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  • 06.04.2022 · 17:04

  • von Roland Hildebrandt

Suzuki Super-Carry/Carry (1981-2005): Kennen Sie den noch?

Gerade einmal 3,23 Meter lang, aber ein üppiger Laderaum: Der Suzuki Super-Carry überzeugte seit den 1980er-Jahren auch hiesige Handwerker

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Man kennt sie. Und irgendwie auch wieder nicht. Die Rede ist nicht von den eigenen Nachbarn, sondern von Autos, die so unauffällig blieben, dass sie heute nur eingefleischte Fans noch kennen. Solche Modelle müssen nicht zwangsläufig Flops gewesen sein, aber sie liefen unter dem Radar des gewöhnlichen Autokäufers. In unregelmäßiger Folge holen wir hier unter dem Titel "Kennen Sie den noch?" solche Old- und Youngtimer aus dem Nebel des Vergessens.

Suzuki Super Carry und Carry (1981-2005)

Suzuki Super Carry und Carry (1981-2005) Zoom

Neue Autos werden immer breiter und länger. Kein Wunder, dass da natürlich die Pressemitteilungen vom größeren Platzangebot schwärmen. Umso sympathischer sind die sogenannten "Kei-Cars" aus Japan. Weil sie gesetzlich nicht länger als 3,40 Meter sein dürfen, entwickeln die Autohersteller eigenwillige Schuhkartons auf Rädern, die aber wie der Honda N-Van Compo bemerkenswert geräumig sind.

In diesem Sektor liegen auch die Ursprünge des hierzulande leider fast vergessenen Suzuki Super-Carry und Carry. Der mikrotastische Transporter startet als Suzulight Carry 1961 in Japan, damals mit einem 359-Kubik-Zweitakter versehen, der es auf 21 PS bringt. Da die Kei-Car-Vorschriften sich über die kommenden Jahrzehnte ändern, wird der Carry etwas größer, bleibt aber auf Kleinstwagen-Niveau.

Extrem kleiner Wendekreis von 8,20 Metern

Ab 1981 ist er unter dem Namen Suzuki Super-Carry auch in Deutschland erhältlich. Für den Export setzt die Marke aus Hamamatsu auf einen Viertakter mit 797 Kubikzentimeter Hubraum. Für Handwerk und Gewerbe erweist sich der Hochdachzwerg mit 1,86 statt 1,65 Meter Höhe als äußerst praktisch.

Bei Familien hingegen sind die Freizeitmodelle wie etwa der Carry California äußerst
beliebt. Legendär wird der nur 1,40 Meter schmale, zierliche Nutzwertriese durch seinen extrem kleinen Wendekreis von nur 8,20 Metern. Punkten kann der Super-Carry (oder Carry in den 1990er-Jahren) auch beim Preis: Zunächst sind es 11.300 DM, später mit mehr Leistung 14.300 respektive 16.300 Mark.


Fotostrecke: Suzuki Super-Carry/Carry (1981-2005): Kennen Sie den noch?

Bei aller Kompaktheit außen muss der Carry natürlich großzügig Platz im Innenraum
bieten, um Familien wie auch Gewerbetreibende zufriedenzustellen. Dank intelligenter
Gestaltung des Innenraums ist der Transport von bis zu 1,80 Meter langen Gegenständen möglich.

112 km/h Höchstgeschwindigkeit

Ausreichende Fahrleistungen liefert der erwähnte Vierzylinder mit 27 kW (37 PS) Leistung, der das 730 kg leichte Fahrzeug immerhin bis auf 112 km/h Höchstgeschwindigkeit beschleunigen kann, 108 km/h sind es beim Hochdach-Carry.

Bis 2002 wird die Leistung maximal 58 kW (79 PS) aus 1.298 ccm betragen. Zwei Schiebetüren und bis zu sechs Sitze machen den Suzuki Carry einzigartig in seiner Klasse. Doch zurück zur Chronologie: 1985 erscheint ein neuer Super-Carry, er wird bis 1991 zum populärsten Vertreter der Mikrobus-Klasse, in der sich auch der Subaru Libero und der Daihatsu Hijet tummeln.

Seine Abmessungen: 3,23 Meter Länge beim Hochdachkombi/Familiy, 3,29 Meter bei Kombi/Kasten. Der Radstand beträgt gerade einmal 1,84 Meter, der 85er Super-Carry steht auf Reifen im Format 155 R 12. Viel wichtiger sind aber die Laderaumlänge von fast 1,90 Meter und die Laderaumhöhe von 1,27 Meter.

33 kW respektive 45 PS leistet der nun 970 Kubik große Vierzylinder, maximal 75 Nm Drehmoment werden bei 3.200 U/min auf die Hinterräder abgegeben. Je nach variante gibt es bis zu fünf Gänge. Spitze? Maximal 113 km/h, aber bei konstant 90 nur 5,2 Liter Verbrauch. Ein Werbeprospekt von 1990 zeigt den Super-Carry ironisch als "City-Brummi" oder "Mini-Laster".

Und wie fährt sich so etwas? Vor vielen Jahren hatte ich mal das Vergnügen einer kurzen Runde. Man hockt auf dem Motor, greift das flach stehende Lenkrad und hofft, alles möge gut gehen. Denn die Beine enden direkt an der vorderen Spritzwand. Knautschzone? Airbags? Nix da!

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Schnell merkt man: Wuslig ist er auch aufgrund des stets präsenten Motors. Aber der hohe Schwerpunkt und die kleinen Reifen mahnen zur Zurückhaltung in Kurven, sofern nicht die über 500 Kilogramm Zuladung ausgeschöpft werden. Überlebt hat bis heute leider fast kein Super-Carry, obwohl Suzuki im Prospekt von serienmäßiger Hohlraumkonservierung sprach.

1999 wechselte der Suzuki Carry auf die Basis des Every IV mit mehr Frontpartie und Leistung. 2005 endete der Import nach Deutschland, in Japan gibt es den Carry hingegen bis heute, die bislang letzte Generation erschien dort 2013. In Indonesien gibt es einen eigenständigen Carry, er ist mit 4,30 Meter fast einen Meter länger als sein japanischer Namensvetter.

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