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Vergessene Studien: Porsche 989

Fast 20 Jahre vor dem Panamera war der Porsche 989 nicht weit entfernt von einer Serienproduktion. Doch der Viertürer entwickelte sich zum Millionengrab

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Als Porsche im Jahr 2009 den Panamera auf den Markt brachte, zeigten sich viele Puristen pikiert. Eine viertürige Limousine, weit weg von den Wurzeln der Marke. Was kaum einer von ihnen wusste: Bereits zwei Jahrzehnte zuvor geisterte die Idee eines Viertürers durch Zuffenhausen. Und zwar schon ziemlich fortgeschritten. 1988 hatte die Arbeit am Projekt 989 begonnen.

Name: Porsche 989

Premiere: 1988

Daten: Radstand: 2,83 Meter, Leistung: zwischen 300 und 350 PS

Hintergrund:

Nachdem Porsche bereits mit dem 928, der seit seiner Markteinführung im Jahr 1977 immer erfolgreicher wurde, sein Angebot diversifiziert hatte, entschied man sich, als zusätzliche Modellreihe eine viertürige Limousine zu entwickeln. Das Projekt wurde dem neuen Entwicklungschef Dr. Ulrich Bez übertragen.

Bez entschied, dass das 989-Projekt von einem neu entwickelten V8 angetrieben werden sollte. Den finalen Entwurf zeichnete Harm Lagaay, der 1989 als Chefdesigner bei Porsche anfing und für den 989 ein erweitertes 911-Styling vorschlug. So sollten traditionsbewusste Kunden nicht verprellt werden. Teile der 989-Optik fanden sich später bei den 993- und 996-Baureihen des Elfers wieder. Die Querlenkeraufhängung und die Scheinwerfer des 989 spendierte der 959.

Fast drei Jahre lang entwickelte man am 989, doch in jener Zeit rutschte Porsche immer stärker in die Krise. Im Geschäftsjahr 1991/92 verkaufte der Hersteller nur 23.000 Fahrzeuge und bilanzierte ein Jahr später einen Verlust von 240 Millionen DM. Nach 600 Millionen DM Entwicklungskosten trennte sich Porsche im September 1991 von Bez; das Projekt 989 wurde im Januar 1992 endgültig eingestellt.

Der Preis für eine Limousine wurde zuletzt auf 160.000 bis 170.000 DM geschätzt. Parallel dazu korrigierte der Vertrieb seine Stückzahlprognose immer weiter nach unten: Gerade einmal 5.000 Autos könne man zu solchen Preisen jährlich verkaufen. Anders formuliert: Der 989 hatte das Zeug zum finalen Sargnagel für Porsche.

Porsche behauptete zunächst, den einzigen finalen 989-Prototyp mit vorhandenem Innenraum zerstört zu haben, bevor man enthüllte, dass er in den Räumlichkeiten der Marke aufbewahrt werde. Heute ist der Wagen Bestandteil des Werksmuseums.

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