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NASCAR Richmond: Regenreifen zu Beginn - Hamlin-Sieg nach Verlängerung

Martin Truex Jr. und Kyle Larson drücken dem Short-Track-Rennen in Richmond ihren Stempel auf, aber den Sieg erringt Denny Hamlin im Schlussspurt

(Motorsport-Total.com) - Keine Premiere, aber zumindest eine Seltenheit: Am Sonntagabend in Richmond wurde zum zweiten Mal in der über 75-jährigen Geschichte von NASCARs Topliga ein Ovalrennen auf Regenreifen gestartet. Nach ein paar Dutzend Runden war das Wetter beim Toyota Owners 400 auf dem Richmond Raceway aber kein Thema mehr. Der Großteil des Rennens ging auf trockener Strecke über die Bühne. (Fotos: NASCAR in Richmond)

Titel-Bild zur News: Denny Hamlin

Zweiter Saisonsieg 2024 für Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) Zoom

Gewonnen wurde das zweite von sieben Short-Track-Rennen der NASCAR Cup-Saison 2024 von Denny Hamlin (Gibbs-Toyota). Er ließ sich über weite Teile des Rennens nicht ganz vorne blicken. In der absoluten Schlussphase aber brachte ihn seine Crew mit dem schnellsten Boxenstopp in Führung. Anschließend musste Hamlin "nur" noch die letzten zwei Runden im Zuge einer Verlängerung (Overtime) überstehen, um seinen zweiten Saisonsieg nach Bristol einzufahren. (Ergebnis: NASCAR in Richmond)

Die dominierenden Fahrer des Tages waren Martin Truex Jr. (Gibbs-Toyota) und Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet). Sie mussten sich letztlich mit den Plätzen drei (Larson) und vier (Truex Jr.) zufriedengeben, weil es im letzten Rennsegment nach mehr als 160 Runden unter Grün doch noch eine späte Gelbphase gab. Auslöser war ein Dreher von Larson, der ihn aber nicht daran hinderte, Dritter zu werden.

Kyle Larson (Hendrick-Chevrolet) startete zum ersten Mal in dieser Saison von der Pole. Im Qualifying am Samstag hatte er sich im Q2-Segment um 0,002 Sekunden gegenüber Hendrick-Teamkollege Chase Elliott durchgesetzt.

Start mit Regenreifen auf feuchter Piste

Zum Zeitpunkt des geplanten Rennstarts am Samstagabend kurz vor 19:30 Uhr Ortszeit (1:30 Uhr MESZ in der Nacht auf Montag) regnete es. Es war aber kein starker Regen. Mit den speziellen Regenreifen für Short-Tracks wurde das Feld auf die Einführungsrunden geschickt. Und nach mehreren Runden im Schritttempo wurde das Rennen bei diesen Bedingungen mit der grünen Flagge gestartet.

Polesetter Kyle Larson verlor die Führung direkt auf der ersten Runde an Chase Elliott. Nach ein paar weiteren Runden aber war die Reihenfolge aus der Startaufstellung wiederhergestellt: Larson zog außen vorbei an Elliott, der kurz darauf weitere Positionen verlor.

Mit den üblichen Trockenreifen (Slicks) hätte es bei den vorherrschenden Bedingungen sehr wahrscheinlich schon den einen oder anderen Ausrutscher gegeben. Mit den seit 2023 zu Short-Track-Rennen mitgebrachten Profilreifen von Goodyear aber war Racing möglich. Es war das zweite Mal nach dem All-Star-Race 2023 in North Wilkesboro, das man von dieser Option Gebrauch machte.

Stage-Siege für Kyle Larson und Martin Truex Jr.

Die erste von fünf Gelbphasen des Abends war eine von NASCAR vorgeschriebene Competition-Caution nach 30 Runden. Sie wurde genutzt, um von den Profilreifen auf Slicks zu wechseln, denn dank des Rennbetriebs mit 36 Autos war die Strecke mittlerweile trocken genug.

Das erste der drei Rennsegmente (Stage 1) umfasste 70 Runden. Gewonnen wurde es von Kyle Larson im Schritttempo unter Gelb. Grund war nicht das Wetter, sondern ein Dreher von Daniel Suarez (Trackhouse-Chevrolet) nach Berührung durch Josh Berry (Stewart/Haas-Ford). Die Positionen zwei und drei hinter Larson belegten Bubba Wallace (23XI-Toyota) und Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet).

Das zweite Rennsegment (Stage 2) war mit 160 Runden deutlich länger als das erste. Dieses Segment fand komplett auf trockener Piste statt und es umfasste einen Boxenstopp unter Grün. Der aber wurde in der Spitzengruppe zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingelegt.

Pace-Laps mit Regenreifen auf dem Richmond Raceway: Kyle Larson, Chase Elliott

Regen ließ sich nur ganz zu Beginn blicken, war anschließend kein Thema mehr Zoom

Nachdem die Strategien aufgrund einer Gelbphase (Mauerkontakt von Kyle Busch) wieder zusammengeführt wurden, hatte Martin Truex Jr. seinen ersten Stage-Sieg der Saison sicher. Als Zweiter und Dritter in diesem zweiten Segment kamen Josh Berry und Joey Logano (Penske-Ford) über die Linie.

Duell Truex Jr. vs. Larson nicht nur auf der Strecke

Das letzte Rennsegment begann mit Stage-2-Sieger Martin Truex Jr. und Stage-1-Sieger Kyle Larson in der ersten Reihe beim Restart. Die Gibbs-Crew von Truex Jr. hatte ihm beim Boxenstopp in der zweiten Stage-Caution die Führung verteidigt. Hendrick-Pilot Larson wiederum, der von der Pole gestartet war, machte sich den Vorteil des besten Boxenplatzes zu Nutze. Er kam in dieser Stage-Caution von der vierten auf die zweite Stelle nach vorn.

Und über weite Teile der 170 Runden von Stage 3 waren Truex Jr. und Larson auch auf der Strecke die bestimmenden Akteure. Gab es in Stage 2 einen Green-Flag-Stop, so gab es in Stage 3 mangels passender Gelbphase sogar zwei dieser Boxenstopp-Durchgänge unter Renntempo. Beim zweiten nahm Larson Truex Jr. bei der Ausfahrt aus der Boxengasse die Führung ab.

Auf der Strecke aber gelang Truex Jr. nur wenige Runden später der Konter, womit er seinerseits wieder die Spitzenposition übernahm. Was Larson betrifft, so verlor er 34 Runden vor Schluss sogar die zweite Position, nämlich an Penske-Pilot Joey Logano.

Später Dreher von Larson sorgt für Verlängerung

Über die frischesten Reifen in der Schlussphase, weil er seinen letzten Green-Flag-Stop am spätesten eingelegt hatte, verfügte aber Denny Hamlin. Fünf Runden nach Logano gelang es auch ihm, einen Weg an Larson vorbei zu finden. Damit fuhr Hamlin an dritter Stelle und hatte bei noch knapp 30 verbleibenden Runden nur noch Logano und Spitzenreiter Truex Jr. vor sich.

Aber weil es in der absoluten Schlussphase dichten Überrundungsverkehr zu bewältigen galt, konnte Hamlin seinen Reifenvorteil nicht ausspielen. Im Gegenteil: Je näher die Zielflagge rückte, desto mehr rückte Joey Logano Spitzenreiter Martin Truex Jr. auf die Pelz.

Zwei Runden vor Schluss wurde dieser Zweikampf beendet, denn es gab doch noch einmal Gelb. Grund war ein Dreher von Kyle Larson. Er hatte sich an vierter Stelle fahrend im Zweikampf mit Bubba Wallace verschätzt.

So gab es noch einen letzten Boxenstopp unter Gelb und anschließend die Verlängerung des Rennens. Beim Boxenstopp war es Denny Hamlin, der von seiner Crew schneller abgefertigt wurde als die direkt vor seiner Nase hereingekommenen Martin Truex Jr. und Joey Logano. So führte Hamlin den Overtime-Restart an.

Denny Hamlin im Schlussspurt vorne

Hamlin entschied sich für die Innenbahn. Außen neben sich hatte er seinen Gibbs-Teamkollegen Martin Truex Jr. Aber auch Kyle Larson war noch nicht geschlagen. Er reihte sich beim Restart trotz seines Drehers von kurz zuvor schon wieder an vierter Position neben Joey Logano ein.

Im Schlussspurt über zwei Runden ließ Hamlin dann aber nichts mehr anbrennen. Er holte sich den Heimsieg knapp vor Logano. Dahinter bezwang Larson seinen Langzeitkontrahenten des Abends - Truex Jr. - im Kampf um die dritte Position. Für Truex Jr. wurde es somit statt eines fast schon sicher geglaubten ersten Saisonsiegs nur der vierte Platz.

Mit dem für 2024 abermals überarbeiteten Aero-Paket für kurze Ovale und Rundkurse war Richmond nun das dritte Rennen (nach Phoenix und Austin). Auf dem stark überhöhten Short-Track in Bristol, wo ebenfalls Denny Hamlin triumphierte, kam diese Aero-Konfiguration (einfacherer Diffusor, größerer Heckspoiler) nicht zum Einsatz.


NASCAR 2024: Richmond

Die Highlights von Rennen 7 von 36 der NASCAR Cup Series 2024, dem Toyota Owners 400 auf dem Richmond Raceway!

Am kommenden Wochenende aber wird direkt wieder mit besagtem Aero-Paket gefahren. Am Sonntag (7. April) nämlich steht gleich das nächste Short-Track-Rennen an, und zwar auf dem Martinsville Speedway.