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Traum-Coupé: Facel Vega II

Vorgestellt wurde der Facel Vega II im Oktober 1961 in Paris - die Limousine war begehrt unter den prominenten Zeitgenossen

(Motorsport-Total.com/Classic-Car.TV) - Das samtige Blubbern des laufruhigen V8-Motors klingt in den Ohren von Edel-Oldtimer-Fans wie Musik. Den sportlichen Charakter aber, zeigt das Herzstück der Luxus-Limousine Facel Vega II erst in Fahrt, wenn dem 383 ccm 6,3 Liter American Chrysler Motor, mit der treffenden Bezeichnung "Typhoon" Leistung abgefordert wird.

Facel Vega II, Bj. 1961

Im Luxus schwelgen: Der Facel Vega Zoom

Vorgestellt wurde der Facel Vega II im Oktober 1961 in Paris und alle der 184 hergestellten Fahrzeuge fanden zeitnah einen Besitzer. Viele der seinerzeit prominenten Mitglieder der Gesellschaft schmückten sich mit dem edlen Gefährt und so zählten Pablo Picasso, Ringo Starr, Francois Truffaut, den Shah von Persien, Christian Dior oder auch Fürstin Gracia von Monaco zur Fan-Gemeinde.

Die Form des Facel II war gegenüber dem Vorgängermodell Facel Vega HK500 deutlich moderner interpretiert ohne an Eleganz und Besonderheit zu verlieren. Die Karosserie wirkt auf den ersten Blick wesentlich länger und breiter als beim HK500, doch dies liegt vor allem an der niedrigeren Gürtellinie des Facel II. Das sehr dynamisch angeordnete geradlinige Design wird immer wieder durch sprunghafte Winkel unterbrochen. Die Kanten sind weich abgerundet.

Optisch leicht, aber dynamisch

Die Scheiben wirken wie eine komplexe Glaskuppel und bieten dem Fahrer einen optimalen Rundumblick. Geschickt sind die Akzente aus Chrom gesetzt, die bewirken, dass der Facel II optisch leicht wirkt und dennoch seinen dynamischen, sportlichen Charakter behält. Auch beim Facel II erkennt man die für Facel Vega typischen aerodynamischen Elemente aus dem Flugzeugbau, wie beispielsweise an den hinteren Kotflügeln.

Auch im Innenraum setzen sich im Cockpit die modischen Linien der Aeronautik fort. Eine Besonderheit ist die furnierartige Maserung des Armaturenbretts, das kunstvoll handgemalt ist und das sonst gerne verwendete Wurzelholz modern interpretiert.

Der kraftvolle V8 Zylinder Motor ist dynamisch und bringt das 2+2 Coupé in rund zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Fahrkomfort ist gegenüber zeitgenössischen anderen Limousinen unvergleichlich und gleicht noch bei etwa 160 km/h eher einem Gleiten. Maximal erreicht der Facel II eine Höchstgeschwindigkeit von 247 km/h, was seinerzeit einem Super-Sportwagen entsprach. Ein 4-Gang Automatikgetriebe überträgt die gewaltige Kraft des V8 Motors auf die Hinterachse. Groß dimensionierte Trommelbremsen an allen vier Rädern sorgen für einen sicheren Stillstand.

Das Parken am Berg ist speziell

Beim Automatik-Getriebe macht sich das Fehlen einer Parkstellung und eine Handbremse beim Parken am Berg als kleine Herausforderung bemerkbar. Das lösten die Konstrukteure eher pragmatisch und lieferten Keil und Haltepflock gleich mit. Beide Utensilien aus feinstem Gehölz befinden sich im geräumigen Kofferraum. Damit auch das Wegfahren stilvoll klappt und der Fahrer nicht nochmals aussteigen muss, ist der Pflock mit einer Schnur zum Einholen nach dem Anfahren versehen.

Der Facel II vereint wie kein anderes Fahrzeug die Aspekte eines Sportwagens mit dem Komfort einer luxuriösen Limousine. Er galt lange Zeit als schnellstes 4-sitziges Coupé der Welt.

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