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Pit Beirer: KTMs MotoGP-Problem 2022 ist die Qualifying-Schwäche

KTM-Motorsportdirektor Pit Beirer erklärt, weshalb man das selbstgesteckte Ziel für 2022 bislang nicht ganz erreicht hat, und er verrät, wie es weitergehen soll

(Motorsport-Total.com) - Seit der österreichische Motorradhersteller KTM beim Saisonfinale 2016 in Valencia sein Debüt in der Motorrad-Königsklasse MotoGP gegeben hat, sind mittlerweile genau 100 Rennen vergangen. Die Bilanz: KTM hat in diesem Zeitraum sechs Siege eingefahren. Brad Binder triumphierte zweimal. Miguel Oliveira siegte viermal, wobei ihm zwei dieser vier Siege im Tech-3-Team gelungen sind.

Miguel Oliveira, Raul Fernandez

Das MotoGP-Projekt von KTM ist mittlerweile genau 100 Rennen alt Zoom

Mit der Rennpace der RC16 ist man bei KTM im aktuell sechsten vollen Jahr des MotoGP-Projekts zufrieden. Was aber Sorgen macht, das ist die Pace im Qualifying. "Ja, die eine Runde, die macht uns wirklich gewaltig zu schaffen", bestätigt KTM-Motorsportdirektor Pit Beirer in der 'ServusTV'-Sendung "Sport & Talk aus dem Hangar 7" die Qualifying-Schwäche des Herstellers mit Sitz in Mattighofen in Oberösterreich.

"Natürlich war für uns die Rennpace immer im Vordergrund", so Beirer, um das am Beispiel des zurückliegenden Grand Prix von Großbritannien festzumachen, wo Oliveira beim KTM-Jubiläum mit weniger als drei Sekunden Rückstand auf Sieger Francesco Bagnaia (Ducati) auf P6 ins Ziel kam.

KTM in Silverstone: 20 Sekunden schneller als 2021, aber ...

"Das Rennen war zehn Sekunden schneller als vergangenes Jahr. Die schnellste KTM war 20 Sekunden schneller. Du bist 2,7 hinter dem Sieger im Ziel, aber das interessiert eigentlich niemanden, wenn du Sechster wirst", sagt Beirer.

"Das wissen wir natürlich auch. Und der Realität stellen wir uns ja auch", versichert der KTM-Motorsportdirektor und schlussfolgert: "Unser nächster Schlüssel muss über das Qualifying gehen. Die Schwäche tragen wir jetzt schon eine Weile mit."

Pit Beirer

Pit Beirer weiß, dass der Schlüssel für ein starkes Rennen schon vor dem Sonntag liegt Zoom

Den Piloten Binder und Oliveira macht Beirer im Zusammenhang mit der aktuellen Qualifying-Schwäche keinen Vorwurf, ganz im Gegenteil: "Da muss von uns was kommen. Da arbeiten wir dran. Und dann werden wir andere Rennen fahren."

Das Problem: Wenn man sich in der Kombination der ersten drei Freien Trainings nicht direkt für das zweite Qualifying-Segment (Q2) qualifiziert, und dann zu allem Überfluss auch in Q1 nicht weiterkommt, dann steht man bestenfalls in der fünften Startreihe. "Die Jungs gehören in die erste oder zweite Startreihe. Und dann könnten wir natürlich auch um die Podiumspositionen kämpfen, für die wir auch angetreten sind", so Beirer.

Beirer kündigt spezielles Qualifying-Motorrad an

"Wir wollten dieses Jahr regelmäßig um Podiums fahren", erinnert der Motorsportdirektor an die Zielsetzung im Hause KTM für die Saison 2022 und stellt heraus: "Wenn wir uns jetzt einfach die Rennpace anschauen, dann sind wir dabei. Dann sehen wir ganz genau, dass wir nach zwei, drei Runden einfach mit der Spitze mitgehen können. Aber das Rennen beginnt halt am Start und nicht nach zwei, drei Runden."

Start zum GP Amerika 2022 auf dem Circuit of The Americas in Austin

Mit schwachen Qualifyings (Foto: Austin) ist für die KTM-Piloten im Rennen wenig zu holen Zoom

Tatsächlich liegt der Schüssel zu einem starken Rennergebnis für Beirer schon noch früher, nämlich in guten Freien Trainings als Basis für ein starkes Qualifying, was dann wiederum die Basis für ein starkes Rennen ist: "Es beginnt eigentlich schon am Freitag, Samstag. Du musst einfach anders reinwachsen in das Rennwochenende. Und das müssen wir jetzt ganz dringend drehen, denn wir wollen mehr."

Laut Beirer geht der Trend in der modernen MotoGP-Szene "ganz klar" dazu, dass "wirkliche Qualifying-Motorräder gebaut werden, die einfach speziell auf die eine Runde zugeschnitten sind". Bei KTM aber hatte man diesbezüglich "bisher einfach nicht die Zeit und die Kraft, das umzusetzen".

"Aber das wird unser nächster großer Schritt werden", kündigt Beirer für die Zukunft ein solches spezielles Qualifying-Motorrad von KTM an.

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