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  • 30.11.2020 · 10:19

  • von Kay MacKenneth

Mercedes Flügeltürer - eine meisterliche Restaurierung

Der britische Oldtimer-Spezialist Thornley Kelham hat ein neues Meisterwerk vollbracht: Die vollständige Restaurierung eines seltenen Mercedes 300SL

(Motorsport-Total.com/Classic-Car.TV) - Die Anweisung des Besitzers an das Team von Thornley Kelham war einfach: Er sollte historisch perfekt sein - aber bloß nicht in Silber lackiert ...

Thornley Kelham: Resaturation Mercedes Gullwing

Mercedes Flügeltürer: Alles, bloß nicht Silber! Zoom

Der 300SL war das Ergebnis der Entscheidung von Mercedes-Benz, 1952 einen Sport-Rennwagen zu entwickeln. Unter Verwendung des Motors, des Getriebes, der Aufhängung und der Lenkung der bestehenden 300er Luxuslimousine wurde er um einen innovativen neuen Fahrgestellrahmen herum gebaut und mit einer der schönsten Karosserien verkleidet, die je geschaffen wurden. Das Ergebnis war der neue 300 Sport Leicht oder SL, der wegen seiner nach oben öffnenden Türen informell als "Flügeltürer" bezeichnet wird.

Dieser spezielle Mercedes-Benz 300SL Flügeltürer aus dem Jahr 1957 kam in Thornley Kelhams Hauptquartier in den Cotswolds an, nachdem er in seinen Anfängen in Frankreich stand und seit 1981 in Großbritannien ansässig war. Seine frühe Geschichte ist nicht allzu gut dokumentiert, aber eine 1971 bei der Übergabe des Wagens durchgeführte Inspektion ergab, dass er sich "in perfektem Zustand" befand.

Roadster? Eher nicht ...


Mercedes Flügeltürer - eine meisterliche Restaurierung

Sofort bei der Ankunft für das Thornley Kelham-Team waren die Roadster-Scheinwerfer und -Rückleuchten, mit denen dieses Coupé ausgestattet war, auffällig. Im Jahr 1957 konzentrierte sich Mercedes vor allem auf den Bau von Roadstern, und es bestand der Verdacht, dass es sich bei diesem Auto um eine spezielle Hybrid-Kommission gehandelt haben könnte.

Eine gründliche Inspektion des Wagens brachte jedoch einen eher banalen Grund zum Vorschein: Unfallbeschädigungen an Front und Heck hatten dazu geführt, dass der Wagen mit Roadster-Teilen wieder aufgebaut wurde.

Glücklicherweise befand sich das Rohrchassis in gutem Zustand, aber die jahrelange Abnutzung bedeutete, dass viele der Mechaniken des Flügeltürers, einschließlich seines 3,0-Liter-Reihensechszylindermotors, erneuert werden mussten. Das hauseigene Motorenbauteam von Thornley Kelham machte sich daran, den Antriebsstrang des Gullwing zu reinigen, von Grund auf neu zu konstruieren oder Teile davon auszutauschen, um sicherzustellen, dass er auch in den kommenden Jahren zuverlässig und mit optimaler Leistung läuft.

Herausforderungen an jeder Ecke

Neben der Restaurierung der gesamten Mechanik war das Team auch in der Lage, mit der Lackierung und dem Trimmen des Autos nach den Spezifikationen des Kunden zu beginnen. Um nicht noch einen "weiteren silbernen Flügeltürer" zu haben, entschied sich der Besitzer für einen auffallenden Farbton des zeitgemäßen Horizon Blue mit einem Interieur, das mit einer blaukarierten Kunstleder-Option veredelt wurde.

Doch die Perfektionierung des Finishs bedeutete Herausforderungen an jeder Ecke; die komplexen Türen erfordern stundenlange, sorgfältige Einstellarbeiten, und die "Augenbrauen" über dem Radkasten waren ein besonders heikler Vorgang. Später hatte der Gullwings ein fast unsichtbar anderes Augenbrauen-Design als frühere Autos, und es war entscheidend, es richtig hinzubekommen.

Das Team von Thornley Kelham wurde beauftragt, eine große Anzahl von Originalteilen zu beschaffen, darunter so schwer zu findende Dinge wie die Innenbeleuchtung. Insgesamt umfasste allein der Kauf von Teilen mehr als sechsstellige Ausgaben. Zwei Teile, die nicht benötigt wurden, waren jedoch die Stoßstangen - der Kunde wollte darauf verzichten und zog die Optik eines Flügeltürers ohne Stoßstangen vor.

Das Ergebnis kann man in einem Wort ausdrücken - perfekt!

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