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Aprilia

Italien

Porträt

(Stand: Januar 2019) Der Rennsport hat bei Aprilia Tradition. 2015 kehrte der italienische Motorradhersteller nach zehn Jahren Abwesenheit wieder in die MotoGP zurück. Seit 2004 ist Aprilia ein Teil der Piaggio-Gruppe. Ende der Saison 2004 musste die italienische Traditionsmarke die MotoGP auf Drängen der Konzernleitung verlassen. Beim Comeback steht die Gruppe hinter dem Engagement.

Im Grand-Prix-Sport blickt Aprilia auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in den 1980ern rüsteten die Italiener in den kleinen Zweitaktklassen Fahrer mit Material aus. Fahrer wie Loris Reggiani und Alessandro Gramigni bescherten Aprilia erste Erfolge. Gramigni gewann 1992 den ersten WM-Titel für Aprilia. Kazuto Sakata holte in der Saison 1994 den WM-Titel zurück, nachdem Dirk Raudies 1993 mit Honda triumphiert hatte.

Bei den 250ern ist ein Name besonders eng mit Aprilia verknüpft - der von Max Biaggi. Der Italiener holte mit Aprilia von 1994 bis 1996 drei Titel in Folge. Capirossi bescherte Aprilia in der Saison 1998 einen weiteren WM-Titel. Unvergessen sind die Kämpfe zwischen "Capi" und seinen Aprilia-Markenkollegen Tetsuya Harada sowie Valentino Rossi, die in einem dramatischen Saisonfinale endeten.

1996 debütierte Aprilia in der 500er-WM und wollte Honda und Yamaha herausfordern. In der Debütsaison sammelten die Aprilia-Piloten Doriano Romboni und Marcellino Lucchi gerade einmal 24 Punkte. Romboni wurde WM-19., Lucchi beendete die Saison auf Position 32. In der Saison 1997 kam Aprilia immerhin auf 88 Punkte und war damit an Suzuki dran. Honda und Yamaha waren aber noch in weiter Ferne.

Mit dem Wechsel zu den Viertaktern erhielt Aprilia eine neue Chance. Mit der innovativen RS3 Cube präsentierten die Italiener Ende 2001 ein vielversprechendes Motorrad, das von einem Dreizylindermotor angetrieben wurde und eine pneumatische Ventilsteuerung besaß. Zudem waren bereits eine Traktionskontrolle und ein Drive-by-Wire-System an Bord. Doch trotz der Innovationen und einer extremen Spitzenleistung gelang es Aprilia nicht, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Werkspilot Regis Lagoni mühte sich mit der RS3 Cube ab, sammelte 2002 nur 33 Punkte und beendete die Debütsaison der futuristischen MotoGP-Aprilia auf Position 19. Colin Edwards und Noriyuki Haga hatten mit der Maschine ebenfalls ihre Schwierigkeiten und konnten die Dominanz von Honda nie gefährden. Erzfeind Ducati gelang in der Saison 2003 ein sehr gutes Debüt. Während Aprilia die Saison nur auf Position vier der Markenwertung beendete, sicherte sich Ducati den Vizetitel und gewann einen Grand Prix.

Jeremy McWilliams und Shane Byrne konnten mit der RS3 Cube keine Trendwende einleiten. Aprilia rutschte in der Saison 2004 auf Position sechs der Herstellerwertung ab und zog sich aus der MotoGP zurück. In den Zweitaktklassen war Aprilia weiterhin erfolgreich. Doch seit dem Ende der Zweitakter sind die Italiener in den kleinen Klassen nicht mehr vertreten. Nico Terol sicherte in der Saison 2011 den bisher letzten Grand-Prix-Titel.

Mit dem CRT-Engagement kehrte Aprilia 2012 in die MotoGP zurück. Parallel feierten die Italiener mit der RSV4 zahlreiche Erfolge in der Superbike-WM. Max Biaggi und Sylvain Guintoli bescherten Aprilia drei Fahrertitel. 2015 wagte Aprilia einen richtigen Neubeginn in der MotoGP. Das Superbike-WM-Engagement wurde heruntergefahren und an Privatteams weitergegeben. In der MotoGP spannte man mit dem Gresini-Team zusammen.

Die Saison 2015 wurde ein schwieriges Testjahr, doch 2016 ging es mit einem komplett neuen Prototypen langsam bergauf. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte klopften Alvaro Bautista und Stefan Bradl regelmäßig an die Top 10, die Spitze war aber noch weit weg. Trotzdem entließ Aprilia für 2017 beide Fahrer und engagierte stattdessen Aleix Espargaro und Rookie Sam Lowes. Das Motorrad zeigte 2017 Potenzial, aber technische Defekte sorgten für viele Ausfälle. Aprilia beendete die Saison auf dem letzten Platz. Der glücklose Lowes wurde durch Scott Redding ersetzt.

2018 brachte aber keine Trendwende. Aprilia hatte bei der Entwicklung nicht den richtigen Weg eingeschlagen. Weiterhin gab es technische Defekte. Wieder beendete man das Jahr auf dem sechsten und letzten Platz der Markenwertung. Von Redding trennte man sich wieder. Für 2019 wurde neben Espargaro der Italiener Andrea Iannone engagiert. Außerdem wurde mit Massimo Rivola ein Ex-Ferrari-Mann als neuer Leiter installiert.

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