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NASCAR Charlotte: Keselowski gewinnt Coca-Cola 600 vom Ende des Feldes

Ans Ende der Startaufstellung strafversetzt, aber nach 607,5 Rennmeilen inklusive Unterbrechung und Verlängerung holt Brad Keselowski seinen ersten Saisonsieg 2020

(Motorsport-Total.com) - Das Coca-Cola 600 in Charlotte ist mit 600 Meilen ohnehin schon das längste Rennen im gesamten NASCAR-Kalender. Die diesjährige Auflage dauerte aber sowohl in Bezug auf Distanz als auch in Bezug auf die Zeit gesehen noch länger als üblich.

Brad Keselowski

Beim Start ganz hinten, im Ziel ganz vorn: Brad Keselowski in Charlotte Zoom

Grund dafür war zum einen die Tatsache, dass es im ersten Rennsegment eine mehr als einstündige Unterbrechung gab. Zum anderen gab es am Ende noch Verlängerung (Overtime) (Fotos: Coca-Cola 600 in Charlotte).

Mehr als fünfeinhalb Stunden nachdem das auf 400 Runden auf dem Charlotte Motor Speedway angesetzte Rennen gestartet wurde, fiel die Zielflagge. Den Sieg vor coronabedingt leeren Tribünen holte sich in der Verlängerung ein Fahrer, der vom Ende des Feldes gestartet war: Brad Keselowski.

Brad Keselowski

Erster Coca-Cola-600-Sieg und erster Saisonsieg 2020 für Brad Keselowski Zoom

Weil vor dem Start an seinem #2 Penske-Ford nicht genehmigte Veränderungen vorgenommen wurden, hatte man Keselowski in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Davon ließ er sich im längsten Rennen der Saison aber nicht aus der Ruhe bringen. Im letzten der in diesem Fall vier Rennsegmente lag Keselowski drei Runden vor Schluss an zweiter Stelle hinter Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet).

Doch dann sorgte ausgerechnet Elliotts Hendrick-Teamkollege William Byron mit einem Dreher in Turn 2 für die letzte Gelbphase, die gleichzeitig die Verlängerung des Rennens um fünf Runden bedeutete. Elliott kam als Spitzenreiter an die Box - die falsche Entscheidung.

Keselowski blieb wie sieben andere Piloten auf der Bahn. In den finalen zwei Runden unter Grün ließ er nichts mehr anbrennen. So fuhr der Penske-Pilot seinen ersten Coca-Cola-600-Sieg und seinen ersten Saisonsieg 2020 ein.

Pole für Kurt Busch - Stage-Siege für Bowman und Logano

Erstmals in Corona-Zeiten ging einem NASCAR-Rennen ein Qualifying voraus. Im Einzelzeitfahren über eine Runde, das vier Stunden vor dem Rennen stattfand, hatte sich Kurt Busch (Ganassi-Chevrolet) mit 0,009 Sekunden Vorsprung auf Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet) die Pole-Position erfahren.

Für Busch war es seine erste Pole-Position in Diensten des Ganassi-Teams, für das er seit der Saison 2019 fährt. Und diese Pole-Postion gelang keine 24 Stunden nachdem Ex-Ganassi-Pilot Kyle Larson beim Sprint-Car-Rennen in Peverly (Missouri) zum Sieg gefahren war. Charlotte war nun das dritte NASCAR-Rennen, bei dem Larson aufgrund der um ihn aufgezogenen "Rassismus"-Affäre fehlte.


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Das Coca-Cola 600 ist als das längste Rennen im NASCAR-Kalender das einzige, das nicht in drei, sondern in vier Rennsegmente (Stages) unterteilt wird. Stage 1 wurde von Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) gewonnen, allerdings erst, nachdem man es aufgrund von Regen für mehr als eine Stunde unterbrochen hatte.

Das zweite Rennsegment wurde ebenfalls von Bowman gewonnen. In Stage 3 schlug dann strategiebedingt die Stunde von Penske-Pilot Joey Logano, der seinen 30. Geburtstag feierte. Das nur beim Coca-Cola 600 gefahrene vierte Rennsegment - genau wie die das erste, das zweite und das dritte erneut auf 100 Runden angesetzt - brachte die Entscheidung.

Später Dreher von Byron kostet Elliott den Sieg

38 Runden vor dem geplanten Ende nahm Chase Elliott zunächst Brad Keselowski die Führung ab. Doch der späte Dreher seines Hendrick-Teamkollegen William Byron und die falsche Entscheidung, nochmals an die Box zu kommen, kosteten Elliott den Sieg.

Für Keselowski ist es der erste Sieg seit er im Mai 2019 auf dem Kansas Speedway triumphiert hatte. Hinter dem Penske-Piloten kam Jimmie Johnson auf P2 ins Ziel und hat damit sein bestes Ergebnis seit seinem bislang letzten Sieg vom Juni 2017 in Dover eingefahren. Elliott wurde am Ende noch Dritter, konnte sich darüber aber kaum freuen. Vierter wurde Ryan Blaney (Penske-Ford), Fünfter Kyle Busch (Gibbs-Toyota).


Fotostrecke: Die Bestenliste der NASCAR-Rennsieger

Die Sieger der beiden Darlington-Rennen von vor wenigen Tagen hatten diesmal kein Glück. Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) kam nach einem weitestgehend unauffälligen Rennverlauf immerhin noch auf Platz sechs ins Ziel.

Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) aber fing sich direkt in der Anfangsphase mehrere Runden Rückstand ein. Grund: Während der Einführungsrunden hatten sich Ballastblöcke, die aus Wolfram gefertigt sind, aus seinem Auto gelöst. Erst nachdem Ersatz fixiert war, durfte Hamlin ins Rennen gehen. Am Ende wurde er als 30. gewertet.

Das nächste Rennen der NASCAR Cup Series 2020 steigt bereits am Mittwoch. Dann wird erneut auf dem Charlotte Motor Speedway gefahren, planmäßig allerdings deutlich kürzer als am Sonntag. Denn die Distanz für das zweite Charlotte-Rennen der Saison beträgt nur 500 Kilometer (208 Runden) und somit lediglich rund die Hälfte von 600 Meilen (400 Runden).

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