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  • 04.02.2024 11:09

  • von Adrian Padeanu

Porsche 597 (1953-58): Cayennes militärischer Opa

In den 1950er-Jahren entwickelte Porsche einen schwimmfähigen Geländewagen mit Allradantrieb: Vom Typ 597 Jagdwagen gibt es nur noch etwa 50 Exemplare

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die Zahl "597" mag wie der interne Codename eines Porsche-Sportwagens aus vergangenen Jahren klingen. Doch hinter den drei Ziffern verbirgt sich ein ganz anderes Konzept. Der Porsche Typ 597 "Jagdwagen" war die Antwort des Unternehmens auf eine Ausschreibung der Bundeswehr in deren Gründungspahse nach 1955.

Titel-Bild zur News: Porsche 597 Jagdwagen

Porsche 597 Jagdwagen Zoom

Der 597 entstand in den 1950er Jahren als Entwurf von Porsche für eine Ausschreibung der Bundeswehr. Mit zuschaltbarem Allradantrieb und seiner Wannenkarosserie bestand er nahezu in jedem Terrain - zu Land und zu Wasser. Dennoch wurden nur 71 Exemplare des Geländewagens gebaut.

Bereits im Januar 1955 stellten die Hersteller die ersten Prototypen in Bonn-Hangelar vor, um die Einsatztauglichkeit ihrer Wagen bei der Regierung unter Beweis zu stellen. Der Porsche Jagdwagen stößt auf reges Interesse und wurden in den folgenden Monaten auch an britischen und französischen Truppenstandorten in Deutschland präsentiert. Auf dem Genfer Automobilsalon bekam im März 1955 das Fachpublikum die jüngste Porsche-Entwicklung zu sehen.

Hinter dem einfachen Erscheinungsbild des 597 verbarg sich eine komplexe Technik. Porsche stattete den Wagen mit einer Einzelradaufhängung, Teleskopstoßdämpfern und einem zuschaltbaren Allradantrieb mit Hilfe einer innovativen Vorderachskupplung aus. Der luftgekühlte Motor wurde dahingehend optimiert, dass die Zuverlässigkeit Vorrang vor der Spitzenleistung hatte. Die Kraftübertragung auf die Vorderachse erfolgte über ein fest mit der Karosserie verbundenes Vorderachsdifferenzial, das über Pendelwellen mit den Rädern verbunden war.

Porsche entwickelte den Typ 597 "Jagdwagen" in den nächsten Jahren bis zur Serienreife: In der Version von Ende 1957 hat der Wagen eine stärker abfallende Front und nun auch vier Stahltüren. Trotz erfolgreicher Erprobung durften Goliath und auch Porsche nur 50 weitere Exemplare für Testfahrten an die am 12. November 1955 offiziell gegründete Bundeswehr liefern. Der Großauftrag ging aus finanziellen und arbeitsmarktpolitischen Gründen an die Auto Union in Ingolstadt mit ihrem F91 Munga. Porsche stoppte das Projekt.

Porsche produzierte insgesamt 71 Exemplare. Schätzungsweise 50 Exemplare haben im Laufe der Zeit überlebt, und die meisten der heutigen Besitzer gehören dem vermutlich kleinsten Porsche-Club der Welt an - dem Porsche Jagdwagen Registry e.V. . Es gab nur 49 zivile Fahrzeuge, während die restlichen 22 in militärischer Spezifikation gebaut wurden.


Fotostrecke: Porsche Typ 597 "Jagdwagen"

Da diese Fahrzeuge heutzutage sehr selten sind, ist ihr Wert stark gestiegen. Bei einer Auktion in Monterey vor ein paar Jahren verkaufte RM Sotheby's einen 597 in Militärspezifikation für die stolze Summe von 665.000 Dollar.

Obwohl der 597 technisch gesehen der erste Wagen der Marke Porsche mit Allradantrieb war, hatte Firmengründer Ferdinand Porsche bereits ein halbes Jahrhundert zuvor an einem Fahrzeug mit Allradantrieb gearbeitet. Der vollelektrische Lohner-Porsche von 1900 verfügte über vier Radnabenmotoren und war außerdem das erste Personenfahrzeug mit Vierradbremsen. Im selben Jahr wurde der Semper Vivus (lateinisch: "Für immer lebendig") als erster funktionaler Hybrid der Welt vorgestellt.

Der Semper Vivus hatte einen anderen Aufbau. Es hatte zwei Einzylinder-Verbrennungsmotoren, die als Generatoren fungierten und die Radnabenmotoren sowie eine kleinere Batterie speisten. Die Verbrennungsmotoren arbeiteten unabhängig voneinander und leisteten 2,5 PS. Die maximale Reichweite wurde mit 200 Kilometer angegeben, die Höchstgeschwindigkeit mit 35 km/h, bei einem Gewicht von 1.700 Kilogramm.

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Ein Jahr später wurde der serienreife Lohner-Porsche Mixte mit einem 5,5-Liter-Vierzylinder-Daimler-Motor und einer Leistung von 25 PS vorgestellt. Auch er diente als Generator, indem er ein Paar Radnabenmotoren mit Energie versorgte. Im Vergleich zum Semper Vivus war er dank einer kleineren Batterie rund 500 Kilogramm leichter. Nur sieben Wagen wurden mit Daimler-Motoren gebaut, bevor ab 1903 auf Panhard & Levassor umgestellt wurde.

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