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Dramatischer Kansas-Sieg für Harvick nach Larson-Show

Eingangs der letzten Runde fängt Kevin Harvick Martin Truex Jr. ab und siegt zum fünten Mal 2018 - Kyle Larson mit meisten Führungsrunden vom letzten Startplatz

(Motorsport-Total.com) - Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag das turbulente KC Masterpiece 400 auf dem Kansas Speedway in Kansas City gewonnen und damit den Sieg beim zweiten Nachtrennen der Monster Energy NASCAR Cup Series 2018 davongetragen.

Kevin Harvick

Schon der fünfte Saisonsieg für Kevin Harvick, diesmal mit reichlich Drama Zoom

Nach einem Sieg für Harvick hatte es kurz vor Schluss nicht ausgesehen, denn bis in die 236. der 267 Runden lief das Flutlichtrennen gänzlich ohne Zwischenfälle ab. Danach aber überschlugen sich die Ereignisse. Einer der Leidtragenden war Kyle Larson, der mit seinem Ganassi-Chevrolet vom 38. und letzten Startplatz kam, nach famoser Fahrt trotzdem die meisten Führungsrunden im Rennen verbuchte, dann aber aufgrund einer Kollision mit Ryan Blaney doch "nur" Vierter wurde.

Derweil rang Harvick nach einer Rotphase, die kurz vor Schluss aufgrund eines wilden Crashs mit mehreren Autos ausgerufen wurde, noch Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) nieder und fuhr bei zwölften Saisonrennen 2018 bereits zum fünften Mal in die Victory Lane.


NASCAR 2018: Kansas City

Die Highlights vom 12. Rennen der Monster Energy NASCAR Cup Series 2018, dem KC Masterpiece 400 in Kansas City

"Die letzten Runden waren richtig wild. Irgendwie ist es mir gelungen, mein Auto auf der Außenbahn zum Funktionieren zu bringen. Das war entscheidend", so Harvick nach seinem etwas überraschenden fünften Saisonsieg, mit dem er gleichzeitig den möglichen dritten aufeinanderfolgenden Kansas-Sieg von Truex Jr. noch verhindert hat.

Fünf der ersten zwölf Saisonrennen zu gewinnen: Das was Harvick nun geschafft hat, war zuletzt Jeff Gordon in der Saison 1997 gelungen. In der Setzliste für die Playoffs ist Harvick nun wieder ganz klar die Nummer eins, obwohl sein Las-Vegas-Sieg von Anfang März aufgrund des dortigen Regelverstoßes gar nicht für die Playoffs zählt.

Stage 1: Larson stürmt nach vorn - Blaney holt Stage-Sieg

Probleme bei der Technische Abnahme vor dem Rennstart gab es diesmal keine, dafür aber die Nachwehen derartiger Probleme vom Freitag. Diverse Piloten hatten auf eine Quali-Runde verzichten müssen und mussten das Rennen somit von weit hinten in Angriff nehmen. Vom 38. und letzten Startplatz allerdings fuhr Kyle Larson nach Dreher im Qualifying los.


Fotos: NASCAR 2018: Kansas City


Zwar hatte Larson beim Start das komplette Feld vor sich, hatte aber als einer der wenigen Fahrer komplett frische Reifen drauf - und mit diesen stürmte er energisch nach vorn. So dauerte es gerade mal 20 Runden, bis Larson die Top 10 im Rennen geknackt hatte. Schon als er kurz zuvor die Top 13 erreicht hatte, war Larson bestplatzierter Chevrolet-Fahrer...

An der Spitze machte es sich im ersten Rennsegment (Stage 1) derweil der von der Pole-Position gestartete Kevin Harvick bequem. Er führte bis es nach 30 Runden die erste angekündigte Gelbphase (Competition-Caution) gab. Grund waren Regenfälle in der Nacht von Freitag auf Samstag. Nicht zum ersten Mal in seiner Rookie-Saison ließ William Byron (Hendrick-Chevrolet) nur zwei frische Reifen aufziehen und setzte sich damit in Führung. Weil aber eines der ausgewechselten Räder davonrollte, hagelte es sofort eine Strafe.

Somit war es Ryan Blaney (Penske-Ford), der beim Restart vor Harvick das Tempo machte. Der Rest von Stage 1 ging unter Grün über die Bühne. Zwar kam Harvick noch einmal stark auf, aber Blaney behielt ganz knapp die Oberhand und gewann dieses erste Rennsegment vor Harvick und Brad Keselowski (Penske-Ford). Larson kreuzte die Linie als Fünfter.

Stage 2: Larson mit erstem Stage-Sieg 2018 für Chevy

Beim Restart zu Beginn von Stage 2 lag Kevin Harvick dank des schnellsten Boxenstopps vor Ryan Blaney. Dahinter aber machte Kyle Larson weiter mit Sieben-Meilen-Stiefeln Boden gut. Aufgrund eines langsamen Boxenstopps nahm Larson den Restart als Achter unter die Räder, war aber nur zwei Kurven später schon wieder Fünfter, nachdem er auf der Außenbahn der Turns 1/2 die beiden Busch-Brothers und auch Denny Hamlin kassiert hatte.

Nach dem ersten Durchgang Green-Flag-Stops im Rennen hatte Larson das Heck von Spitzenreiter Harvick erreicht. In der 133. der insgesamt 267 Runden und somit exakt bei Halbzeit wurde der diesmal in Grün gehaltene #42 Ganassi-Chevy erstmals in Führung notiert. Diese Führung gab Larson bis zum Ende von Stage 2 (Runde 160) nicht mehr ab. Er holte sich seinen ersten Stage-Sieg 2018 vor Harvick und Blaney. Nicht nur für Larson, sondern auch für Chevrolet war es der erste Sieg bei einem Rennsegment in dieser Saison. Für das Modell Camaro war es somit beim zwölften Renneinsatz der erste Stage-Sieg überhaupt.

Stage 3: Kollision mit Blaney kostest Larson Siegchance

Beim Restart zu Beginn des letzten Rennsegments führte Kyle Larson vor Kevin Harvick und an dieser Reihenfolge änderte sich nichts, bis es gut 50 Runden vor Schluss zum letzten Routinestopp unter Grün an die Box ging. Nach diesem Stopp war Larsons Vorsprung auf Harvick noch größer als vorher. Und in dieser Phase gingen auch die meisten Führungsrunden im Rennen an Larson über, wenngleich er vom letzten Startplatz gekommen war. Am Ende sollte der Ganassi-Pilot trotzdem mit (fast) leeren Händen dastehen.

31 Runden vor Schluss gab es die erste Gelbphase aufgrund eines Zwischenfalls. Direkt vor der Nase von Spitzenreiter Larson gerieten ausgangs Turn 2 die zur Überrundung anstehenden Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) und Daniel Suarez (Gibbs-Toyota) aneinander. Beide Fahrzeuge trugen Beschädigungen davon. Für die Führenden ging es so doch nochmals an die Box - diesmal unter Gelb. Auch nach diesem Stopp kam Larson als Erster wieder auf die Strecke.

Den Restart kontrollierte Larson auf der Innenbahn. Doch während er sich gegenüber seinem Hintermann Ryan Blaney behauptete, zog Harvick auf der Außenbahn auf gleiche Höhe mit Larson. Eine komplette Runde lang fuhren die beiden Seite und Seite, dann setzte sich Harvick ausgangs Turn 2 durch. Bei dieser Gelegenheit ging auch Joey Logano (Penske-Ford) an Larson vorbei.

Wenige Runden später kam es im Kampf um Rang drei zur Kollision zwischen Larson und Blaney. Einer leichten Berührung kurz nach Start/Ziel folgte eine etwas stärkere in Turn 1. Dabei fing sich Larson einen Reifenschaden hinten links ein, während Blaney in die Mauer rutschte. Im Interview wenig später nahm Blaney die Schuld für den Zwischenfall auf sich. "Ich habe es mit dem Side-Drafting einfach übertrieben. Ganz klar mein Fehler", so der Penske-Pilot.

Die fünfte Gelbphase wurde ausgerufen und einige Piloten nutzten diese nochmals zum Reifenwechsel. Nicht so Logano, Martin Truex Jr., Erik Jones und Denny Hamlin (beide Gibbs-Toyota), Ryan Newman (Childress-Chevrolet) und Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet).

Wilder Crash mit Byron und Co.

So war es Logano, der das Feld beim folgenden Restart als einer von sechs Piloten mit gebrauchten Reifen anführte. Dahinter folgte Hendrick-Rookie William Byron mit zwei frischen Reifen, gefolgt von der Meute der Fahrer, die vier frische Reifen drauf hatten. Den besten Restart erwischte Truex Jr., der sich auf der Außenbahn an Logano vorbei in Führung schob. Doch noch bevor die Runde beendet war, krachte es ausgangs Turn 4 heftig.

In diesen wilden Crash verwickelt waren Byron, Newman sowie Jamie McMurray (Ganassi-Chevrolet), Ty Dillon (Germain-Chevrolet), Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford), Chris Buescher (JTG-Chevrolet) und Rückkehrer Matt Kenseth (Roush-Ford). Am heftigsten erwischte es Byron, der nachdem er seinen #24 Hendrick-Chevrolet im Pulk aus der Kontrolle verloren hatte, frontal in die äußere SAFER-Barrier einschlug und dabei kurzzeitig den Bodenkontakt verlor.

"Das hat richtig weh getan, aber ich bin okay", so Byron, kurz nachdem er den Check im Medical-Center hinter sich hatte. Die anderen genannten Fahrer rauschten im Chaos ineinander. Nach bangen Sekunden stiegen aber alle aus eigener Kraft aus. Bowyer konnte sogar weiterfahren.

Schlussspurt nach Rot: Harvick fängt Truex Jr. ab

Nach einer kurzen Unterbrechung mit der Roten Flagge, die im Sinne der Aufräumarbeiten ausgerufen wurde, formierten sich die im Rennen verbliebenen Fahrer für die letzten gut zehn Rennrunden. Nun waren die Piloten im Vorteil, die kurz vor dem wilden Crash um Byron und Co. auf vier frische Reifen gesetzt hatten. Allen voran Harvick hatte gute (Reifen-)Karten, hatte aber noch Truex Jr., Logano, Jones, Hamlin und Elliott vor sich.

Spitzenreiter Truex Jr. beschleunigte beim Restart am besten, aber auf der Außenbahn von Reihe drei kam auch Harvick bestens in die Gänge. Schon bald hatte Truex Jr. den hellblauen Ford von Harvick im Nacken sitzen. Eingangs der letzten Runde war es soweit: Harvick zog auf der Außenbahn an Truex Jr. vorbei und nahm diesem damit den schon sicher geglaubten dritten Kansas-Sieg in Folge. Stattdessen fixierte Harvick seinen dritten Sieg auf dieser Strecke und seinen bereits fünften Sieg in der Saison 2018.

Hinter Logano, der Dritter wurde, stürmte Larson nach dem Reifenschaden aufgrund der Kollision mit Blaney noch bis auf Platz vier nach vorn. Angesichts der Tatsache, dass er vom 38. Startplatz aus die meisten Führungsrunden im Rennen verbucht hatte, trotzdem eine Enttäuschung für den frischgebackenen zweifachen Familienvater.

Weiter geht's am kommenden Wochenende in Charlotte mit dem nicht zur Meisterschaft zählenden All-Star Race. Am darauffolgenden Wochenende wird dann an gleicher Stelle um Punkte gefahren, denn in Form des Coca-Cola 600 steht das längste Rennen der gesamten NASCAR-Saison auf dem Programm.

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