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  • 06.12.2021 · 11:30

  • von Roland Hildebrandt

Busse All-Terrain Wagon: Schwimmwagen mit Käfer-Motor

Kennen Sie den Busse All-Terrain Wagon? Zugegeben, wir bislang auch nicht: Der 6x6-Schwimmwagen aus den USA hatte einen VW-Käfer-Motor

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Vermutlich wäre es leichter zu sagen, in welchen Motorfahrzeugen KEIN VW-Käfer-Motor zum Einsatz kam. Der millionenfach gebaute Boxer trieb die kuriosesten Dinge an, darunter auch Schwimmwagen. Na klar, werden die VW-Kenner jetzt sagen, schon im Zweiten Weltkrieg kam ein Schwimmwagen alias Typ 166 zum Einsatz.

Busse All-Terrain Wagon Zoom

Doch auch danach blieb die Idee eines Zwitters aus Auto und Boot in den Köpfen so mancher Erfinder präsent. Das erste "All-Terrain-Vehicle" wurde 1959 von einem Kanadier erfunden, der zwei Kettensägenmotoren als Antrieb verwendete. Um jede Art von Gelände zu bezwingen, verwendete das ATV sechs Räder mit Niederdruck-Ballonreifen, die sowohl für Auftrieb als auch für Traktion sorgten. Obwohl das Design nicht profitabel war, erwies es sich als sehr beliebt und löste jahrzehntelange Innovationen und Begeisterung für ATVs aus.

In den 1960er- und frühen 1970er-Jahren begannen Konstrukteure und Tüftler aus ganz Nordamerika, diesem Beispiel zu folgen und ihre eigenen 6x6-ATVs zu bauen. In den USA entstand die erste ATV-Rennstrecke, der Pine Lake Raceway, und ATVs wurden sowohl bei Rennen als auch in der Freizeit immer beliebter. Im August 1970 zählte eine Zeitschrift mehr als 60 Modelle, die entweder zum Verkauf standen oder sich in der Entwicklung befanden - darunter eines mit einer einzigartigen Verbindung zu Volkswagen.

Der Busse All-Terrain Wagon, ein von der Busse SJI Corp. entwickeltes 6x6-ATV aus Aluminium, hob sich von anderen ATVs jener Zeit ab. Während viele andere kleine Zweitaktmotoren verwendeten, wurde der Busse von dem luftgekühlten 1,6-Liter-Boxermotor mit 60 PS angetrieben, der auch im Käfer der damaligen Ära verwendet wurde. Das halbautomatische 3-Gang-Getriebe und der Drehmomentwandler von Volkswagen waren ebenfalls dafür verantwortlich, die Kraft auf den Boden zu bringen.

Für ATV-Verhältnisse war der Busse ein Panzer unter den Spielzeugen, mit einer Aluminiumkarosserie anstelle des typischen Fiberglases und einer Nutzlast von 1.500 Pfund. Mit einer Länge von 3,20 Meter, einer Breite von 1,65 Meter und einem Gewicht von rund 770 Kilogramm war der Busse mit hydraulischen Scheibenbremsen, 26x12-Zoll-Reifen, einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zu Lande und knapp 16 km/h im Wasser und der Fähigkeit, Steigungen von 45 Grad zu überwinden, ausgestattet. Bei Bedarf konnten die Besitzer auch Schneeketten anbringen.

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Bei all seinen Fähigkeiten war der Busse mit einem stolzen Preis von damals 4.875 US-Dollar weitaus teurer als andere ATVs zu dieser Zeit. Zum Vergleich: Eine Limousine vom Typ Chevrolet Impala lag seinerzeit um 3.000 Dollar.

Der in Randolph, Wisconsin, gebaute Busse wurde in Übersee als potenzielles Militärfahrzeug gehandelt, aber ein Vertrag kam nie zustande, und die Kosten sorgten für eine nur kurze Kleinserienproduktion. Heute sind nur noch wenige Busse ATWs mit Volkswagen-Antrieb bekannt, aber ihr Geist lebt in sechsrädrigen ATVs weiter.

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