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  • 03.12.2021 · 12:23

  • von Manuel Lehbrink

BMW M1: Eine Legende seit 40 Jahren im Ruhestand

Nach dem Debüt des fragwürdigen Concept XM blicken wir zurück auf das letzte eigenständige M-Modell - den BMW M1, der von 1978 bis 1981 gebaut wurde

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die BMW M GmbH - 1972 unter dem Namen BMW Motorsport GmbH als Tochterunternehmen von BMW gegründet - kündigt genau 40 Jahre nach dem Produktionsstopp des legendären M1 wieder ein eigenständiges Modell an, das Ende 2022 als 750 PS starkes PHEV-Performance-SUV namens XM auf den Markt kommen soll.

BMW M1 (1978-1981)

BMW M1 (1978-1981) Zoom

Leider fällt das Resultat in Gestalt einer seriennahen Studie optisch sehr kontrovers aus. Was ist nur passiert? Richten wir deshalb den Blick zurück auf den großartigen M1. Weg von dem neuen BMW M-Modell, das wie ein Citroën der 90er heißt ...

Es war das Jahr 1972, als BMW einen Prototyp mit der Bezeichnung BMW Turbo präsentierte. Dieses Fahrzeug, mit Flügeltüren und Vierzylinder-Mittelmotor ausgestattet, war nie für eine Produktion vorgesehen, sondern diente als Designstudie und Technologieträger. Die auffällige Form mit den Flügeltüren machten den von Paul Bracq gestalteten BMW Turbo aber neben dem Mercedes C 111 zum Traumwagen der 1970er-Jahre.

Design von Giorgio Giugiaro

Schließlich wurde aus der Turbo-Grundidee der endgültige M1. Die formale Gestaltung übernahm Giorgio Giugiaro, der erst wenige Jahre zuvor durch das Design des ersten VW Golf bekannt wurde. Der Italiener schuf aus der eher rund gezeichneten Basis des BMW Turbo das kantige Profil des späteren M1.

Im Herbst 1978 konnte das Publikum dann auf dem Pariser Automobilsalon den BMW M1 erstmals bewundern. Die Modellbezeichnung sollte zum Ausdruck bringen, dass es sich um das erste Auto der BMW Motorsport GmbH handelte.


Fotostrecke: BMW M1: Eine Legende seit 40 Jahren im Ruhestand

Er war 1,14 Meter hoch, 277 PS stark und lief über 260 km/h Spitze. Die Messebesucher waren 1978 von dem schnellsten Straßensportwagen eines deutschen Herstellers begeistert: "Vor dem neuen BMW-Mittelmotor-Sportwagen ballte sich das Publikum in dichten Haufen", schrieb die Presse. Billig war der neue Flitzer allerdings nicht: Für den Preis von exakt 100.000 Mark bekam man 1978 auch vier BMW 323i mit Extras.

Anbauteile aus dem normalen Pkw-Programm

Die Karosserie des M1 baute auf einem Gitterrohrrahmen auf. Anbauteile wurden teilweise aus dem normalen Pkw-Programm von BMW entnommen. Die Rückleuchten kommen Ihnen bekannt vor? Das liegt daran, dass diese Leuchteinheiten auch beim damaligen BMW 6er zum Einsatz kamen. Im Maschinenraum arbeitete ein 3,5-Liter-Reihensechszylinder, der längs hinter den Sitzen in Mittelmotor-Position verbaut wurde und die Hinterräder antrieb.

BMW M1 Procar

BMW M1 Procar Zoom

Die ursprünglich geplante Montage des Wagens bei Lamborghini scheiterte, weil die Firma finanzielle Probleme hatte. Der Auftrag ging stattdessen an den Karosseriespezialisten Baur in Stuttgart. Damit begann ein Puzzlespiel der besonderen Art: Der Gitterrohrrahmen entstand bei Marchesi, die glasfaserverstärkte Kunststoffkarosserie bei T.I.R. Beide Firmen waren in Modena ansässig. Giugiaros Firma Italdesign baute beides zusammen und sorgte für die Innenausstattung. Das Auto kam dann nach Stuttgart, wo Baur die gesamte Mechanik einbaute.

Die Rennversion des M1 wirkte durch den großflächigen Einsatz von Spoilern deutlich aggressiver als das Serien-Pendant. Das Reglement für die Gruppe 4 sah Fahrzeuge vor, von denen mindestens 400 Exemplare in 24 aufeinander folgenden Monaten gebaut werden mussten. Dies war der eigentliche Antrieb zum Bau des Serien-M1 gewesen.

Eigene Rennserie für den BMW M1

Um den M1 schneller auf die Piste zu bekommen, hob der damalige BMW Motorsport GmbH-Chef, Jochen Neerpasch, gemeinsam mit Bernie Ecclestone und Max Mosley die Procar-Serie aus der Taufe. Somit wurde die 400-Fahrzeug-Marke eigentlich überflüssig.

1981 war nach nur drei Jahren Schluss für den M1. Gebaut wurden 445 Exemplare, 399 als Straßensportwagen und 46 Procar-Rennwagen. Das Herzstück des M1, der M88-Motor, kam hingegen noch zu weiteren Ehren: Ab 1984 waren das BMW M635i Coupé und der erste BMW M5 mit dem auf 286 PS erstarkten Aggregat erhältlich. Für Südafrika wurde sogar in knapp 200 Exemplaren der M745i mit M1-Motor gefertigt.

Mehr M1 und etwas Namenskunde:

Im BMW M1 durch München: M1ami Weiss
XM: Da war doch mal was? Ein Rückblick

Weitere eigenständige M-Modelle blieben dann aber aus und man konzentrierte sich in dem Tochterunternehmen die kommenden 40 Jahre in puncto Straßenfahrzeuge nur noch darauf, Serienmodelle von BMW schneller und sportlicher zu machen.

2008 gab es anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des M1 allerdings einen Funken der Hoffnung für alle Fans des ab diesem Zeitpunkt H-Kennzeichen-fähigen Sportwagens: der M1 Hommage. Diese Studie sollte Appetit auf eine moderne Neuauflage des M1 machen. Was daraus wurde? Nichts!

Und jetzt? Jetzt soll der XM das nächste reinrassige M-Modell werden. Ein SUV, kein Sportwagen. Viele Ähnlichkeiten darf man mit dem M1 von damals also nicht erwarten. Lediglich die beiden BMW-Logos auf der Heckscheibe schaffen irgendwie einen Bezug in die späten 1970er und frühen 1980er Jahre. Was BMW M am Ende aus der Designstudie macht, ist aber noch nicht gänzlich bekannt. Laut Automotive News soll das Design des Serienmodells aber zu 90 Prozent dem des Konzepts entsprechen. Ohje ...

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