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NASCAR Bristol: Brad Keselowski gewinnt turbulentes Short-Track-Rennen

Joey Logano und Chase Elliott geraten in drittletzter Runde aneinander - Brad Keselowski staubt ab und feiert seinen zweiten Saisonsieg - Harvicks Serie reißt

(Motorsport-Total.com) - Ein NASCAR-Rennen bei absolut perfekten äußeren Bedingungen ist eine Seltenheit seit dem Comeback nach Corona-Zwangspause. Doch genau so kam es am Sonntag. Strahlend blauer Himmel über dem Bristol Motor Speedway und ein turbulenter Rennverlauf wurden geboten. Zwar gab es auch diesmal eine Rotphase, allerdings nicht aufgrund von Regen, sondern aufgrund eines Unfalls mit vier Autos, der aufgeräumt werden musste.

Brad Keselowski

Brad Keselowski (hier bei einem Restart) kam mit Glück zum zweiten Saisonsieg Zoom

Die 500 Runden auf dem stark überhöhten Halbmeilen-Oval an der Grenze der US-Bundesstaaten Tennessee und Virginia fanden vor nach wie vor leeren Tribünen statt. Vor-Ort-Zuschauer sind bei NASCAR in Coronazeiten bis auf Weiteres nicht erlaubt (Fotos: Supermarket Heroes 500 in Bristol).

Gewonnen wurde das Rennen im "Thunder Valley" nach sage und schreibe 17 Gelbphasen und einer Rotphase schließlich von Brad Keselowski (Penske-Ford). Drei Runden vor Schluss lag er an dritter Stelle. Dann aber rieben sich Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) und Keselowskis Penske-Teamkollege Joey Logano im Kampf um die Führung gegenseitig auf. Sie gerieten aneinander und rutschten in die Mauer. Keselowski sagte Danke und staubte seinen zweiten Saisonsieg ab.

Übrigens: Der Titelsponsor des Rennens, die Supermarktkette Food City, kam kurzerhand mit einem neuen Namen um die Ecke. Statt wie jahrzehntelang gewohnt Food City 500 hieß das Bristol-Frühjahrsrennen diesmal Supermarket Heroes 500. Damit wurden nach dem The Real Heroes 400 vor zwei Wochen in Darlington erneut die Helden der Coronakrise gewürdigt.

Zwei Stage-Siege für Elliott - Rot nach Crash mit vier Autos

Und genau wie beim Darlington-Rennen vor zwei Wochen, so wurde die Startaufstellung auch diesmal wieder ausgelost. Und genau wie damals, so hatte auch diesmal wieder Brad Keselowski das Glück, den besten Startplatz zugelost zu bekommen.


NASCAR 2020: Bristol

Die Highlights von Rennen 9 von 36 der NASCAR Cup Series 2020, dem Supermarket Heroes 500 auf dem Bristol Motor Speedway!

Nach einer anfänglichen Penske-Dreifachspitze - Brad Keselowski, Ryan Blaney Joey Logano - ging das erste Rennsegment (Stage 1) aber an keinen dieser drei Fahrer. Stattdessen lag Chase Elliott bei der ersten Stage-Flagge ganz vorn.

Stage 2 ging zunächst genauso los wie Stage 1: Keselowski lag vor Blaney in Führung. Dann aber geriet der Zweitplatzierte auf die rutschige Außenbahn, drehte sich und wurde an der Frontpartie seines #12 Penske-Ford von Ty Dillon (Germain-Chevrolet) getroffen. Kurz vor Ende von Stage 2 gab es dann den größten Crash des Rennens.

Eine unglückliche Berührung zwischen Ricky Stenhouse (JTG-Chevrolet) und Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet) führte dazu, dass Stenhouse sich drehte und drei andere mitgerissen wurden, nämlich Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) sowie die Rookies Cole Custer (Stewart/Haas-Ford) und Tyler Reddick (Childress-Chevrolet). Stenhouse-Teamkollege Ryan Preece und auch Matt DiBenedetto (Wood-Ford) drehten sich. Derweil kam Johnson gänzlich unbehelligt davon.

Um die Unfallstelle in Turn 1 zu räumen, kam für wenige Minuten die Rote Flagge heraus. Der Stage-2-Sieg ging anschließend an den Fahrer, der auch Stage 1 gewonnen hatte: Chase Elliott.

Hitzige Schlussphase mit Hamlin-Dreher und Elliott vs. Logano

Kyle Busch, der in Bristol über alle drei NASCAR-Ligen gerechnet sage und schreibe 22(!) Mal gewonnen hat, war diesmal lange Zeit nicht vorn zu finden. Direkt in Stage 1 fing er sich eine Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse ein. Es dauerte bis ins letzte Rennsegment, bis sich Busch in der Spitzengruppe zeigte. In der 278. von 500 Runden übernahm er die Führung von Gibbs-Teamkollege Denny Hamlin. Gut 80 Runden später holte Hamlin aber zur Gegenangriff aus und holte sich P1 zurück.

Gut 80 Runden vor Schluss gelang es Busch dann im Zuge von Überrundungen, Hamlin noch einmal die Führung abzunehmen. Zu dieser Zeit war aus dem Zweikampf der beiden Gibbs-Piloten aber längst ein Fünfkampf geworden. Denn die Hendrick-Piloten Jimmie Johnson und Chase Elliott mischten ebenso mit wie Joey Logano.

Beim vorletzten Restart mit noch 30 Runden auf der Uhr diktierte Hamlin das Tempo, aber zwölf Runden vor Schluss wurde es hitzig. Logano sah beim Überrunden von B.J. McLeod (McLeod-Chevrolet) die Chance und griff Hamlin an. Genau in diesem Moment wurde der Penske-Pilot aber seinerseits von Elliott attackiert. Der Leidtragende war zunächst Hamlin. Denn wenige Sekunden nach Verlust der Führung drehte er sich in Turn 4 und wurde von McLeod gerammt.

Es folgte der letzte Restart. Elliott machte das Tempo. Doch drei Runden vor Schluss griff Logano auch ihn an. Keiner gab nach und beide rutschten in die Mauer. Der lachende Dritte war Brad Keselowski, der nach dem Coca-Cola 600 vor einer Woche nun zum zweiten Mal in dieser Saison gewonnen hat. Schon in Charlotte hatte er von einem späten Missgeschick um Elliott profitiert.

P11: Harvicks Top-10-Serie reißt nach 13 Rennen

Platz zwei ging am Ende völlig überraschend an Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford.) Dritter wurde Jimmie Johnson, der im Zuge der finalen Shortruns noch etwas zurückgefallen war, dann aber wieder vom Chaos vor ihm profitierte. Kyle Busch, der beim letzten Boxenstopp zurückgefallen war, und Gibbs-Teamkollege Erik Jones machten die Top 5 komplett.

In der zweiten Hälfte der Top 10: Austin Dillon (Childress-Chevrolet), Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet), William Byron (Hendrick-Chevrolet), Christopher Bell (Leavine-Toyota) und Darrell Wallace (Petty-Chevrolet).

Kevin Harvick, der bis zu diesem Rennen saisonübergreifend 13 Mal in Folge in die Top 10 gefahren war, verpasste mit P11 denkbar knapp die Fortsetzung dieser Serie. Hamlin wurde nach seinem späten Dreher nur als 17. gewertet, Logano und Elliott gar nur als 21. und 22.

Ungewöhnlich in der aktuellen Phase der NASCAR Cup-Saison 2020: Nun dauert es tatsächlich sieben Tage bis zum nächsten Rennen. Am kommenden Sonntag, 7. Juni, wird auf dem Atlanta Motor Speedway das vom 15. März verschobene Rennen nachgeholt. Die Startaufstellung wird auch dort wieder - genau wie bei den drei anschließenden Rennen (Martinsville, Homestead, Talladega) - ausgelost.

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