schwarz

"Bis zu diesem Problem lief es hervorragend, und unser AGM-Jimco X6 SCORE Trophy-Truck hat sich im Feld der starken Gegner als konkurrenzfähig erwiesen. Das zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Ein großer Dank an das Team für die harte Arbeit und an all unsere Partner für ihre Unterstützung, die so nicht selbstverständlich ist und uns erst ermöglicht hat, so stark in die Baja 1000 zu starten."

"Alle Dinge die wir in den vergangenen Monaten mit unseren Partnern erarbeitet haben, haben gehalten und uns weiter nach vorne gebracht. Und dann möchte ich BJ Baldwin und seinem Team meinen Glückwunsch und Respekt aussprechen. BJ ist die gesamte Strecke als 'Iron Man' gefahren. Das ist einfach unglaublich - und dann ist er auch noch als Sieger nach Ensenada gekommen."

Für ein Teammitglied war der Ausflug zu der legendären Wüstenrallye ein unvergessliches Abenteuer: für Thomas Kraiczok aus Köln, den Gewinner der Schaeffler IAA Rallye Experience. Er hatte sich bei der Internationalen Automobil Ausstellung am Stand von Schaeffler im Schaeffler Baja Simulator gegen 2680 Teilnehmer im Finale durchgesetzt. Dafür durfte er Schwarz und AGM als Teil der Mannschaft bei der Baja 1000 begleiten.

"Das war eine gute Sache. Ein direktes Teammitglied zu sein, hat ihm Spaß gemacht, und er hat viel darüber gelernt, wie man bei dieser Rallye zu Werke gehen muss. Das ist sicher eine tolle Motivation für sein weiteres Technikstudium, das ja mal bei Schaeffler als Techniker enden könnte", so Schwarz.

Überschattet wurde die diesjährige Baja 1000 von einem tragischen Unfall, bei dem der US-amerikanische Motorradpilot Kurt Caselli tödlich verunglückte. Armin Schwarz und das gesamte Team von AGM sind in Gedanken bei seiner Familie und seinem KTM-Team: "So etwas rückt das sportliche Geschehen in den Hintergrund. Die Nachricht von Kurts tragischem Unfall war ein Schock für uns. Wir möchten seinen Angehörigen und seinem Team auf diesem Wege unser tief empfundenes Beileid aussprechen.