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Trabant nT (2009): Warum es der Neo-Trabi nicht in die Serie schaffte

Vergessene Studien: Würde eine Neuauflage des legendären Trabant aus der DDR als Elektroauto funktionieren? Diese Frage sollte 2009 der Trabant nT beantworten

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Wann funktioniert Retro-Design bei Autos am besten? Natürlich dann, wenn das historische Vorbild eine Legende ist. Speziell in den 2000er-Jahren schossen Retromodelle wie Pilze aus dem Boden. Man denke nur an den Fiat 500, den Chevrolet Camaro, Thunderbird und Mustang von Ford, dazu schon seit 1998 der VW New Beetle.

Name: Trabant nT
Premiere: IAA Frankfurt 2009

Technische Daten:

Maße: 3.950 mm Länge, 1.690 mm Breite, 1.500 mm Höhe,
Radstand: 2.450 mm
Sitze: 4+1 (ein Kindersitz hinten Mitte)
Leergewicht: rund 1.050 Kilogramm
Zuladung: 400 Kilogramm
Antrieb: Elektromotor mit 47 kW Leistung plus Lithium-Ionen-Batterie und 1,8 Quadratmeter großes Solardach
Reichweite: etwa 160 Kilometer
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Ladedauer: zirka 8 Stunden (230 Volt), zirka 2 Stunden (380 Volt) 

Hintergrund:

Eine Neuauflage des berühmten Trabant als dem DDR-Kultauto schlechthin hätte da bestens ins Bild gepasst. 2009 sah es ganz danach aus, als auf der IAA in Frankfurt der Trabant nT (das Kürzel steht für "new Trabi") präsentiert wurde.

Werfen wir einen Blick zurück: Im Produktionszeitraum von November 1957 bis April 1991 wurden insgesamt 3.051.385 Fahrzeuge des alten Trabant vom VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau gebaut.

Die Geschichte des Trabant nT begann beim Modellautohersteller, der sich zum 50. Geburtstag des "Trabi" überlegte, wie eine moderne Version aussehen könnte. So entstand Ende 2007 ein Modell im Maßstab 1:10. Vorbild war unübersehbar der Trabant 601 Universal, also die Kombiausführung. In einer Publikumsumfrage ergab sich eine enorme Zustimmung für den Neo-Trabant.

Nun kam IndiKar (Individual Karosseriebau GmbH) aus dem sächsischen Wilkau-Haßlau dazu, um aus dem kleinen Modell ein richtiges Auto zu machen. Dort, in der Nähe des alten Trabant-Werks in Zwickau, entstand mit Hilfe des Designers Nils Poschwatta eine Studie, die schließlich auf der IAA 2009 für Aufsehen sorgte.

Mit 3,95 Meter war der Trabant nT rund 30 Zentimeter länger als das historische Vorbild, mischte aber optisch durchaus gekonnt moderne Elemente mit der Optik von einst. Technisch war der Wagen als Elektroauto konzipiert und sollte rund 160 Kilometer weit mit einer Ladung kommen.

Gespeist wurde er von einer Lithium-Ionen-Batterie, die zwischen Hinterachse und Mitteltunnel untergebracht war. Hinzu kam ein großes Solardach zur Unterstützung der Lüftung und Fremdverbraucher.

Zur Bildergalerie des Trabant nT (29 Fotos) bei Motor1.com Deutschland!

In der damaligen Pressemitteilung hieß es: "Das zukunftsweisende Konzept steht somit für ein sicheres und zuverlässiges Stadt- und Mittelstreckenauto, einen Zweitwagen für Familie und Alltag sowie einen praktischen Helfer für Dienstleister verschiedener Branchen. Damit im Jahr 2012 dieses moderne Auto auf den Straßen unterwegs sein kann, wird nach der IAA die Serienreife des "Trabant nT" angestrebt.

Die Initiatoren sind in der Lage, den Schritt von der Projektentwicklungs- zur Produktionsgesellschaft zu begleiten, und bieten einem geeigneten Investor nun die Einstiegsmöglichkeit in ein spannendes Automobilprojekt mit Zukunftspotenzial." Doch daraus wurde nichts, es fand sich kein potenter Investor für den Trabant nT.

Woran ist der Trabant nT gescheitert? Als Hauptgrund sind natürlich fehlende Investoren und Finanzmittel ursächlich. Aber es kamen weitere Faktoren hinzu: Die Premiere 2009 mitten in der Wirtschaftskrise und die damals teuren Akkus mit mäßiger Reichweite. Das Design des Trabant nT wirkt hingegen auch zehn Jahre später noch nicht veraltetet.

Vielleicht finden sich ja heute Geldgeber, um aus dieser vergessenen Studie ein Serienfahrzeug zu machen. Immerhin eifert so der Trabant nT seinem klassischen Vorbild nach: Auf die Auslieferung eines Trabant 601 mussten DDR-Bürger früher teilweise bis zu 15 Jahre lang warten.

Weitere vergessene Studien:
Vergessene Studien: Skoda Tudor (2002)
Vergessene Studien: Porsche 989

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