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  • 03.07.2022 · 13:22

  • von Manuel Lehbrink

50 Jahre Volkswagen SP (1972-1976): Kennen Sie den noch?

Einst als schönster Volkswagen der Welt betitelt wird das Sportcoupé aus Brasilien jetzt 50 Jahre alt - Wir blicken zurück auf die Entstehungsgeschichte

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Auch wenn er es - zumindest offiziell - nie nach Europa geschafft hat, so dürfte der von 1972 bis 1976 in Brasilien gebaute VW SP irgendwie ein Begriff sein. Schließlich war das Echo bei der Premiere weltweit so groß, dass er zeitweise sogar als der schönste Volkswagen betitelt wurde. Jetzt wird das Sportcoupé 50 Jahre alt und wir wollen dieses Jubiläum nutzen, um zurückzublicken ...

Volkswagen SP 50-jähriges Jubiläum

Volkswagen SP 50-jähriges Jubiläum Zoom

Der VW SP ist eigentlich aus der Not heraus entstanden. Denn in den 1970er-Jahren war der Import von Luxusgütern oder sportlichen Autos nach Brasilien verboten.

Man musste also selbst tätig werden und nachdem Rudolf Wilhelm Karl Leiding am 1. März 1968 die Leitung von Volkswagen do Brasil in São Bernardo do Campo übernommen hatte, startete er im Jahr 1970 unter "Projekt X" den Versuch, mit einem Sportwagen das biedere VW-Bild in Brasilien aufzupolieren.

Die Bedeutung des "SP" nach wie vor unklar

Das Designteam von Leiding bestand aus Márcio Lima Piancastelli und José Vicente Novita, der leitende Ingenieur war anfänglich Dr. Paulo Iványi, später dann Wilhelm Schmiemann. Nach nur einem Jahr Entwicklungszeit zeigte man dann am 24. März 1971 auf der deutschen Industriemesse in São Paulo das Ergebnis der Arbeit.

Wann genau der Name "SP" entstand, ist nicht überliefert. Und auch die Bedeutung ist nicht eindeutig geklärt. Das Kürzel soll wohl für São Paulo stehen. Andere Quellen meinen, es könnte "Special Project", "Sport Prototype", "Special Performance" oder "SPort-Car" bedeuten.

Der Serien-SP baute auf dem brasilianischen VW 1600 Variant auf. Die Vorderachse stammte vom VW Käfer. Er wurde in zwei Ausführungen gebaut - als SP1 und als SP2. Der SP1 war dabei etwas dürftiger ausgestattet als der SP2.

Konsole und Mittelkonsole aus einem Stück gefertigt

Gemein hatten beide Modelle aber den raffinierten Innenraum, die gute Verarbeitung und die Verbesserungen im Vergleich zu den anderen VW-Fahrzeugen. Der SP bot exklusive Sitze, außerdem waren die Konsole und die Mittelkonsole aus einem Stück gefertigt.


Fotostrecke: 50 Jahre Volkswagen SP (1972-1976): Kennen Sie den noch?

Die für die damalige Zeit fortschrittliche Instrumententafel verfügte über eine Öltemperaturanzeige, ein Amperemeter und eine Uhr. In den Fond-Kofferraum passten 205 Liter Gepäck, unter der vorderen Klappe konnten 140 Liter verstaut werden.

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Bei den Antrieben unterschieden sich SP1 und SP2 aber signifikanter. Während der SP1 mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Boxermotor mit 54 PS und 110 Nm Drehmoment ausgestattet war, brachte es die ebenfalls luftgekühlte 1,7-Liter-Maschine im SP2 zumindest auf 65 PS und 121 Nm Drehmoment.

Üppig war das nicht. Selbst bei einem Leergewicht von gerade einmal rund 900 kg. 15 beziehungsweise 16 Sekunden dauerte der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 149 oder 161 km/h.

SP1 nach 84 Exemplaren wieder eingestellt

Der SP1 wurde aufgrund des Leistungsmangels und der dadurch extrem geringen Nachfrage bereits 1974 nach nur 84 verkauften Exemplaren wieder eingestellt.

Der SP2 schwächelte zwar auch noch gegenüber der Konkurrenz, trotzdem konnte VW bis 1976 etwas mehr als 10.000 Einheiten absetzen - obwohl der Preis von damals umgerechnet rund 16.000 DM ziemlich happig war. 680 SP2 wurden übrigens exportiert. Wie eingangs erwähnt offiziell nicht nach Europa. Trotzdem steht ein Exemplar im VW Museum in Wolfsburg. Oder im Automuseum Braunschweig.

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