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Trotz Dreher: Truex Jr. führt Gibbs-Vierfacherfolg in Richmond an

UPDATE: Triumph auf ganzer Linie für Joe Gibbs Racing beim zweiten Playoff-Rennen: Martin Truex Jr. siegt trotz Dreher vor seinen Teamkollegen

(Motorsport-Total.com) - Beim Federated Auto Parts 400 auf dem Richmond Raceway, dem einzigen echten Nachtrennen in den Playoffs der Monster Energy NASCAR Cup Series 2019, war das Toyota-Team Joe Gibbs Racing ganz klar die dominierende Kraft.

Martin Truex Jun.

Martin Truex Jr. fuhr trotz spätem Dreher zum zweiten Playoff-Sieg 2019 Zoom

Martin Truex Jr, der vor einer Woche schon den Playoff-Auftakt in Las Vegas gewonnen hatte, setzte sich auch beim zweiten Rennen der "Round of 16" durch. Dieser Sieg kam aber trotz der Gibbs-Überlegenheit nicht auf dem Silbertablett. Denn im entscheidenden dritten Rennsegment wurde Truex Jr. in Führung liegend in einen Dreher geschickt. Anschließend kämpfte er sich aber noch einmal nach vorn und siegte.

Das 400-Runden-Flutlichtrennen auf dem 0,75-Meilen-Oval sah lediglich drei unterschiedliche Spitzenreiter. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die ersten beiden Rennsegmente über jeweils 100 Runden jeweils ohne Boxenstopp durchgefahren werden konnten. Es dauerte bis zur 243. der 400 Runden, bis es zum ersten Mal abgesehen von den Stage-Cautions an die Box ging.


NASCAR 2019: Richmond II

Die Highlights von Rennen 28 der NASCAR-Saison 2019, dem Federated Auto Parts 400 auf dem Richmond Raceway!

Abgesehen vom Gibbs-Vierfacherfolg fuhren fünf weitere Playoff-Teilnehmer in die Top 10. Einzig Daniel Suarez (Stewart/Haas-Ford; 10.) knackte als nicht um den Titel 2019 mitfahrender Fahrer die Top 10 im Rennergebnis. Der große Triumphator aber heißt Martin Truex Jr.


Fotos: NASCAR 2019: Richmond II


"Ich fühle mich wie Danny Sullivan", so die ersten Worte des Siegers in Anspielung auf seinen Dreher und Sieg. Damit zieht er die Analogie zum berühmten "Spin and Win" von IndyCar-Pilot Sullivan beim Indy 500 des Jahres 1985. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", so Truex Jr. weiter.

Nach Kontakt mit Ricky Stenhouse (Roush-Ford) in der 315. der 400 Runden hatte Truex Jr. zwar die Führung an Gibbs-Teamkollege Kyle Busch verloren. "Doch ehe ich mich versah, war ich schon wieder an Kyle dran. Unglaublich", staunt der Sieger nach seinem insgesamt sechsten Saisonsieg 2019, seinem zweiten der Saison in Richmond und seinem zweiten in den diesjährigen Playoffs.

Damit, die ersten beiden Playoff-Rennen beide gewonnen zu haben, ist Truex Jr. aber nicht der erste. Vor ihm haben das schon Greg Biffle (2008), Tony Stewart (2011) und Matt Kenseth (2013) geschafft. Truex Jr. ist nun aber der erste, dem dies unter dem Playoff-Format mit mehrstufiger Eleminierung (seit 2014 im Einsatz) gelungen ist.

Stage 1: Keselowski startet von Pole - Truex Jr. dominiert

Polesetter Brad Keselowski (Penske-Ford) führte das Feld vor Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) ins Rennen. Die Führung verlor Keselowski nach 54 Runden im engen Zweikampf - aber nicht etwa gegen Harvick, sondern gegen Martin Truex Jr.

Als Sieger des Playoff-Auftakts vom vergangenen Wochenende in Las Vegas war Truex Jr. als einziger Fahrer schon beim Start des Richmond-Rennens sicher für die "Round of 12" qualifiziert. Vom achten Startplatz kam er zügig nach vorn.

Die 100 Runden des ersten Rennsegments sahen keine Gelbphase. Truex Jr. fuhr sich zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Mit in dieser Form selten gesehener Überlegenheit kontrollierte er sein Polster bis zum Stage-1-Sieg. Auf den Plätzen zwei und drei liefen Kyle Busch (Gibbs-Toyota) und Keselowski ein.

Truex' Überlegenheit wurde auch dadurch deutlich, dass er schon im ersten Rennsegment vier Playoff-Teilnehmer überrundete: William Byron und Alex Bowman (beide Hendrick-Chevrolet) sowie Joey Logano und Ryan Blaney (beide Penske-Ford).

Stage 2: Gibbs-Quartett dominiert nach Belieben - Kyle Busch vorn

Den ersten Boxenstopp legte der Großteil des Feldes erst in der Gelbphase beim Übergang zu Stage 2 ein. Kyle Buschs Gibbs-Crew arbeitete dabei am schnellsten und schickte ihren Fahrer als Führenden auf die Strecke zurück. Anschließend gewann Busch auch den Restart gegen Martin Truex Jr.

Wenige Runden später gab es den ersten Zwischenfall. Playoff-Teilnehmer Alex Bowman geriet bei einem aggressiven Manöver in Turn 1 mit Austin Dillon aneinander. Der Childress-Pilot klopfte daraufhin in Turn 3 rustikal beim Hendrick-Piloten an. Einen Dreher konnte Bowman aber gerade so vermeiden.

Auch den daran anschließenden Restart entschied Kyle Busch gegen Gibbs-Teamkollege Truex Jr. für sich. Und letztgenannter tat sich im zweiten Rennsegment nicht mehr ganz so leicht wie noch im ersten. Die zweite Position konnte er zwar halten, an Busch aber führte kein Weg vorbei. Dies lag nicht zuletzt auch am dichten Überrundungsverkehr.

Am Ende von Stage 2 lagen sogar alle vier Gibbs-Toyota vorn, denn hinter Kyle Busch und Truex Jr. sah Denny Hamlin die zweite Stage-Flagge des Abends als Dritter, gefolgt von Erik Jones als Viertem. Alle vier gehören auch (noch) zum Feld der Titelkandidaten.

Stage 3: Truex Jr. holt sich Führung zurück und wird umgedreht

Das entscheidende dritte Rennsegment begann so wie das zweite. Kyle Busch kam als Erster vom Routinestopp aus der Boxengasse zurück und verteidigte die Führung beim Restart gegenüber Martin Truex Jr. Allerdings waren in diesem letzten Segment 200 statt 100 Runden zu fahren. Somit war klar, dass es mindestens einmal zum Nachtanken und Reifenwechseln an die Box gehen würde.

Die Frage, wann es an die Box geht, erledigte sich in Runde 243 aufgrund einer Gelbphase von selbst. Auslöser war ein Crash von Reed Sorenson (Spire-Chevrolet) nach Bremsproblemen. Das gesamte Feld kam an die Box, wobei Brad Keselowski vor Kyle Busch als Erster auf die Strecke zurück kam. Allerdings war auch klar, dass es bei noch gut 150 Runden auf der Uhr noch nicht der letzte Stopp war.

Beim Restart wurden in dieser Phase des Rennens härtere Töne angeschlagen. Kyle Busch ließ die Reifen durchdrehen und kam somit nicht so recht in Schwung. Truex Jr. kam umso besser weg und klopfte in der Beschleunigungsphase gleich mal bei Keselowski an. Der Penske-Pilot aber behielt die Führung zunächst.

In Runde 282 kam es aber doch zum Führungswechsel. Nachdem er sich zuvor auf der Innenbahn herangepirscht hatte, wählte Truex Jr. für seinen Angriff auf Keselowski die Außenbahn und ging vorbei. Damit wiederholte sich das Manöver aus Stage 1 und der Las-Vegas-Sieger führte abermals auch das zweite Playoff-Rennen 2019 an.

Doch 85 Runden vor Schluss ging es schief. Roush-Pilot Ricky Stenhouse war als einer der ersten zum Green-Flag-Stop an die Box gekommen. Mit frischen Reifen war er anschließend entsprechend schneller unterwegs als die Fahrer, die ihren letzten geplanten Boxenstopp noch vor sich hatten. Als sich Stenhouse gegenüber Truex Jr. zurückrunden wollte, kam es zum Kontakt. Der Spitzenreiter drehte sich und verlor die Führung an Gibbs-Teamkollege Kyle Busch.

So legte die Spitzengruppe ihren letzten Boxenstopp doch unter Gelb ein. Kyle Busch war dabei einmal mehr derjenige, der als Erster auf die Strecke zurückkam. Denny Hamlin reihte sich dahinter ein. Truex Jr. nahm den Restart als Dritter unter die Räder. An dieser Reihenfolge der Top 3 änderte sich zunächst nichts.

Truex Jr. kämpft sich wieder nach vorn und führt Gibbs-Quartett an

Doch Truex Jr. blies nach seinem Dreher noch einmal zum Angriff. Bis 30 Runden vor Schluss hatte er Hamlin geknackt und legte sich in der Folge auch Spitzenreiter Kyle Busch zurecht. Nach einem engen Zweikampf zog er 25 Runden vor Schluss auch am sechsmaligen Richmond-Sieger vorbei und holte sich damit die Führung zurück. Diesmal führte er das Manöver auf der Innenbahn vor.

Und diesmal kam nichts mehr dazwischen. Nach letzten Endes 109 Führungsrunden fuhr Martin Truex Jr. seinen bereits zweiten Sieg in den Playoffs 2019 ein. Kyle Busch kam nach 202 Führungsrunden mit einem Rückstand von 2,6 Sekunden als Zweiter ins Ziel. Denny Hamlin als Dritter und Erik Jones als Vierter machten den Vierfacherfolg für Joe Gibbs Racing komplett.

Der einzige weitere Spitzenreiter neben Truex Jr. und Kyle Busch - Penske-Pilot Brad Keselowski - machte als Fünfter die Top 5 komplett. Mit Ryan Newman (Roush-Ford; 6.), Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet; 7.), Kevin Harvick (8.) und dessen Stewart/Haas-Teamkollege Clint Bowyer (9.) fuhren vier weitere Playoff-Teilnehmer in die Top 10.

Playoffs: Drei Piloten schon in "Round of 12" - wer fliegt raus?

Der Playoff-Zwischenstand stellt sich nach zwei von drei Rennen der "Round of 16" wie folgt dar: Neben Martin Truex Jr, dem Sieger aus Las Vegas und Richmond, haben über die Punkte (und nicht zuletzt ihre zahlreichen Bonuspunkte) auch Kevin Harvick und Kyle Busch ihr Ticket für die "Round of 12" schon in der Tasche.


Fotostrecke: Der aktuelle Playoff-Stand im NASCAR Cup 2019

Am hinteren Ende der Playoff-Tabelle liegen Alex Bowman, Erik Jones, Clint Bowyer und Kurt Busch. Ihnen fehlen derzeit zwischen zwei und 15 Punkten auf den Cut für die zweite Playoff-Stufe. Eine Chance haben sie aber noch.

Update: Erik Jones wurde zwei Stunden nach dem Rennen disqualifiziert und verliert seinen vierten Platz. Der #20 Gibbs-Toyota fiel bei der technischen Nachkontrolle mittels Laser durch. Beanstandet wurde die Ausrichtung der Hinterräder. Damit rutscht Jones in der Playoff-Tabelle vom 14. auf den 16. Platz ab und hat nun bereits 45 Punkte Rückstand auf den Cut.

Die Entscheidung darüber, welche vier Piloten sich aus dem Titelkampf 2019 verabschieden müssen und in der "Round of 12" nicht mehr zum Playoff-Feld gehören werden, fällt beim letzten Rennen der "Round of 16". Dieses steigt am kommenden Wochenende in Charlotte auf dem Roval, der Kombination aus Infield-Kurs und Oval des Charlotte Motor Speedway.

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