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VLN-Unfall am Flugplatz: BMW-Fahrer rastet aus

Ausraster mit Kultpotenzial: Ein Fan-Video zeigt, wie ein BMW-Privatfahrer Dominik Baumann nach einem Unfall die Meinung geigt - Timo Scheider zeigt Verständnis

(Motorsport-Total.com) - Überrundungen sind in der VLN fester Bestandteil des Rennens, doch nicht immer geht es gut: Beim Saisonauftakt der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring kam es im Streckenabschnitt Flugplatz zu einem Unfall, der drei Fahrzeuge aus dem Rennen riss: Den HTP-Mercedes #46 (Bastian/Hohenadel/Baumann), den Schnitzer-BMW #43 (Farfus/da Costa/Scheider/Tomczyk) und den Frikadelli-BMW M235i Racing #672 (Leyherr/Abbott). (Zu einem Fan-Video des Ausrasters)

Thomas Leyherr, Hunter Abbott

Thomas Leyherrs Ausraster wird die VLN-Fangemeinde noch länger beschäftigen Zoom

In einem Fan-Video ist zu sehen, wie Thomas Leyherr, Fahrer des BMW M235i Racing, richtig ausrastet und Dominik Baumann wild beschimpft. Timo Scheider, der als Unbeteiligter bei seinem ersten Nordschleifeneinsatz für BMW ebenfalls in den Unfall mit hineingerissen wurde, erzählt gegenüber 'Motorsport-Total.com', was passiert ist: "Baumann hatte gehofft, dass er vor dem zweiten Rechtsknick innen daneben fahren kann. Dann hat er aber gemerkt, dass da zu wenig Platz ist, und sah sich gezwungen, innen über den Randstein und die Wiese auszuweichen. Das bringt natürlich bei der Geschwindigkeit an der Stelle Unruhe ins Auto."

Es kam, was kommen musste: Der Mercedes AMG GT3 und der BMW M235i Racing kollidierten miteinander, Scheider wurde mit in den Unfall verwickelt. "Beide haben sich erst nach links weggedreht, deshalb habe ich versucht, rechts vorbeizufahren", so der (man muss sich noch umgewöhnen) BMW-Werksfahrer. "Dann ist aber das Auto von Baumann irgendwie wieder nach innen gerutscht und hat mich getroffen. Das hat mich in den 235er geschoben."

Hintergründe des Ausrasters


Video des VLN-Crashs

Die anschließenden Szenen zollten den Fans zahlreiche Schmunzler ab: Leyherr stürmt völlig aufgebracht auf den Mercedes von Baumann zu, tritt mehrfach ins teure Carbon, reißt die Tür auf, wirft einige Beschimpfungen ins Cockpit, wirft sie volles Rohr wieder zu. Auf dem Rückweg hat er sich noch immer nicht eingekriegt; er dreht sich nochmal um, deutet an, den Helm durch die Windschutzscheibe zu feuern, winkt nochmals verärgert und begibt sich schließlich dann in Richtung Leitplanke. "Er war schon am Gestikulieren, als er sich noch gedreht hat", grinst Scheider.


BMW-Privatier geigt Mercedes-Werksfahrer die Meinung

Allerdings hat der Ärger einen ernsthaften Hintergrund: Privatfahrer bleiben, selbst wenn sie an einem Unfall keine Schuld tragen, auf dem Schaden sitzen. Auch Rennautoversicherungen verlangen normalerweise hohe Selbstbeteiligungen. Scheider fühlt mit seinem Fahrerkollegen: "Im LKW hat er mir seine ganze Geschichte erzählt: Da spart man sich mühsam über den Winter alles zusammen, bereitet das Auto mit viel Liebe vor und versucht, alles perfekt hinzubekommen. Und dann gibt es beim ersten Rennen gleich einen halben Totalschaden. Natürlich kann ich verstehen, dass er da verärgert ist."

Scheider: Müssen die "Kleinen" halten

Auch als Werksfahrer, der sich keine Gedanken um den eigenen Schaden machen muss, den sein GT3-Bolide beim Unfall genommen hat, hegt der zweimalige DTM-Meister große Sympathien für die "Kleinen" der VLN: "Wir dürfen diese Fahrer nicht verlieren, denn sie machen den Reiz der VLN, der Nordschleife und des 24-Stunden-Rennens aus. Ich kann seine Reaktion ziemlich gut verstehen."

Timo Scheider, Augusto Farfus

Timo Scheiders erstes BMW-Rennen endete ebenfalls in dem Crash Zoom

Auch für Scheider selbst war die Situation frustrierend, da sein erstes Rennen für BMW somit ziemlich in die Hose ging. "Das ist ärgerlich, denn natürlich wollte ich als Neuling einen ordentlichen Job abliefern", so der 38-Jährige. "BMW hat mir das Vertrauen entgegengebracht und mich gleich den Start fahren lassen, das will man natürlich zurückzahlen."

Im Qualifying hatte das Schnitzer-Team, seinerseits erstmals seit 2011 wieder auf der Nürburgring-Nordschleife vertreten, keinen großen Wert auf Rundenzeiten gelegt. Deshalb ging der M6 GT3 #43 von etwas weiter hinten ins Rennen. Was ihm letztlich zum Verhängnis wurde. "Ich konnte mich gut nach vorne fahren, aber leider nicht zu Ende. Das war natürlich extrem schade, weil ich auf der Nordschleife mit BMW jeden Kilometer brauche", schließt Scheider ab.

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