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MotoGP-Rookie beeindruckt: Augusto Fernandez in Le Mans starker Vierter

Ein vierter Platz im fünften Rennen: Damit beeindruckte MotoGP-Rookie Augusto Fernandez in Le Mans nicht nur seine Rivalen, sondern auch seinen Teamchef

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Frankreich fuhr Augusto Fernandez sein bisher bestes Rennwochenende in der MotoGP. Zwar stürzte der GasGas-Pilot im Sprint, zog aber erstmals in Q2 ein und fuhr im Hauptrennen am Sonntag auf Platz vier.

Titel-Bild zur News: Augusto Fernandez

Augusto Fernandez verpasst das Podest in Le Mans nur um 1,5 Sekunden Zoom

Dabei gibt der MotoGP-Rookie zu: "Ich bin im Sprint und im Warm-up gestürzt. Das hat mich ein wenig Selbstvertrauen gekostet. Beim Vorderreifen bin ich ein Risiko eingegangen. Am Samstag war es ein Fehler, sich für den Medium zu entscheiden, also nahm ich den Soft. Ich hatte damit ein besseres Gefühl."

Von Platz zwölf gelang ihm ein guter Start. Nach der ersten Runde war Fernandez bereits Neunter. "Ich konnte dann das ganze Rennen über an der Gruppe dranbleiben. Meine Pace war gut." Er kämpfte sich an Markenkollege Jack Miller vorbei und hielt in der Schlussphase den Angriffen von Aleix Espargaro stand.

"Auf der letzten Runde überholte mich Aleix. Es war ein guter Kampf, ich versuchte, mich zu verteidigen. Am Ende konnte ich das Duell für mich entscheiden. Ich bin happy."

Reifentechnisch war Fernandez gegenüber Espargaro in der Schlussphase eigentlich im Nachteil, denn der Aprilia-Pilot fuhr die harte Mischung am Vorderrad. "Mein Vorderreifen hat natürlich abgebaut. Ich glaube, deshalb entschied sich Aleix für die harte Variante. Er holte am Ende auf", erklärt Fernandez.

"Aber ich wusste schon, dass ich zu kämpfen haben werde und den Reifen managen muss, weil der Vorderreifen am Limit war. Aber ich konnte es anders als noch am Samstag spüren. Es war das Risiko also wert", zeigt sich der GasGas-Pilot erleichtert.

Aleix Espargaro: "Seine Situation ist nicht einfach"

Sein Kontrahent gratuliert: "Glückwunsch an ihn. Es reicht nicht nur, von weiter vorne zu starten. Er war auch in der Lage, die KTMs zu überholen, und hatte eine sehr solide Pace. Ich freue mich für ihn, denn ich weiß, wie schwer es ist, sich in diesem Paddock zu behaupten", betont der erfahrene Espargaro.

"Man muss kämpfen wie ein Löwe, und das tut er. Seine Situation ist nicht einfach, denn wir wissen, wie das Team in der Vergangenheit mit Rookies umgegangen ist."

Damit erinnert er an Remy Gardner, der wie Augusto Fernandez nach seinem Moto2-Titelgewinn aufstieg und nach nur seiner Saison wieder rausflog. Einige prophezeien Fernandez ein ähnliches Schicksal, sollte Moto2-Talent Pedro Acosta aufsteigen.

Auf seiner Zukunft angesprochen, sagt Fernandez selbst: "Da müssen sie eine andere Person fragen. Ich bin sehr glücklich mit diesem vierten Platz in meinem fünften MotoGP-Rennen. Ich konzentriere mich darauf, meine Arbeit zu machen. Ich will natürlich mehr, ich bin hier, um zu gewinnen. Darauf liegt mein Fokus."

Mit dem Motorrad fühlt sich der Spanier jetzt besser als noch zu Saisonbeginn, obwohl sich die Basis nicht groß verändert hat: "Wir haben die Ergonomie verbessert, sodass ich mich jetzt wohler fühle. Also keine neuen Teile oder so etwas. Aber ich denke, wir sollten damit auch auf den anderen Strecken gut zurechtkommen."

Fernandez sieht Fortschritte mit dem Motorrad

"An diesem Wochenende habe ich das Motorrad zum ersten Mal gespürt. Ich verstehe, wie ich schnell sein kann", betont Fernandez und verweist noch einmal auf seine Reifenwahl.

"Am Samstag hatte ich Angst davor, meinem Gefühl zu folgen. Aber dann sagte ich mir nach den zwei Stürzen, ich nehme den Soft-Reifen. Damit fühle ich mich gut. Und das hat sich ausgezahlt. Ich werde auch in Zukunft meinem Instinkt folgen."


Fotos: MotoGP: Grand Prix von Frankreich (Le Mans) 2023, Grand Prix


Miller, der sich Fernandez in Le Mans geschlagen geben musste und später gestürzt ausschied, lobt die Arbeit seines Markenkollegen. "Er schlägt sich gut. Er macht seine Arbeit, beschwert sich nicht und tut das, was ein Rookie tun sollte. Herauskommen solche Ergebnisse. Er macht wirklich einen fantastischen Job."

"Ich war überrascht, als er mich überholte. Es war ein kleiner Schock, aber es ist schön zu sehen, dass eine andere KTM so gut abschneidet. Das Motorrad funktioniert für uns alle gut, obwohl wir recht unterschiedliche Fahrstile haben", so Miller.

Dass an diesem Rennsonntag ausgerechnet Fernandez das beste Ergebnis für KTM und Tech-3-GasGas holte, freute einen ganz besonders: Teamchef Herve Poncharal.

Herve Poncharal bejubelt starke Heimergebnis

Er durfte in der Moto3 bereits über den Sieg von Daniel Holgado jubeln. Zuvor hatte Tech 3 noch nie einen Heim-Grand-Prix gewonnen. "Das war schon ein großes Gefühl. Und wir sagten uns: 'Gut, ein Teil des Tages ist geschafft, mal sehen, was in der MotoGP passiert.' Und dann fuhr Augusto ein unglaubliches Rennen."

"Was ich auch betonen möchte, ist, dass er nicht nur hier ist, weil es vorne Stürze gab", hält Poncharal fest. "Das ist ein bisschen eine Abwertung seiner Leistung. Er fuhr ähnliche Zeiten wie die anderen Fahrer der gleichen Marke - also Binder und Miller - er war sogar schneller, weil er sie beide überholt hat."

"Er kämpfte mit Aleix Espargaro auf der offiziellen Aprilia, der es nie schaffte, ihn zu überholen. Und er ist sehr, sehr nah an Johann Zarco und Jorge Martin auf Platz zwei dran." In der Tat fehlten Fernandez im Ziel nur 1,5 Sekunden auf das Podium.

"Es ist also ein echter vierter Platz. Wir sind sehr, sehr stolz. Es ist erst sein fünftes Rennen, er ist ein Rookie, er arbeitet wirklich gut. Er ist auch mental stark, weil er im Warm-up gestürzt ist, und es ist nicht einfach, nach einem Sturz so einen Start hinzulegen und diese Pace zu haben, die er hatte. Das ist fantastisch."

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