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Vergessene Studien: GMC Centaur (1988)

Die Studie GMC Centaur von 1988 wollte Auto UND Pickup sein, was zu einem selten unförmigen Design-Wirrwarr führte. Platz aber gab es in Hülle und Fülle.

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Ein erster Blick auf dieses Gefährt dürfte in der Regel für ziemliche Erheiterung sorgen. Oder für blankes Entsetzen. GMCs Versuch, eine Art Van mit einem Pickup zu kreuzen, führte zu diesem überaus verwirrenden Gebilde namens Centaur.

Name: GMC Centaur

Premiere: Detroit Auto Show 1988

Daten: 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Heckmotor, Fünfgang-Automatik, Allradantrieb, Allradlenkung, 900 Kilo Zuladung, 2.270 Kilo Anhängelast, Luftfederung

Hintergrund:

Eine Verneigung vor dem Halb-Mann-Halb-Pferd-Zwitterwesen aus der griechischen Mythologie. Seitlich sah er aus wie ein VW Sharan, der nie mehr aufhört. Also, nur untenrum, komischerweise. 

Sehr cool: Der Heckmotor und der seitlich austretende Auspuff. Sehr seltsam: Felgen ohne jegliche Belüftung und Kiemen (!?) vor den hinteren Radhäusern.

"Er ist nicht mehr nur ein Truck" - das sagte GMCs Marketing-Team vor mehr als 30 Jahren als der sonderbare Centaur auf der NAIAS in Detroit debütierte. Das Multifunktions-Vehikel wurde als "car-truck" bezeichnet. Obwohl er aussah, als wäre er in etwa 35 Meter lang, war der Van-Truck-Mix (also quasi ein "Tran". Oder sollten wir ihn besser "Vuck" nennen?) in Wirklichkeit in etwa so groß wie ein herkömmlicher GMC S-15 Pickup, also unter fünf Meter lang.  

Die überaus runde, Minivan-artige vordere Hälfte des Centaur bot großzügigen Platz für fünf Erwachsene. Ein großer Clou der Studie war sicher die herausragende Rundumsicht, die aufgrund der riesigen Passagier-Kuppel geboten wurde. Vorne saß man auf einer Art Schalensitzen, hinten gab es eine gewöhnliche Rückbank in einer "Limousinen-gleichen Umgebung", wie es damals in der Pressemitteilung hieß. Eine Luftfederung mit Niveauregulierung sorgte für seidigen Federungskomfort. Außerdem war sie für das Jahr 1988 schon ein ziemliches Ausrufezeichen. 

Der zweitürige GMC Centaur verfügte über ein mehr als ungewöhnliches Antriebslayout, denn sein 3,0-Liter-Motor saß sehr weit hinten, unter der Ladefläche und nur knapp vor der Hinterachse. Der Reihensechszylinder hing an einer "experimentellen" Fünfgang-Automatik, über die die Kraft an alle vier Räder gelangte. 

Für mehr PKW-ähnliche Fahrdynamik spendierten die GMC-Ingenieure der tiefroten Seltsamkeit eine Vierradlenkung und ABS-Bremsen. Innen troffen die 80er-Jahre aus jeder Pore des Cockpits und des Armaturenbretts. Es gab Unmengen an wirr geformten Knöpfen und Schaltern. Abgesehen davon wirkte das Interieur für eine Studie erstaunlich billig und einfach.

Für eine Serienproduktion war der GMC Centaur aus gutem Grund nie vorgesehen. Einiges vom Design seines Heckbereichs fand sich allerdings in späteren Chevrolet- und GMC-Trucks wieder.

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