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Mehr Rennen, weniger Tests: Wie die MotoGP-Hersteller dazu stehen

Mit einer steigenden Anzahl von Rennen im MotoGP-Kalender könnte die offizielle Testzeit weiter schrumpfen, doch Honda, Suzuki und Aprilia schreckt das nicht

(Motorsport-Total.com) - Im kommenden Jahr wächst der MotoGP-Kalender auf 20 Rennen an und könnte in Zukunft noch umfangreicher werden, zulasten der offiziellen Testfahrten, die perspektivisch weiter reduziert werden könnten. Viele Piloten befürworten weniger Tests, doch was bedeutet das für die Entwicklung der Hersteller?

Stefan Bradl

Stefan Bradl absolvierte in dieser Saison bereits ein umfangreiches Testprogramm Zoom

"Mit weniger Möglichkeiten für Tests müssen wir die Art und Weise, wie wir das Motorrad weiterentwickeln, natürlich überdenken", weiß Takeo Yokoyama, MotoGP-Projektleiter bei Honda, macht sich aber dennoch keine Sorgen: "Der Umfang, in dem wir entwickeln, wird sich nicht verringern. Das denke ich nicht."

Schließlich habe jeder Hersteller seine Testfahrer, "deren Bedeutung damit sicherlich steigen wird", glaubt Yokoyama. "In unserem Fall sind wir mit der Arbeit von Stefan Bradl sehr zufrieden." Der Deutsche verdingt sich seit 2018 als offizieller Honda-Testfahrer, hat hin und wieder auch Wildcard-Einsätze.

"Er gibt uns sehr gutes Feedback und tatsächlich ähnelt das, was er uns sagt, der Rückmeldung unserer Stammfahrer", lobt Yokoyama Bradls Arbeit. Deshalb schreckt ihn die begrenzte Testzeit nicht: "Wenn es dazu kommen sollte, dass wir mehr Rennen und weniger Tests haben, ist das für Honda in Ordnung."

Der Hersteller könne sein Motorrad auch dann mehr oder weniger im selben Umfang weiterentwickeln, wenn auch mit einer etwas anderen Herangehensweise, betont Yokoyama und findet Fürsprecher. "Ich stimme Takeo zu", sagt etwa Romano Albesiano, verantwortlich für die technische Entwicklung bei Aprilia.

Sylvain Guintoli

Die Bedeutung von Testfahrern wie Sylvain Guintoli könnte künftig weiter steigen Zoom

"Das Testteam wird an Bedeutung gewinnen", blickt der Italiener voraus. "Und auch ein Satellitenteam zu haben, wird dann wichtiger sein. Denn dann kann man auch mit den Satellitenfahrern einige Tests durchführen. Es sieht so aus, als würde die Zukunft in diese Richtung gehen. Dem müssen wir uns anpassen."

Aktuell verfügt Aprilia über kein MotoGP-Kundenteam. Mit Suzuki ist es der einzige Hersteller, auf den dies zutrifft. Doch Shinichi Sahara von Suzuki betont: "Unser Testfahrer Sylvain Guitnoli leistet einen großen Beitrag zu unserer Entwicklung. Wie Takeo glaube ich nicht, dass wir künftig Probleme haben werden."

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