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  • 21.06.2008 · 13:33

  • von Pete Fink

Sears Point: Franchitti geschockt - Montoya frustriert

Die Ganassi-Vorstellung in Sears Point war unterirdisch - Juan Pablo Montoya 21., Dario Franchitti als 45. ausgeschieden - was ist los bei Ganassi?

(Motorsport-Total.com) - Dario Franchitti machte nicht einmal den Versuch, seine Enttäuschung zu verbergen: "Ich bin geschockt", erklärte der Schotte nach seinem Scheitern in der Qualifikation zum Toyota/SaveMart 350 auf dem Infineon Raceway, bei dem er im Einzelzeitfahren die drittschlechteste Runde aller 47 Piloten hinlegte.

Juan Pablo Montoya Dario Franchitti

Juan Pablo Montoya und Dario Franchitti haben derzeit wenig Grund zum Feiern

Über zwei Sekunden verlor Franchitti binnen elf Kurven und 3,12 Kilometern auf Polesetter und Dodge-Markenkollege Kasey Kahne. "Wir hatten unglaublich viel Übersteuern und das war es. Die Kollegen haben das Gleiche berichtet, aber wir waren wohl noch etwas schlimmer dran. Nun bin ich wirklich geschockt, denn wir kommen endlich auf eine Rundstrecke - und können uns dann nicht einmal qualifizieren."#w1#

Franchittis Ausscheiden war der negative Höhepunkt eines ansonsten mit dem Begriff "absolute Mittelmäßigkeit" zu bezeichnenden Gesamtauftritttes der Ganassi-Truppe, in der ein wild mit seinem Dodge Charger kämpfender Juan Pablo Montoya als Bester gerade einmal auf Platz 21 landete.

"Ich habe mit Juan Pablo gesprochen und er musste wie ein Wahnsinniger um seine Rundenzeit kämpfen", berichtete der Schotte. "Ich habe dafür nicht die Erfahrung und kann noch nicht so attackieren", lautete seine Begründung. Auch GrandAm-Veteran Scott Pruett auf Platz 29 untermauerte die blasse Ganassi-Vorstellung.

Ratlosigkeit bei Ganassi

Juan Pablo Montoya

Juan Pablo Montoya versucht einen kühlen Kopf zu behalten Zoom

Montoya kam seinem Kumpel Franchitti indirekt zu Hilfe: "Es ist ja nicht so, dass ich plötzlich das Fahren verlernt habe", stellte der Kolumbianer klar. "Man erwartet, dass man in jedem Jahr ein wenig besser wird und das sind wir momentan nicht. Das ist mental schon ein wenig zäh und auch frustrierend. Aber ich werde immer sagen, was ich denke. Manchmal ist das gut, manchmal eher schlecht."

Die Verunsicherung - fast Ratlosigkeit - war auch in den Reihen der Teamführung deutlich zu erkennen. "Fragt mich bitte nicht, warum unser Sprint-Cup-Programm nicht so gut wie unser IndyCar-Programm ist", erklärte Chip Ganassi in dieser Woche gegenüber 'ESPN'. "Warum fragt ihr nicht bei Jeff Gordon nach, warum er in diesem Jahr noch kein Rennen gewonnen hat?"

Einer, der vor knapp einem Jahr geholt wurde, um das Sprint-Cup-Unternehmen Ganassi an die Spitze zu führen, ist Renndirektor Steve Hmiel, der vergangenes Wochenende in Michigan seinen Einsatz als "bislang ziemlich elendig" betrachtete. Dafür gibt es jedoch Gründe.

Bereits kurz nachdem er zu Ganassi kam, musste er feststellen, dass das Team in Sachen Car of Tomorrow "weit hinter dem Standard" lag, so die langjährige Führungskraft bei Dale Earnhardt Inc. "Wenn die Konkurrenz mit ihren Entwicklungen aufgehört hätte, und es einen Status Quo gäbe, dann hätten wir vielleicht aufgeholt."

Donnie Wingo, der ehemalige Crewchief Montoyas, stimmte dem zu: "Aber wenn du diesen Gedanken dauernd in deinem Kopf herumträgst, dann gelangt dieses auch irgendwann in den Kopf des Piloten. Und damit erreichst du gar nichts. Sind wir dort, wo wir sein müssen? Wissen wir das, was wir wissen müssen? Nein, aber wir versuchen dahin zu kommen."

Kasey Kahne als Vorzeigebeispiel

Kasey Kahne

Markenkollege Kasey Kahne soll der Ganassi-Truppe als Vorbild dienen Zoom

Dabei ist jedoch sehr wohl zu hinterfragen, warum Ganassi mit Montoya, Franchitti und auch Reed Sorenson gleich drei NASCAR-Greenhorns an Bord hat, die zu Saisonbeginn zusammen gerechnet über gerade einmal vier Cup-Saisons an Erfahrung verfügten. Und es ist zu überlegen, warum seit Ende April ein stetes Bäumchen-wechsel-dich-Spiel stattfand, das dem Kolumbianer drei Crewchiefs binnen wenigen Wochen präsentierte.

So scheint es, als wäre das Talladega-Wochenende Ende April zum Wendepunkt der Saison geraten: Ein noch von Wingo vorbereitetes Montoya-Auto fuhr auf Platz zwei - anschließend herrschte völlige Ergebnisflaute. Franchitti verletzte sich Tags zuvor im Nationwide-Rennen und kämpft seither vergeblich um den Anschluss - mit dem Höhepunkt der Nicht-Qualifikation Freitagnacht in Sonoma.

Es bleiben derzeit nur die üblichen Durchhalteparolen: "Wenn man aufgeben will, dann ist dies hier der falsche Ort", so Franchitti. "Ich werde nicht aufgeben und ich weiß, dass meine Jungs auch nicht aufgeben werden." Ähnliches gibt Renndirektor Hmiel von sich: "Von einer persönlichen Sicht heraus ist das eine riesige Enttäuschung, aber deswegen werde ich nicht aufgeben."

Sechs Dodge Charger fuhren in der Qualifikation von Sonoma in die Top 10. Einer davon, Kasey Kahne und dessen Evernham-Team, könnte nun zum großen Hoffnungsträger der Ganassi-Truppe werden. "Vor einem Jahr waren sie völlig ratlos und nun sind die auf einem Hoch", so Hmiel. "Genau an diesen Punkt müssen wir auch kommen."

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