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"Alles war perfekt": Was ist für Bagnaia nach Rekordpole im Rennen drin?

Francesco Bagnaia feiert seine erste Poleposition der Saison und hofft auf den ersten Podestplatz - Seine Schulter und Fabio Quartararo könnten ihm im Weg stehen

(Motorsport-Total.com) - Was für ein Comeback! Noch vor einer Woche musste Francesco Bagnaia nach einem schweren Sturz im Qualifying vom letzten Startplatz ins Rennen gehen und fuhr trotz angeschlagener Schulter noch auf Platz acht. Diesmal sind die Aussichten auf ein Topergebnis umso besser, denn in Jerez eroberte er die Pole.

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia krönte seine Pole mit einem neuen Streckenrekord Zoom

Schon in den Trainings zuvor hatte der Ducati-Pilot sein Tempo unter Beweis gestellt. Er toppte sowohl das dritte als auch das vierte Freie Training. Mit einem neuen Streckenrekord von 1:36.170 Minuten fuhr er im Qualifying dann aber in einer eignen Liga.

Satte 0,453 Sekunden betrug sein Vorsprung. Yamaha-Konkurrent Fabio Quartararo, in den vergangenen drei Jahren Polesetter in Jerez, musste sich mit Platz zwei zufriedengeben.

Rennen in Portimao brachte das Gefühl zurück

"Es ist wahrscheinlich die beste Runde, die ich je gefahren bin", sagt Bagnaia. "Alles hat perfekt gepasst. Ich versuchte zu pushen und mir sind keine Fehler unterlaufen. Wenn man so ans Limit geht, passiert es normalerweise schnell, dass man in einer Kurve mal von der Linie abkommt. Aber heute war alles perfekt."

Im Rückblick auf das Rennen in Portimao betont der Italiener: "Ich hatte das Glück, dass ich starten durfte, denn ich fühlte mich wieder großartig mit meinem Motorrad. Das Gefühl war zurück, vor allem auf der Bremse." Daran habe er an diesem Grand-Prix-Wochenende in Jerez direkt wieder anknüpfen können.

"In jeder Session habe ich mich ein bisschen verbessert, und auch heute im vierten Freien Training war mein Gefühl wirklich gut", spricht er seine Pace an. Sie deutet darauf hin, dass es im Kampf um den Sieg zum Duell zwischen ihn und Quartararo kommen könnte.

Bagnaia zählt vier Fahrer zum Favoritenkreis

"Mit Sicherheit ist das Fabios Strecke", weiß Bagnaia. "Er ist immer so konkurrenzfähig, so stark. Im Vergleich zu gestern haben wir die Lücke zu ihm ein wenig geschlossen, was die Pace angeht. FT4 war wirklich gut für mich in puncto Speed und Konstanz. Ich denke also, dass wir einen guten Kampf haben können."

Doch der Ducati-Pilot hat noch zwei weitere Fahrer auf der Rechnung. "Aus meiner Sicht haben auch Aleix und Joan Mir eine gute Pace. Ich denke, vier Fahrer haben eine gute Pace. Und Fabio ist im Moment der Mann an der Spitze", so Bagnaias Einschätzung.


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Eine Prognose will er daraus aber nicht ableiten: "Es ist noch zu früh, um eine Vorhersage zu treffen. Fabio war das ganze Wochenende über schnell, und die Bedingungen im Rennen sind immer ein wenig anders. Wir müssen also bis morgen warten."

Wird lädierte Schulter im Rennen zum Handicap?

Obwohl er vor der Saison von vielen als Favorit auf den Titel gehandelt wurde, hat Bagnaia bisher noch keinen Podestplatz einfahren können. Auf die Frage, wie wichtig es sein wird, dass Rennen vor Quartararo, dem aktuellen WM-Leader zu beenden, sagt er: "Natürlich will ich morgen am liebsten gewinnen."

"Aber für mich wird es wichtiger sein, überhaupt vorne mitzukämpfen. Denn es wird die erste Gelegenheit seit Beginn der Saison sein, um den Sieg zu kämpfen", so der Italiener.

Wie sehr seine noch immer schmerzende Schulter dabei ein Handicap sein wird, bleibt abzuwarten. "Es stimmt, dass es im Vergleich zu gestern ein bisschen schlechter ist. Aber das ist normal, wenn man pusht", räumt Bagnaia. "Es wird hoffentlich keine Einschränkung sein. Das war es im Zeitangriff jedenfalls nicht."

Am Samstag versuchte er noch, sich zu schonen, soweit das eben möglich war. "Bei mehr Runden könnte es schwieriger werden. Aber das Clinica Mobile wird mich für morgen schon gut versorgen", sagt der Polesetter, der schon am Freitag mutmaßte, die Schmerzmitteldosis für Sonntag wohl erhöhen zu müssen.

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