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Daytona-Krimi: Porsche-Power ringt Montoya nieder!

Gegen die bärenstarken Porsche-Motoren hatte Juan Pablo Montoya (2.) in Daytona keine Chance - David Donohue gewinnt für Brumos Racing

(Motorsport-Total.com) - Wenn das Jahr 2009 so weitergeht, wie es beim 24 Stundenrennen von Daytona begonnen hat, dann steht der Motorsportgemeinde eine Klasse-Saison ins Haus! Das Rolex 24 at Daytona sah in seiner 47. Auflage einen Langstreckenkrimi der besonderen Art, bei dem nach 735 Runden und 24 Stunden Fahrbetrieb am Ende winzige 0,662 Sekunden den Ausschlag gaben.

David Donohue hielt den drängelnden Juan Pablo Montoya in Schach Zoom

David Donohue, der Sohn des verstorbenen Mark Donohue, gewann exakt 40 Jahre nach seinem Papa die 24 Stunden von Daytona - und kann sich im Anschluss bei Porsche bedanken. Denn die Motorleistung aus Zuffenhausen gab letztlich den Ausschlag für diesen Triumph. Auf den langen Geraden des 2,5 Meilen Superspeedways war kein Lexus-Kraut gegen die Porsche-Power gewachsen.#w1#

Dabei hatte der Brumos-Porsche von Donohue/Garcia/Law/Rice im Finale keinen geringeren als Juan Pablo Montoya und dessen Ganassi-Lexus im Genick sitzen. Der Daytona-Gewinner der Jahre 2007 und 2008 verzweifelte jedoch in der letzen halben Stunden an Donohue und dessen Porsche-Triebwerk.

Prickelndes Duell: Donohue gegen Montoya

Montoya Brumos Porsche

Juan Pablo Montoya hat die beiden Brumos-Porsche im Genick sitzen Zoom

Das Bild wiederholte sich: In nahezu jeder einzelnen Runde hangelte sich Montoya im engen Infield auf der Bremse an Donohue heran, ohne sich jedoch in eine entscheidende Schlagposition für einen Angriff manövrieren zu können. Kaum sah Donohue die erste Steilkurve, zog der Brumos-Porsche unwiderstehlich davon.

Schiere Porsche-Power behielt im einem dramatischen Finish auf den langen Geraden also die Oberhand über kolumbianische Fahrkunst. Dritter wurde der zweite Brumos-Porsche mit Joao Barbosa, Terry Borcheller, J.C. France und Langstrecken-Legende Hurley Haywood vor dem besten Ford von SunTrust Racing (Max Angelelli, Brian Frisselle, Pedro Lamy, Wayne Taylor) und dem zweiten Ganassi-Lexus mit Dario Franchitti, Scott Dixon und Alex Lloyd.

Diese Grundtendenz blieb über 24 Stunden lang die Gleiche. Um das berühmte "Hätte, wäre, wenn" aus der Schublade zu ziehen, kann sich die Ganassi-Crew sogar glücklich schätzen, dass sich mit einem dritten Porsche-Prototypen im Bunde ein weiterer ernsthafter Titel-Konkurrent vorzeitig verabschiedete und nur auf Platz sechs landete.

Montoya nachts um drei müde

Daytona Brumos Montoya Ganassi

Keine Chance: Juan Pablo Montoya (mitte) im Porsche-Sandwich Zoom

Die Rede ist vom Penske-Porsche von Timo Bernhard, Romain Dumas und Ryan Briscoe, die zu Rennbeginn viele Runden lang in Front lagen, während die Konkurrenz mit den üblichen kleinen und mittelschweren Widrigkeiten des Langstreckensports zu kämpfen hatte. Die trafen auch das Montoya-Team, nach einem Ausrutscher von Memo Rojas.

So war die Mannschaft gefordert und die passende Nightshow lieferte Montoya höchstpersönlich: Der Kolumbianer fuhr zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens einen Doppelstint, und bugsierte seinen Ganassi-Lexus dabei von Rang sechs bis auf Platz zwei nach vorne. Damit brachte er sein Team wieder in Schlagdistanz zur Spitze, und ließ sich auch durch einen lästigen Elektronikdefekt nicht aufhalten, der das Fahrzeug nach einem Serviceaufenthalt nicht anspringen lassen wollte.

"Die Daytona-Prototypen zu fahren, macht schon Spaß, aber um ehrlich zu sein: die StockCars sind mir lieber", raunzte ein müder Montoya nach seiner ausgiebigen Nachtfahrt. "Es macht Spaß, aber um drei Uhr morgens ein Rennauto zu bewegen, ist nicht ganz so toll."

Seltsamer Ford-Sensor

Der letzte Ford-Mohikaner von Daytona: der SunTrust-Ford auf Platz vier Zoom

Als schließlich die Morgendämmerung über dem Daytona International Speedway heran brach, lagen noch sechs Autos in der Führungsrunde: Beide Ganassi-Lexus, beide Brumos-Porsche, der Penske-Porsche und der letzte verbliebene Ford von SunTrust-Racing.

Der Rest der eigentlich stark eingeschätzten Ford-Armada hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits verabschiedet. Kurios: Fünfmal in fünf Fällen lag dabei der identische Fehler vor. Ein Sensorendefekt an der Kurbelwelle wurde beiden Michael-Shank-Fords, beiden Autos von Krohn-Racing und auch dem AIM-Ford zum Verhängnis.

Je nach Boxenrhythmus und Gelbphasen wechselte die Führung in der Folge munter hin und her. Die Spitze ging ein so hohes Tempo, dass der zweite Ganassi-Lexus von Franchitti, Dixon und Lloyd - unter anderem mit Bremsproblemen - sukzessive an Boden verlor.

Pech für Penske und Timo Bernhard

Penske Porsche Bernhard Dumas Briscoe

Zwangsstopp an der Box: der Penske-Porsche war vom Pech verfolgt Zoom

Auch den starken SunTrust-Ford erwischte es an der Box: Bei einem planmäßigen Wechsel der vorderen Bremsscheiben kam es zu einer Verzögerung, weshalb Max Angelelli aus der Führungsrunde flog. Noch schlimmer erwischte es den einzigen deutschen Sieganwärter: Der superschnelle Penske-Porsche von Timo Bernhard, Romain Dumas und Ryan Briscoe erlebte sein Waterloo nach etwa dreiviertel der Renndistanz, als Dumas auf der Gegengerade urplötzlich langsamer wurde.

Das schwarz-goldene Fahrzeug mit der Startnummer 16 musste in der Garage am Heck eine größere Reparatur über sich ergehen lassen. Die Folge waren 16 Runden Rückstand und ebenfalls der Abschied aus der Rennentscheidung. Eine etwas umstrittene Durchfahrtsstrafe machte da das Kraut auch nicht mehr fett. Damit war das dramatische Finale von Daytona vorbereitet.

Ein Fahrerwechsel im schnelleren der beiden Brumos-Porsche brachte nur scheinbar die Vorentscheidung: David Donohue hatte den Riley-Porsche in Front gebracht, doch Darren Law drehte sich auf dem 30 Grad steilen Daytona-Banking. Das Auto blieb in der Führungsrunde, fiel jedoch zunächst hinter Montoya zurück.

Porsche-Power gewinnt

In den letzten beiden Rennstunden herrschte zunächst die berühmte Ruhe vor dem Sturm: Montoya hatte die beiden Brumos-Porsche im Genick sitzen, in Lauerstellung dahinter der SunTrust-Ford. Dieses Quartett lag teilweise innerhalb von drei Sekunden beieinander, woran auch insgesamt 24 Gelbphasen nichts ändern konnten.

30 Minuten vor dem Ende setzte Donohue dann das letztlich entscheidende Manöver gegen Montoya, das dieser - trotz des berühmten Messers zwischen den Zähnen - nicht mehr kontern konnte. Der Grund ist bekannt: Der Ganassi-Lexus hatte gegen die Porsche-Power keine Chance. Brumos-Nummer-zwei und der SunTrust-Ford verloren hingegen im dichten Überrundungsverkehr den Anschluss an das Spitzenduo, und spielten am Ende keine entscheidende Rolle mehr


Fotos: 24 Stunden von Daytona


In der GT-Klasse war früh im Rennen klar, dass die insgesamt 17 Porsche 911 GT3 Cup nicht zu schlagen waren. Der große Pechvogel dabei war Dominik Farnbacher. Der schlaksige Franke erlebte mit seiner Farnbacher-Loles-Mannschaft keine Probleme und lag über weite Strecken in Front. Etwa vier Stunden vor dem Rennende war der Spuk jedoch vorbei, als der 911er mit der Startnummer 86 plötzlich langsamer wurde und sieben Runden zurückfiel.

Damit war der Weg frei für "The Racers Group": Jörg Bergmeister, Patrick Long, Andy Lally, Justin Marks und R.J. Valentine konnten für TRG in der Folge einen Doppelsieg nach Hause fahren. Zweiter wurde das TRG-Team des Österreichers Richard Lietz, der zusammen mit Ted Ballou, Emmanuel Collard, Tim George Jr. und Spencer Pumpelly fuhr. Der Wright-Porsche von Sascha Maassen, Phillip Martien, Patrick Pilet und B.J. Zacharias rundete einen nie gefährdeten Dreifachtriumph von Porsche ab.

Das Resultat aus Daytona:

01. Brumos-Porsche (Donohue/Garcia/Law/Rice) - 735 Runden
02. Ganassi-Lexus (Montoya/Pruett/Rojas) - 735
03. Brumos-Porsche (Barbosa/Borcheller/France/Haywood) - 735
04. SunTrust-Ford (Angelelli/Frisselle/Lamy/Taylor) - 735
05. Ganassi-Lexus (Dixon/Franchitti/Lloyd) - 731
06. Penske-Porsche (Bernhard/Briscoe/Dumas) -717
07. GAINSCO-Pontiac (Fogarty/Gurney/Johnson/Vasser) - 714
08. Childress-Pontiac (Finlay/Mears/Patrick/Wallace) -702
09. TRG-Porsche (Bergmeister/Lally/Long/Marks/Valentine) - 695
10. TRG-Porsche (Ballou/Collard/George/Lietz/Pompelly) - 694
11. Wright-Porsche (Maassen/Martien/Pilet/Zacharias) - 691
12. Banner-Pontiac (Collins/Edwards/Magnussen) - 689
13. Farnbacher-Loles-Porsche (Farnbacher/Lux/Marsh/Roush) - 688
14. Stevenson-Pontiac (Bucknum/Davis/Liddell) - 684
15. Farnbacher-Loles-Porsche (Johnson/Lacey/Nearn/Sofronas) - 680
16. Farnbacher-Loles-Porsche (Henzler/Keen/Werner/Westbrook) - 676
17. SpeedSource-Mazda (Assentato/Longhi/Plumb/Segal) - 675
18. Gotham-Porsche (Bonilla/Jacalone/Jacalone/Probst) - 675
19. Level 5 BMW (Bouchut/Matos/Tucker/Zabinski) - 665
20. Beyer-Pontiac (Beyer/Taylor/Taylor) - 662
21. PR1-Pontiac (Barrett/Forest/Merrill/Salvo/Westphal) - 656
22. Stevenson-Corvette (Gue/Long/Bieker/Eversley) - 650
23. Spirit-of-Daytona-Porsche (Cosmo/Pridmore/Russell/Ward) - 649
24. Racers-Edge-Mazda (Cameron/Peterson/Sellers/von Moltke) - 647
25. TRG-Porsche (Gutierrez/Miller/Pallis) -625
26. Farnbacher-Loles-Porsche (Kaffer/Petrobelli/Rosa/Simonsen) - 622
27. Farnbacher-Loles-Porsche (Campollo/Gomez/Graeff/Yarab) - 604
28. SpeedSource-Mazda (Bomarito/Ham/Haskell/Tremblay) - 591
29. TRG-Porsche (Kossmann/Ledoux/Quinlan/Watkins/Zadig) - 572
30. Bullet-Porsche (Bentley/Carter/Paquette) - 519
31. Doran-Ford (Bobbi/Gidley/Gollin/Jaeger) - 504
32. Orbit-Porsche (Aschenbach/Cruz/Valverde/Willsey) - 454
33. TRG-Porsche (Holzer/Miller/Potter/Stanton) - 379
34. Krohn-Ford (Gavin/Krohn/van de Poele) - 374
35. Dempsey-Mazda (Dempsey/Espenlaub/Foster/Lewis) - 343
36. Costa-Ferrari (Campanico/Drudi/Montanari/Sperati/Wilton) - 324
37. MCM-Pontiac (Daskalos/Stout/Michaelian) - 321
38. AIM-Ford (Empringham/Farano/Figge/Frisselle/Wilkins) - 301
39. Alegra-BMW (Dalziel/de Quesada/Ducote/Dumoulin/Enge) - 292
40. Costa-Ferrari (Bertuzzi/Papis/Pirri/Swartzbaugh/Wagner) - 292
41. Shank-Ford (Braun/Hunter-Reay/Negri/Patterson) - 262
42. Autometrics-Porsche (Baldw./Burtin/Friedm./McGhee/Ragginger) - 259
43. MCM-Porsche (Michaelian/Michaelian/Montano) - 245
44. Orbit-BMW (Hindery Jr./Manning/Petty/Lester) - 216
45. JLowe-Porsche (Lowe/Pace/Sugden/van Overbeek) -201
46. Krohn-Ford (Jonsson/Turner/Zonta) - 159
47. Shank-Ford (Allmendinger/James/Pew/Valiante)- 153
48. Blackforest-Ford (Morris, Nastasi, Said) - 52
49. Sahlen-Corvette (Nonnamaker, Nonnamaker, Nonnamaker, Sahlen)- 24

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