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  • 17.05.2020 · 08:26

  • von Stefan Leichsenring

ARVW (1980): Der aerodynamischste Volkswagen, der je gebaut wurde

Der "Aerodynamic Research Volkswagen" (ARVW) von 1980 zeigte, dass ausgefeilte Aerodynamik und Leichtbau ein extremes Tempo ermöglichen

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die Aerodynamik spielt in jedem modernen Fahrzeug eine Schlüsselrolle. Denn je weniger Luftwiderstand ein Fahrzeug erzeugt, desto weniger Energie verbraucht es und desto leiser bewegt es sich.

Im Laufe der Jahre haben Automobilhersteller mit extremen Fahrzeugformen experimentiert, um den cW-Wert zu senken und die Stirnfläche zu verkleinern. Doch nur wenige Autos waren radikaler als der Aerodynamik-Forschungs-Volkswagen (ARVW) von 1980. Der einsitzige Wagen ist nach wie vor das aerodynamischste Fahrzeug ist, das je von VW gebaut wurde. Wir erinnern an dieses bemerkenswerte Fahrzeug aus der VW-Historie.

Die Ölkrise der 70er-Jahre sorgte dafür, dass dem Thema Spritverbrauch mehr Bedeutung beigemessen wurde. Doch der ARVW war kein Spritsparauto. Er sollte zeigen, wie eine optimierte Aerodynamik und Leichtbau hohe Geschwindigkeiten ermöglichen, auch wenn der Motor keine Supersport-Qualitäten hat.

Mit 177 PS auf Tempo 362

Die erste Herausforderung für die VW-Ingenieure bestand darin, Fahrer, Antriebsstrang und vier Räder in eine Karosserie mit minimaler Stirnfläche zu pressen. Das Ergebnis war eine Höhe von nur 83 Zentimeter und eine Breite von 1,10 Meter.

Name: ARVW
Motor: 2,4-Liter-Turbo-Sechszylinder mit 177 PS
Stirnfläche: 0,91 Quadratmeter
cW-Wert: 0,15
Spitze: 362 km/h

Außerdem wurde die Karosserie so windschlüpfig wie irgend möglich gestaltet. Das Ergebnis waren geschlossene Radkästen und ein glatter Unterboden. Bewegliche Finnen tragen dazu bei, das Fahrzeug bei hohen Geschwindigkeiten stabil zu halten.

Die Konstruktion bestand aus einem Aluminiumrahmen, der eine Karosserie aus Glasfasern und Carbon trug.. Die Kraft kam von einem 2,4-Liter-Reihensechszylinder mit Turbolader, der 177 PS brachte. Der direkt hinter dem Fahrer angeordnete Motor trieb die Hinterräder über einen Kettenantrieb an.

Wasser wurde in den Einlass des Turboladers eingespritzt. So waren nur wenige Kühlluftöffnungen nötig. Die größte von ihnen befand sich in der Nase; von dort strömte die Luft ungehindert über den Kühler und trat oben am Fahrzeug wieder aus.

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Im Endeffekt konnten die Konstrukteure einen cW-Wert von 0,15 vorweisen, eine Zahl, die von keinem Serienfahrzeug erreicht wird. Im Oktober 1980 sollte der Wagen auf die Strecke im italienischen Nardò zeigen, was möglich war. Dabei erreichte der ARVW 362 km/h und stellte zwei Geschwindigkeitsweltrekorde auf.

Später zeigte der XL1 von 2011, dass Aerodynamik und Leichtbau nicht nur zu absurd hohen Geschwindigkeitswerten führen können, sondern auch für mehr Sparsamkeit sorgen. Insofern ist der XL1 wohl das zeitgemäßere Auto, auch wenn er vielleicht weniger faszinierend ist als der ARVW von vor 40 Jahren.

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