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  • 11.07.2022 · 19:01

  • von Roland Hildebrandt

Mitsubishi Colt C10 und C50: Ein Colt für alle Fälle

2023 wird Mitsubishi den beliebten Colt zurückbringen - Bis dahin erinnern wir uns bei einer Fahrt mit den Versionen der 1980er-Jahre an die Historie

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Eigentlich soll unsereiner als Jurymitglied bei GCOTY (German Car of Year) neue Modelle unter die Lupe nehmen. Doch auch Altblech findet seinen Weg zu der Veranstaltung, wie Mitsubishi netterweise gezeigt hat.

Mitsubishi Colt

Mitsubishi Colt Zoom

Gleich drei Generationen des Colt standen bereit, wobei wir den bislang letzten Colt einmal ausblenden. Er lief ab 2004 als technischer Bruder des ersten Smart Forfour vom Band, hielt sich im Gegensatz zu diesem aber bis 2012. (Sogar als optisch fragwürdiges Klappdach-Cabrio CZC, was wir beinahe verdrängt hatten ...) Ein neuer Colt auf Renault-Nissan-Mitsubishi-Konzernplattform soll 2023 erscheinen, hier lässt der Clio grüßen.

Wie auch immer: Zum Comeback eines der bekanntesten Namen von Mitsubishi standen zudem der Colt C10 (1984-1988) und sein Nachfolger C50 (1988-1992) bereit. Wobei das mit dem Namen Colt so eine Sache: Jeder denkt zunächst an den Revolver, doch gemeint ist ein junges Pferd. Zwischen 1962 und 1969 hieß jeder Mitsubishi "Colt", ergänzt um den jeweiligen Hubraum. Und "unser" Colt für Europa hieß in seinem Heimatland Mirage. Alles klar?

Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Februar 1978 wurde der damals neue Colt/Mirage auf dem Genfer Salon gezeigt, ab Dezember gab es ihn dann in Deutschland. Mit 3,79 Meter spielte der drei- und fünftürige Wagen in der Golf-Klasse mit. Optisch gefällig mit einem Hauch von Honda Civic gezeichnet, kam der nicht einmal 900 kg schwere Colt gut an. Vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugte die Kunden.

Die zweite Generation des Colt/Mirage wurde im Oktober 1983 vorgestellt, etwa ein halbes Jahr später auch in Europa. Im Zuge eines kompletten Modellwechsels wurde das eher rundliche Design des Vorgängers durch eine kantigere, aber dennoch aerodymisch optimierte Karosserie ersetzt.

Im Angebot waren wie gehabt drei und fünf Türen, die viertürige Limousine mit Stufenheck lief nun in Europa dezidiert unter dem Namen Lancer. Dort folgte später auch ein Kombi.

Die hervorragende Übersicht ist die Highlight des Colts

Aber zurück zu "meinem" 3,87 Meter langen Colt Dreitürer der intern C10 genannten Baureihe. O-Ton Mitsubishi: "Die Funktionalität des Modells wurde erheblich verbessert, da die großflächige Verglasung dem Fahrer ein besseres Sichtfeld bot." Recht haben sie. Die hervorragende Übersichtlichkeit ist ein Highlight dieses Colt.

Erstmals gab es auch einen Diesel und einen Turbobenziner, doch unter der Haube meines Wagens arbeitet ein braver Benziner mit 70 PS Leistung. Damals noch nicht selbstverständlich war das Fünfgang-Getriebe, welches angenehm durch die Gassen flutscht.


Fotostrecke: Mitsubishi Colt C10 und C50: Ein Colt für alle Fälle

Etwas spleenig sind die Drehregler links und rechts vom Lenkrad für Licht und Scheibenwischer. Doch ansonsten ist der Colt umfangreich-funktional ausgerüstet. Auf dem japanischen Markt gab es sogar LCD-Instrumente.

Motto: "Hochwertige Limousine für den stilbewussten Erwachsenen"

Mit rund 900 Kilogramm Leergewicht reichen die schon erwähnten 70 PS locker aus. Schade eigentlich, dass kaum jemand alte Japaner als Young- und Oldtimer auf dem Schirm hat. Anno 1985 fand der Colt viele Freunde in Deutschland, denn ein 1500 GLX kostete als Dreitürer nur 14.790 DM. Zum Vergleich: Ein nackter VW Golf C 1.6 startete bei 15.525 Mark.

Der dritte Europa-Colt mit dem Zusatz C50 legt im Vergleich zum Vorgänger noch eine Schippe drauf: 3,95 Meter Länge und 1,67 Meter Breite liefern ein großzügigeres Raumgefühl.

Hingegen mutet das Design mit den sichelförmigen Blinkern "japanischer" als beim C10 an. Einen Fünftürer gab es nicht mehr, diese Rolle übernahm der Lancer mit Fließheck. Apropos Lancer ... wie der Colt/Mirage C50 wurde auch er 1988 vorgestellt. Motto laut Mitsubishi: "hochwertige Limousine für den stilbewussten Erwachsenen".

Innen erweist sich der C50 als deutlich aufgeräumter als das alte Modell. Nach über 30 Jahren fühlt sich alles nicht an: Leichtgängigkeit in jeder Hinsicht auch dank nunmehr serienmäßiger Servolenkung, zudem eine überraschend präzise Schaltung.

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Unter der Haube steckt der ab 1990 angebotene 12-Ventiler mit 1,5 Liter Hubraum und 90 PS. 126 Nm maximales Drehmoment sorgen für nicht mal unflotten Vortrieb, da der Wagen von heutiger Fettleibigkeit verschont blieb. Lust auf einen alten Colt bekommen? Tja, erst einmal einen finden. Auch mangels Angebot sind hier die Zeiten von 500-Euro-Schnäppchen leider vorbei. Aber in Colt aufgewogen wird der kompakte Japaner auch nicht.

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