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  • 18.03.2023 09:41

  • von Roland Hildebrandt

Citroën Xantia (1993-2001): Klassiker der Zukunft?

Vor 30 Jahren erschien der Citroën Xantia als eines der letzten Modelle der Marke mit der legendären Hydropneumatik: Wir blicken zurück

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Unsere geschätzten Leser haben bestimmt schon einmal die Rubrik "Kennen Sie den noch?" studiert. Dort stellen wir Autos von früher vor, die inzwischen fast vergessen sind. Doch was ist mit den Modellen, die durchaus noch zahlreich im Straßenverkehr umherfahren? Jene Typen, die jeder kennt, die schon deutlich über 20 Jahre, teilweise aber auch viel weniger auf dem Buckel haben.

Titel-Bild zur News: Citroen Xantia

Citroen Xantia Zoom

Werden sie einmal Oldtimer? Das birgt Zündstoff für kontroverse Diskussionen. Einige dieser Modelle wollen wir in unserer Reihe "Klassiker der Zukunft?" vorstellen.

Vor 30 Jahren begann eine neue Zeitrechnung bei Citroën: Der Xantia war das erste Auto er Marke mit einem richtigen Namen statt eines Zwei-Buchstaben-Kürzels mit X. Gänzlich neu war die Bezeichnung nicht, schon 1986 zeigte man ein "Xanthia Concept", bei dem es sich aber um einen Speedster auf AX-Basis handelte.

Ganz so aufregend war sein Fast-Namensvetter war die 4,44 Meter lange Limousine auf dem Genfer Autosalon im März 1993 nicht. Daniel Abramson vom hauseigenen Designzentrum hatte den Nachfolger des Citroën BX auf Basis eines Betone-Vorschlags recht sachlich gestaltet. Vorne gab es Parallelen zum XM, hinten griff trotz Stufenheck-Optik eine große Heckklappe eine Idee des ersten Seat Toledo und des Daihatsu Applause auf. Ab Spätsommer 1995 erweiterte der Kombi namens Xantia Break das Modellprogramm.

Der Xantia war einer der letzten Citroën mit der berühmten Hydropneumatik an Bord und zwar in unterschiedlichen Abwandlungen. Hydractive II hieß das elektronisch gesteuertes hydropneumatische Federungssystem der Topversionen.

Die herkömmliche hydropneumatische Federung wurde hier um eine zusätzliche Kugel pro Achse erweitert, die über die Magnetventile des normalen Kreislaufs mit einer Kugel pro Federungszylinder aktiviert werden konnte. Jede Achse verfügte über eine zusätzliche Federkugel, die bei Kurvenfahrt, Beschleunigung oder Verzögerung abgeschaltet werden konnte, um die Federung zu straffen. Die kinematisch mitlenkende Hinterachse des Citroën Xantia war bereits vom Citroën ZX bekannt.

Ab 1993 gab es ihn in Deutschland

Während seiner neunjährigen Produktionszeit erlebte der Xantia zahlreiche Weiterentwicklungen. Zunächst gab es ihn in zwei Ausstattungsvarianten (SX und VSX) mit drei verschiedenen Motorisierungen von 101 bis 152 PS. Im Juli 1993 wurde der Xantia in Deutschland eingeführt, ungefähr zur gleichen Zeit ergänzten zwei Diesel mit 69 PS (Sauger) und 92 PS (Turbo) das Angebot.


Fotostrecke: Citroën Xantia (1993-2001): Klassiker der Zukunft?

1994 wurde die Version Activa auf den Markt gebracht, die das Hydractive II-System übernahm und durch zwei Hydraulikzylinder ergänzte, die verhindern sollten, dass die Wankneigung 0,5 Grad überschreitet, wodurch die Anzahl der an Bord befindlichen Stickstoff-Gas-Kugeln auf 10 erhöht wurde. Hinzu kamen spezielle Reifen in Zusammenarbeit mit Michelin.

Seit Anfang 1997 war ein 3,0-Liter-V6 mit 190 PS Leistung der Topmotor im Xantia und kam gerne im Activa zum Einatz. Ende 1997 erfolgte eine große Modellpflege beim Xantia. Dieses Facelift trägt die Bezeichnung X2. Äußere Kennzeichen waren stärker gerundete Stoßfänger vorne und hinten sowie eine neue Front mit anderen Scheinwerfern und Integration des Kühlergrills in die Motorhaube. Der obere Teil der Rückleuchten ist weiß statt schwarz oder leicht rosa.

1998 Debüt der HDi-Motoren

Statt zwei unterschiedlich breiten Fronten (je nach Motorisierung) gab es nur noch eine Front. Weitere Änderungen waren vor allem strukturelle Verstärkungen der Karosserie, auch in den Türen, und Seitenairbags in den Rückenlehnen der Vordersitze.

Citroen Xantia

Citroen Xantia Zoom

Im Innenraum wurden das Armaturenbrett und das Lenkrad wulstiger mit stärker abgerundeten Knöpfen gestaltet. Gleichzeitig wanderte der Hupenknopf vom Blinkerhebel ins Lenkrad. Das Handschuhfach wurde vergrößert und die Versionen ohne Beifahrerairbag erhielten ein zweites Handschuhfach. Außerdem gab es statt drei verschiedenen Werksradios von Blaupunkt nur noch ein Modell von Clarion.

Für hohe Aufmerksamkeit sorgten ab 1998 die beiden neuen HDi-Motoren. Die Dieselmotoren mit Hochdruck-Direkteinspritzung verfügten über 90 PS beziehungsweise 109 PS aus jeweils 2,0 Liter Hubraum.

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Zwischen 1993 und 2001 wurden insgesamt 1.124.526 Fahrzeuge des Xantia
produziert, rund 150.000 Einheiten davon entfielen auf die Kombi-Variante. Der Citroën Xantia Activa wurde zwischen 1995 und 2001 über 18.000 Mal produziert. In Deutschland wurden insgesamt 70.622 Einheiten des Xantia verkauft.

Doch 2001 war noch nicht ganz Schluss für den Xantia: Im Iran baute SAPIA ihn noch bis 2010 weiter. Insgesamt nennt Citroën eine Zahl von 1.326.259 Exemplaren in 17 Jahrem die größtenteils im französischen Werk Rennes-la-Janais produziert wurden. Aber auch die Zahl 1.528.800 findet sich auf der Klassiker-Seite des Unternehmens.

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