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Herve Poncharal von Christophe Ponsson beeindruckt

Der Avintia-Ersatzpilot hat beim Tech-3-Teamchef einen bleibenden Eindruck hinterlassen - Für Kundenteams ist die Verpflichtung von Ersatzfahrern ein Problem

(Motorsport-Total.com) - Avintia entfachte in Misano eine Debatte, als sie Christophe Ponsson als Ersatzfahrer nominierten. Ohne MotoGP-Erfahrung sprang der 22-jährige Franzose ins kalte Wasser und musste sich im Laufe des Rennwochenendes an die über 250 PS starke Ducati Desmosedici, die Carbon-Bremsen, die Michelin-Reifen und die komplexe MotoGP-Elektronik gewöhnen. Schlussendlich meisterte er seine Aufgabe gut und zeigte eine solide Leistung.

Christophe Ponsson

Christophe Ponsson tastete sich in Misano Schritt für Schritt ans Limit heran Zoom

"Ihm wurde diese Chance angeboten und er nahm sie an. Ich verstand das allerdings nicht, als ich es mitbekam", wundert sich Tech-3-Teamchef Herve Poncharal im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Zuerst einmal dachte ich, dass es vor allem für ihn gefährlich ist, weil diese Maschinen absolute Waffen sind."

"Man springt ohne einen Test auf eine solche Maschine und dann noch auf einer Strecke, die für die MotoGP schwierig ist, weil sie so klein ist. Das Motorrad ist ein Prototyp, der sehr spezielle Michelin-Reifen montiert hat, dann noch die Carbon-Bremsen. Es ist wirklich schwierig", analysiert Poncharal.

"So richtig hatte ich das alles nicht verstanden. Doch er meisterte die Herausforderung sehr gut", lobt der Tech-3-Teamchef. "Ich muss ihn loben, denn er stürzte nicht. Das war nicht einfach. Er steigerte sich mit jeder Session und Runde deutlich. Schlussendlich lieferte er eine sehr gute Leistung ab. Er verhielt sich im Training und im Rennen gut, behinderte die anderen Fahrer nicht und lernte."

Christophe Ponsson

Christophe Ponsson pilotierte die Ducati, die sonst Xavier Simeon fährt Zoom

Das Auftreiben eines geeigneten Ersatzfahrers ist für die MotoGP-Privatteams keine einfache Angelegenheit. Den Werken fällt diese Aufgabe deutlich leichter, denn Honda, Yamaha, Ducati, Suzuki und KTM können auf Testfahrer zurückgreifen.

"Das Problem ist, einen Ersatz aufzutreiben. Man muss einen Fahrer auswählen, der das Niveau und die Erfahrung hat. Es wird noch schwieriger, wenn er vorher nicht testen kann. Uns ist aber bewusst, dass wir verletzte Fahrer ersetzen müssen. Auch für KTM war es ein Problem. Sie hatten Glück, dass Loris Baz die Aufgabe übernahm", bemerkt Poncharal.

"Werksteams haben Vorteile, weil sie Testfahrer haben. Sie sind in der Lage, Druck auf die Kundenteams auszuüben und sie fahren zu lassen. Doch für uns private Teams ist es sehr schwierig", schildert er. "Ich möchte niemanden verantwortlich machen. Es ist immer einfach, wenn man in seinem Büro sitzt und dann Dinge kritisiert. Ich muss mit solchen Situationen umgehen. Diese waren nie besonders einfach."

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