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Premierensieg: Kimball in Mid-Ohio nicht zu halten

Charlie Kimball (Ganassi-Honda) fährt beim Honda Indy 200 in Mid-Ohio zu seinem ersten IndyCar-Sieg - Simon Pagenaud und Dario Franchitti mit ihm auf dem Podium

(Motorsport-Total.com) - Charlie Kimball hat es geschafft! Beim 45. IndyCar-Start seiner Karriere fuhr der 28-jährige Kalifornier in Diensten von Chip Ganassi Racing in Mid-Ohio zu seinem ersten IndyCar-Sieg. Und das, nachdem er seinen Boliden im dritten Freien Training am Samstag heftig in die Reifenstapel gesetzt hatte und das Rennen im Ersatzauto unter die Räder nehmen musste.

Charlie Kimball

Charlie Kimball (Ganassi-Honda) fuhr im Ersatzauto zu seinem ersten IndyCar-Sieg Zoom

"Ich kann meinen Jungs gar nicht genug dafür danken, dass sie das Auto nach dem Crash gestern so schnell wieder aufgebaut haben", freute sich Kimball nach seinem ersten IndyCar-Sieg in der Victory Lane. Nach James Hinchcliffe (St. Petersburg), Takuma Sato (Long Beach) und Simon Pagenaud (Detroit) ist Kimball bereits der vierte Premierensieger der laufenden IndyCar-Saison.

Der erste große Sieg in der Rennfahrerkarriere des an Diabetes leidenden Kaliforniers ist es allerdings nicht. Ende Januar gewann Kimball gemeinsam mit Juan Pablo Montoya, Scott Pruett und Memo Rojas die 24 Stunden von Daytona.


Fotos: IndyCars in Mid-Ohio


Als die 90 Runden auf dem Mid-Ohio Sports Car Course eröffnet wurden, setzte Ryan Hunter-Reay (Andretti-Chevrolet) seine Pole-Position sofort in die Führung um. Will Power (Penske-Chevrolet) und Scott Dixon (Ganassi-Honda) folgten dem amtierenden IndyCar-Champion in der Anfangsphase auf dem Fuße. Das gesamte Feld kam ohne Zwischenfälle über die ersten Runden. Simona de Silvestro (KV) arbeitete sich vom neunten Startplatz schnell auf Platz sieben nach vorn.

Der neben Dixon aus Reihe zwei losgefahrene Marco Andretti (Andretti-Chevrolet) war in Reihen der Spitzengruppe der einzige Fahrer, der das Rennen mit den härteren Blacks von Firestone in Angriff nahm. Die übrigen Top-Qualifikanten vertrauten für den ersten Stint auf die weicheren Reds. Überraschenderweise war Andretti in Runde 16 einer der ersten, die die Box zum Reifenwechsel aufsuchten. Somit war für den Sohn von Teambesitzer Michael Andretti der vermeintliche Vorteil, mit den härteren Reifen länger draußen bleiben zu können, ebenso dahin wie die Option einer Zweistoppstrategie.

In Runde 30 führte Hunter-Reay weiterhin vor Power und Dixon als er seinen gelben Andretti-Chevrolet mit der Startnummer 1 zum ersten Stopp in die Boxengasse lenkte. Power und Dixon folgten in Hunter-Reays Windschatten. Die Spitze war augenscheinlich auf zwei Boxenstopps gepolt. In exakt derselben Reihenfolge wie sie hereingekommen waren, verließen Hunter-Reay, Power und Dixon die Pitlane. Auf der Strecke allerdings mussten sie sich hinter den früher an der Box gewesenen Charlie Kimball, James Hinchcliffe (Andretti-Chevrolet) und Simon Pagenaud (Schmidt-Honda) einreihen.

Zwei Stopps vs. drei Stopps

Ryan Hunter-Reay

Polesetter Ryan Hunter-Reay setzte auf zwei Stopps: Die falsche Wahl Zoom

Kimball (erster Stopp in Runde 19), Pagenaud (in Runde 25) und Hinchcliffe (in Runde neun) ritten von Beginn an eine Dreistoppstrategie. Die erhoffte Gelbphase blieb allerdings aus und schon in Runde 36 steuerte Hinchchliffe zum zweiten Mal die Boxengasse an. In Runde 40 führten Kimball und Pagenaud auf den Reds von Firestone vor den komplett auf Blacks rollenden Top 3 der Anfangsphase - Hunter-Reay, Power und Dixon. Einen Umlauf später tauchte Kimball für seinen zweiten Stopp in die Pitlane ab, musste bei diesem aber nur Pagenaud ziehen lassen. Die Schwergewichte von Andretti, Penske und Ganassi hatte der Fahrer des Ganassi-Honda mit der Startnummer 83 dank seiner zuvor auf den Reds hingelegten schnellen Runden nach wie vor hinter sich.

In Runde 47 kam auch Pagenaud herein und gab damit die Führung wieder an Kimball ab. Genau wie diesem beim eigenen Stopp sechs Runden zuvor gelang es auch Pagenaud, sich vor Hunter-Reay, Power und Dixon wieder in den Verkehr einzureihen. Nur einen Umlauf später dann die Überraschung als auch Dixon zum zweiten Mal an die Box kam und sich damit von einer Zweistoppstrategie verabschiedete. Auf Platz elf reihte sich der vierfache Mid-Ohio-Sieger wieder ein und verlor im Mittelfeld entscheidend Zeit. Der kurzfristige Strategiewechsel von zwei auf drei Stopps kam zu spät.

Hunter-Reay und Power hingegen bleiben bis Runde 60 auf der Bahn und hielten sich damit exakt an den Plan ihrer zwei Stopps über die 90-Runden-Distanz. Beim IndyCar-Titelverteidiger in Diensten von Andretti Autosport klappte der Stopp aber nicht optimal: Hunter-Reay fuhr etwas zu weit und musste zurückgeschoben werden, um den Tankvorgang beginnen zu können. Unterdessen lief bei Power und der Penske-Crew alles wie geschmiert und der Australier zog in der Boxengasse am Polesetter vorbei.

Einziger Ausfall: Pech für Indy-500-Sieger Kanaan

Tony Kanaan

Tony Kanaan musste seinen KV-Chevy mit technischem Defekt abstellen Zoom

Draußen auf der Strecke hielten Kimball und Pagenaud durch vier Sekunden getrennt das Zepter weiterhin in der Hand. Es folgten die Andretti-Piloten Hinchliffe und Marco Andretti sowie Tabellenführer Helio Castroneves (Penske-Chevrolet). 27 Runden vor der Karierten Flagge legte Hinchcliffe seinen letzten Stopp ein. Im Falle des Kanadiers war es Stopp Nummer drei.

In Runde 65 suchte auch der Führende Kimball zum dritten und letzten Mal seine Ganassi-Crew auf. Reglementbedingt ließ der Kalifornier die weicheren Reds montieren, weil er seine ersten beiden Stints auf den Blacks absolviert hatte. Zeitgleich rollte Indy-500-Sieger Tony Kanaan (KV-Chevrolet) auf der Gegengeraden ohne Vortrieb aus. Es sollte der einzige Ausfall im Verlauf der 90 Mid-Ohio-Runden bleiben.

Durch Kimballs Stopps übernahm Pagenaud kampflos die Spitze, während sich der Ganassi-Pilot auf Position zwei vor seinem Teamkollegen Dario Franchitti und Simona de Silvestro einreihte. Der Schotte und die Schweizerin hatten ihren letzten Stopp aber noch vor sich. Bei de Silvestro kam dieser in Runde 68, bei Franchitti einen Umlauf später. Somit führte Pagenaud vor Kimball, Power, Hunter-Reay und Castroneves.

Kimball setzt sich gegen Pagenaud durch

Simon Pagenaud

Simon Pagenaud: Platz zwei für den Sieger des zweiten Detroit-Rennens Zoom

Weil Kimball hinter einigen Überrundeten - allen voran Ernesto Viso (Andretti-Chevrolet; 17.) - festhing, entschieden sich Leader Pagenaud und die Crew von Sam Schmidt, den letzten Stopp länger als geplant hinauszuzögern. In Runde 72 und somit 18 Runden vor der Karierten Flagge kam der Pagenaud-Stopp. Dieser klappte reibungslos, doch beim Einsortieren in den Rennverkehr wurde es dramatisch. Der Franzose kam direkt vor dem eine Runde zurückliegenden Viso, der seinerseits Kimball im Nacken hatte, auf die Bahn zurück.

In Turn 2 - dem berüchtigten Keyhole - setzte sich Viso dank seiner auf Betriebstemperatur befindlichen Reifen vor Pagenaud und brachte sich (vorübergehend) zurück in die Führungsrunde. Das entscheidendere Manöver geschah jedoch wenige Meter später als sich Kimball am Ende der Gegengeraden auf der Innenbahn am kalt bereiften Pagenaud vorbeipresste und sich damit die Führung zurückholte.

In den letzten 18 Runden ließ Kimball an der Spitze nichts mehr anbrennen und sicherte sich mit einem Vorsprung von 5,5 Sekunden auf Pagenaud seinen ersten IndyCar-Sieg. "Letztlich war es eine gemeinsame Entscheidung des Teams. Wir wollten hier unbedingt einen Ganassi-Sieg sicherstellen", so Kimball in Anspielung darauf, dass eigentlich Teamkollege Scott Dixon dank seiner vier Mid-Ohio-Siege in den vergangenen sechs Jahren und dank des Schwungs von zuletzt drei Siegen (Pocono und zweimal Toronto) als Favorit ins Rennen gegangen war. Für den Neuseeländer wurde es jedoch nichts mit einer Top-5-Platzierung.

Frust bei Hunter-Reay und Power

Will Power

Will Power war als Vierter bester Chevy-Pilot beim Honda Indy 200 Zoom

Hinter Sam-Schmidt-Speerspitze Pagenaud brachte Franchitti den zweitbesten Ganassi-Honda auf Platz drei ins Ziel und machte damit den totalen Honda-Triumph beim Honda Indy 200 perfekt. "Charlie fuhr ein tolles Rennen. Ich kann ihm nur gratulieren", so Pagenaud, der sich zufrieden zeigt: "Nach unserem Sieg in Detroit ist es schön, wieder einmal auf dem Podium zu stehen."

Für die aus Startreihe eins losgefahrenen Will Power und Ryan Hunter-Reay blieben hingegen nur die Plätze vier und fünf. "Ich habe mich immer an Ryan orientiert. Als er an die Box ging, fuhr auch ich herein. Unterm Strich ist es ein enttäuschendes Ergebnis", so Vize-Champion Power nach Platz vier. Den amtierenden Champion Hunter-Reay konnte der Australier nur dank dessen Problemen beim letzten Boxenstopp kassieren. "Leider gab es keine Gelbphase. So mussten wir an unserem Zweistopp-Plan festhalten und der ging nicht auf", bedauert der von der Pole-Position losgefahrene Hunter-Reay nach Platz fünf. Schon im Vorjahr ging das Honda Indy 200 komplett ohne Gelbphase über die Bühne.

Castroneves baut Tabellenführung aus

Scott Dixon, Helio Castroneves

Helio Castroneves reist mit 31 Punkten Vorsprung auf Scott Dixon nach Sonoma Zoom

Helio Castroneves verteidigte nach einer Dreistoppstrategie mit Platz sechs nicht nur seine Tabellenführung, sondern konnte diese sogar leicht ausbauen, weil Verfolger Scott Dixon als Siebter direkt hinter ihm einlief. Der Neuseeländer geht nun mit einem Rückstand von 31 Punkten auf den "Spiderman" in die letzten fünf Saisonläufe.

Hinter Castroneves und Dixon machten Justin Wilson (Coyne-Honda; 8.) und die Andretti-Piloten Marco Andretti (9.) und James Hinchcliffe (10.) die Top 10 des Mid-Ohio-Rennens komplett. "Auf den Reds waren wir einfach nicht schnell genug. Es war nicht unser Tag", so Andretti, dessen Punkterückstand auf Tabellenführer Castroneves nun schon 76 Zähler beträgt.

Simona de Silvestro verpasste die Top 10 beim 14. von 19 IndyCar-Saisonläufen mit Platz elf knapp. Sebastien Bourdais (Dragon-Chevrolet) lief direkt hinter der Eidgenossin auf Platz zwölf ein. Oriol Servia, der im Cockpit des Panther-Chevrolet für den verletzten Ryan Briscoe einsprang, wurde 14. Die beiden IndyCar-Debütanten James Davison (Coyne-Honda) und Luca Filippi (Herta-Honda) kamen als letzte Piloten in der Führungsrunde auf den Plätzen 15 und 16 ins Ziel.

Der 15. von 19 Saisonläufen steigt am 25. August in Sonoma. Auf dem kalifornischen Rundkurs gibt Lucas Luhr im zweiten Fisher-Honda sein IndyCar-Debüt.

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25.01. 21:15

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