• 14.12.2022 10:05

  • von Roland Hildebrandt

Toyota Carina E (1992-1997): Kennen Sie den noch?

Maximal langweilig, aber maximal zuverlässig: Der Carina E war der erste Toyota, der in Europa gebaut wurde - Jetzt wird er 30 Jahre alt

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Man kennt sie. Und irgendwie auch wieder nicht. Die Rede ist nicht von den eigenen Nachbarn, sondern von Autos, die so unauffällig blieben, dass sie heute nur eingefleischte Fans noch kennen. Solche Modelle müssen nicht zwangsläufig Flops gewesen sein, aber sie liefen unter dem Radar des gewöhnlichen Autokäufers. In unregelmäßiger Folge holen wir hier unter dem Titel "Kennen Sie den noch?" solche Old- und Youngtimer aus dem Nebel des Vergessens.

Titel-Bild zur News: Toyota Carina E (1992-1997)

Toyota Carina E (1992-1997) Zoom

Die wahren Helden des Alltags sind meist unauffällig. Egal ob Menschen oder Autos: Jene, die einen stets zuverlässig begleiten und zur Seite stehen, machen nicht viel Aufhebens, was mancher als langweilig empfindet. So etwa beim Toyota Carina E, der vor 30 Jahren auf den Markt kam. Kaum jemand erinnert sich noch an diese Baureihe der Mittelklasse.

Verwunderlich ist das nicht, war doch beim 4,45 Meter langen Carina E der Modellname fast noch das Aufregendste. Design, Innenraum, Fahreigenschaften: Alles okay, aber irgendwie durchschnittlich ohne Highlights. Bis die Carina-Besitzer zum TÜV mussten und dort Konkurrenten wie den Ford Mondeo oder den VW Passat locker abhängten.

Top-Werte in der ADAC-Pannenstatistik

So berichtete die ADAC-Pannenstatistik im Jahr 2001: Nur 9,7 von 1000 Toyota Corolla (untere Mittelklasse), 8,6 von 1000 Toyota Carina und Avensis (Mittelklasse) und lediglich 6,8 von 1000 Toyota Starlet (kleine Klasse) der Jahrgänge 1995, 1996 und 1997 brauchten der Pannenstatistik zufolge Hilfe.


Fotostrecke: Toyota Carina E (1992-1997): Kennen Sie den noch?

Warum eigentlich das E am 1992 vorgestellten Carina der damals schon siebten Generation, intern T19 getauft? Nun, E wie Europa, denn der Carina war speziell für diesen Markt entwickelt worden. Als auf deutschen Fernsehgeräten die legendären Affen "Nichts ist unmöglich" sangen - eröffnete Toyota im englischen Burnaston sein erstes europäisches Werk.

Auf diese Weise sollten durch lokale Fertigung drohende Quotenregelungen für Autoimporte umgangen werden, wodurch Toyota sich mehr und mehr auch zu einem europäischen Hersteller entwickelte. Ende des Jahres 1992 verließ der erste Carina E die Werkshallen. Und bereits im Sommer 1994 lief in Burnaston der 100.000ste Carina vom Band. 80 Prozent aller Teile, darunter die Motoren, stammten aus Europa.

1995 bekam der Carina E ein leichtes Facelift

E hätte aber auch für "Economy" stehen können, denn eines der wenigen besonderen Merkmale des als Limousine, Fließheck und Kombi erhältlichen Carina E waren die Magermix-Benziner mit 1,6 respektive 1,8 Liter Hubraum und 107 (später 99 PS) Leistung. Darüber rangierte ein Zweiliter mit bis zu 175 PS, in Sachen Diesel gab es zunächst einen 73 PS starken Sauger, ab 1996 einen Turbodiesel mit 83 PS.

Im Frühjahr 1995 bekam der Carina E ein leichtes Facelift, kurz darauf testete der ADAC eine Limousine mit 1,8 Liter und 107 PS für 34.880 DM. Teuerster Carina E war seinerzeit übrigens der nur als Fließheck lieferbare GTI mit 158 PS, der in 8,04 Sekunden auf Tempo 100 spurtete. Preis: 48.420 Mark.

Aber zurück zum damals getesteten 1800er: 11,2 Sekunden waren ordentlich, 190 km/h Spitze auch. Dem ADAC gefiel das schon bei 2.600 U/min anliegende maximale Drehmoment von 150 Nm, zudem der niedrige Verbrauch von 7,7 Liter. Ebenso das Fahrwerk ("straff und dennoch komfortabel") und die präzise Servolenkung. Pluspunkte sammelte die reichhaltige Serienausstattung inklusive ABS und Fahrer-Airbag. Zum Vergleich: Ein eher einfacher VW Passat (noch nicht der moderne B5) kostete als CL 2.0 mit 115 PS schon 37.800 DM.

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Und wie steht es heute um den Carina E? Schlecht. Eine Online-Suche ergibt lediglich 27 Fahrzeuge aller Baureihen insgesamt auf dem deutschen Gebrauchtmarkt. Etwa 20 davon sind das E-Modell. Viele gingen ob ihrer Zuverlässigkeit in den letzte Jahren nach Afrika oder Osteuropa. Immerhin: Die letzten Überlebenden hierzulande sind gut in Schuss, sind wenig gelaufen und beginnen bei rund 1.700 Euro. Vielleicht brauchen Sie ja noch einen treuen Freund fürs Leben.

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