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  • 14.09.2022 · 15:22

  • von Filippo Einaudi, Übersetzung: Roland Hildebrandt

Peugeot 405 (1987-1996): Kennen Sie den noch?

Das Modell der Mittelklasse trat gegen den VW Passat an und wurde bis 2013 auch für andere Märkte produziert - Wir erzählen die Historie

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die beliebtesten Modelle von Peugeot, wie die "kleinen" und kompakten Baureihen 104 bis 108, 204 bis 208 und 305 bis 308, haben im Laufe der Jahre eine gewisse Kontinuität bewiesen. Dies gilt nicht für die Spitzenmodelle, da die Serien 400, 500 und 600 häufig abwechselnd das mittlere und obere Segment abdeckten.

Peugeot 405 (1988)

Peugeot 405 1988 Zoom

Beim 405, der gegen Ende der schwierigen 80er Jahre auf den Markt kam, war dies der Fall: Während er formal die Dynastie fortsetzte, die 1975 mit dem Ausstieg des 404 unterbrochen worden war, löste er in der Praxis den mittelkompakten 305 ab und übernahm das Mittelklasse-Segment. Ungefähr gab es auch den 309 aus der Erbmasse von Talbot, der gegen den VW Golf antrat.

Der Hintergrund

Das Projekt, aus dem der 405 hervorging und das intern als D60 bekannt war, wurde in einer Zeit definiert, die für die Kassen des inzwischen zur PSA-Gruppe gewordenen Konzerns nicht gerade glücklich war.

Nach der Übernahme von Citroen im Jahr 1974 und der europäischen Abteilung von Chrysler mit den Marken Simca und Talbot im Jahr 1978 musste der Konzern eine komplexe Umstrukturierung bewältigen, die aufgrund eines allgemeinen Umsatzrückgangs mit Liquiditätsproblemen verbunden war.

Citroen BX, Peugeot 405 und Renault 21 Wertvolle Synergieeffekte

Im Mittelpunkt stand die Notwendigkeit, die Kosten zu optimieren, was durch die Einführung der gemeinsamen Nutzung von Plattformen erreicht wurde, die im Laufe der Jahre für die Automobilkonzerne alltäglich wurde.

Der D60 wurde daher auf der Grundlage des Citroen BX, dem jüngsten und vielversprechendsten Modell, entwickelt und mit den Vierzylindermotoren der XU-Familie ausgestattet. Der BX erschien bereits 1982, im Jahr darauf der kleine 205, dessen bombastischer Erfolg die Marke Peugeot rettete.

Der von Pininfarina entworfene 405, der im Juli 1987 debütierte, war eine klassische Limousine mit gerader, aber nicht uneleganter Linienführung, einem Radstand von 2,67 Meter und einer maximalen Länge von knapp über 4,40 Meter, die bei der Break-Variante unverändert beibehalten wurde.


Fotostrecke: Peugeot 405 (1987-1996): Kennen Sie den noch?

Letzterer wurde knapp ein Jahr später, im Mai '88, eingeführt und ersetzte die Kombi-Version des 305, womit der Übergang zwischen den beiden Modellen abgeschlossen war.

Zu diesem Zeitpunkt war die Produktpalette des 405, der inzwischen zum Auto des Jahres 1988 gewählt worden war, bereits gegenüber dem Marktstart um zwei Dieselaggregate, einem 1.9 Saugmotor mit 80 PS und dem 1.8 Turbo mit 92 PS, erweitert worden, die zu den fünf bereits verfügbaren Benzinmotoren hinzukamen.

Die Palette reichte vom 1.4 mit 64 PS (kurz nach der Markteinführung) über den 1.6 mit 92 PS bis hin zum 1.9, der in drei Versionen erhältlich war: 107 PS mit Vergaser (später 110), 130 PS mit Einspritzung und 160 PS mit 16V.

Es gab drei Ausstattungsniveaus mit den Bezeichnungen GL, GR und SR, deren Ausstattung sich je nach Motortyp änderte und bei den Einspritzmodellen reichhaltiger wurde. Die Topversion mit 16V und 160 PS erhielt hingegen die Bezeichnung Mi16.

Peugeot 405 Mi16 X4 (1989) Peugeot 405 Mi16 X4 (1989) Die 4x4s

Alle in den ersten Jahren produzierten 405er-Varianten verfügten über ein Schaltgetriebe, eine Automatik war nur für den 1.9 mit 110 PS und Frontantrieb erhältlich.

Gleichzeitig wollte Peugeot aber auch den Allradantrieb nutzen, aus dem der BX 1.9 4x4 und später der GTI hervorgingen. Auf dem Genfer Automobilsalon 1989 wurden daher der 405 GR X4 und der SR X4 vorgestellt, beide mit einem 110 PS starken 1,9-Motor, zu dem kurz darauf der Mi16 X4 mit einem 160-PS-Motor hinzukam.

Peugeot 405 T16 1993 - Vorderwagen Die beiden Umgestaltungen

Nach einer leichten Überarbeitung der Motoren, die 1990 an die Umweltschutzvorschriften angepasst und um einige PS kastriert wurden, erhielt der 405 zwischen 1991 und 1992 zwei umfangreichere Aktualisierungen:

Die erste, leichtere, betraf vor allem den Innenraum mit verschiedenen Details, darunter das Design des Lenkrads und einiger Bedienelemente, und fiel mit der Einführung der Versionen STI (1,9 Einspritzmotor mit 123 PS) und STD (Turbodiesel mit 90 PS) zusammen, die mit elektrischen Ledersitzen, neuen Leichtmetallrädern und anderem Zubehör ausgestattet waren.

Das zweite war das eigentliche Restyling, das vor allem das Heck betraf, wo die Blende zwischen den Leuchten neu gestaltet und die Ladekante abgesenkt wurden, während im Innenraum das Armaturenbrett verändert wurde.

Zu den wichtigsten Änderungen an der Modellpalette gehörte die Einführung der elektronischen Einspritzung bei allen Benzinmotoren, wobei der 1.4 auf 75 PS aufgestockt wurde, während die Vergaserversion des 1.9 direkt durch einen neuen 1.8i mit 101 PS ersetzt wurde, der auf einigen Märkten auch mit Automatikgetriebe angeboten wurde.

Die Version Mi16 erhielt einen neuen 2-Liter-Motor, dessen Leistung jedoch auf 152 PS reduziert wurde, während der 1,8-Turbodiesel auf 1,9 Liter und 92 PS vergrößert wurde.

Die Turbo-Version

Die Leistungsspitze stellte 1992 der 405 Turbo 16 (405 T16) dar, der mit einem 2-Liter-16V-Turbomotor vom Typ XU10J4TE ausgerüstet war.

Dieser hatte einen Garrett-Lader mit verstellbarer Geometrie sowie einen wassergekühlten Ladeluftkühler und eine sequenzielle Magneti-Marelli-AP-Einspritzung. Der 2,0-Liter-Motor leistete 144 kW (196 PS) und kurzzeitig sogar 162 kW (220 PS). Dies wird durch den Turbo-Overboost ermöglicht, welcher den Ladedruck kurzzeitig auf 1,3 Bar erhöht.

Eine Leder-Alcantara-Ausstattung, Wegfahrsperre, permanenter Allradantrieb mit hydraulisch gefederter Hinterachse mit Torsendifferenzial, sowie ein Verteilergetriebe mit Viskosperre waren serienmäßig.

Das Auto hatte einen Neupreis von 60.000 DM. Es wurden 1046 Stück gebaut, 46 davon bekam die Gendarmerie. Lediglich 99 Exemplare wurden nach Deutschland ausgeliefert.

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Im Rennsport setzte man auf einen 405 Turbo 16 als Coupé. Dieses Fahrzeug hatte einen Mittelmotor mit 294 kW (400 PS) und Allradantrieb. Damit nahm Peugeot von 1987 bis 1990 an der Rallye Paris-Dakar teil, außerdem 1988 am Pikes Peak mit einer Aufrüstung auf 441 kW (600 PS).

Allerdings blieb der Turbo 16 nicht lange im Angebot: 95 wurden die Sportversionen Mi16 und T16 sowie einige der Einstiegsversionen aus der Produktion genommen, da die Ablösung durch den neuen 406, der 1995 auf den Markt kam, unmittelbar bevorstand.

Globale Karriere

Obwohl er die Rekordzahlen des 504 (fast 3,6 Millionen Einheiten) nicht erreichte, bleibt der 405 als eine der beliebtesten "globalen" Limousinen von Peugeot in Erinnerung.

Nach dem Ende seiner europäischen Karriere wurde die Produktion in verschiedenen Werken auf der ganzen Welt fortgesetzt, von Ägypten über Argentinien bis zum Iran, wo sie erst 2013 endgültig eingestellt wurde. Insgesamt wurden von Limousinen und Breaks fast zweieinhalb Millionen Stück produziert.

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