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Power bezwingt Castroneves und Franchitti

Will Power und Helio Castroneves sorgten in Edmonton für einen Penske-Doppelsieg vor Tabellenführer Dario Franchitti - Takuma Sato im Pech

(Motorsport-Total.com) - Eines vorweg: Nach dem Crashfest von Toronto boten die 26 Piloten in Edmonton ein sozusagen normales IndyCar-Rennen mit nur zwei Gelbphasen und trotzdem vielen Überholmanövern. Am Ende hatte Will Power nach 80 Runden knapp die Nase vor seinem Penske-Teamkollegen Helio Castroneves. Kaum zu glauben aber wahr: Für den "Spiderman" bedeutete dies Mitte Juli seine erste Podiumsplatzierung des laufenden IndyCar-Jahres!

Will Power, Dario Franchitti

Finale: Will Power hält Helio Castroneves und Dario Franchitti in Schach Zoom

Power wiederum zog mit seinem vierten Saisonsieg nach Barber, Sao Paulo und Texas gleich mit Dario Franchitti, der seinen Ganassi-Dallara hinter dem Penske-Duo auf Rang drei ins Ziel brachte. Damit verkürzte der Australier in der Gesamtwertung seinen Abstand auf Franchitti um 17 Punkte und rangiert nunmehr um 38 Zähler hinter dem Schotten.


Fotos: IndyCars in Edmonton


"Dieses kleine Comeback war dringend nötig", atmete Power nach seiner Zieldurchfahrt auf. Seine Prognose: "Wir sind nun näher an der Tabellenführung dran und werden den Rückstand Stück für Stück abarbeiten." Castroneves wiederum fiel ein großer Stein vom Herzen: "Ich habe allen Grund zum Lächeln, denn wir haben ein solides Ergebnis gebraucht. Und dieses Resultat ist grundsolide."

Der große Pechvogel von Edmonton hieß jedoch Polesetter Takuma Sato, der in Runde 39 völlig unschuldig von Ryan Hunter-Reay (Andretti; 7.) umgedreht wurde. Sato lieferte bis dato ein gutes IndyCar-Rennen ab und lag hinter Power auf Rang zwei. Weil er dabei seinen KV/Lotus abwürgte, verlor der Japaner eine ganze Runde und hatte als 21. keine Siegchance mehr.

Fehler bei Sato und Franchitti

Start Edmonton

Polesetter Takuma Sato (li.) hatte am Start die Nase vorne Zoom

Dabei begann auch Edmonton turbulent. Alex Tagliani (Sam Schmidt; 17.) erlaubte sich eingangs Turn 5 einen Mega-Verbremser und schlitzte dabei den linken Hinterreifen von Graham Rahal (Ganassi; 26.) auf. Als dessen Dallara in Richtung Box humpeln wollte, drehte er sich vor den Frontspoiler von Paul Tracy (Dragon; 25.), was beide bereits in Runde eins aus dem Rennen nahm. Tagliani bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe.

Sato hatte den Start und den Restart für sich entschieden. Doch mit dem starken Trio Power, Scott Dixon und Franchitti im Kreuz lautete die große Frage, ob und wann der Leader einen Fehler begehen würde. Dieser kam in Runde 19, als er Turn 12 nicht optimal erwischte. Daher verlor der KV/Lotus in der folgenden Kurve gleich zwei Positionen an Power und Dixon, Franchitti legte wenig später nach. Damit war der Polesetter von Edmonton plötzlich nur noch Vierter.

Oriol Servia (Newman/Haas; 22.) war mit starkem Untersteuern von Startplatz acht auf zwölf zurückgefallen, als er in Runde 24 die ersten Stopps eröffnete. Nur einen Umlauf später wurde er heftig von Mike Conway (Andretti; 8.) attackiert, was Gelbphase Nummer zwei auslöste. Diese lag im ersten von zwei Benzinfenstern, was das fast komplette Feld zum Tanken rief. Lediglich Conway und Tagliani blieben auf der Strecke, ein turbulenter Double-File-Restart sollte folgen.

Power und Sato erwischten diesen fantastisch, während Ernesto Viso (KV/Lotus; 20.) dahinter in Turn 5 den Kühler Dixons aufs Korn nahm. Innen musste Franchitti deshalb komplett abstoppen, was den Schotten weit zurückwarf. "Das war komplett mein Fehler", analysierte der Tabellenführer. "Ich habe mich für die falsche Linie entschieden, was ich bemerken musste, als ich Helio und Co. außen an mir vorbeischießen sah."

Power kontrolliert - Sato im Pech

Takuma Sato

39 Runden mischte Takuma Sato munter ganz vorne mit Zoom

Dixon wiederum büsste dadurch alle Chancen ein, seinen Vorjahreserfolg von Edmonton zu verteidigen. "Zunächst habe ich meine Jungs gebeten, mein Auto wieder flott zu bekommen, weil ich Viso eins auswischen wollte", gestand der Ganassi-Pilot. "Ich bin es wirklich müde, mich abschießen zu lassen." Dixon (23.) verlor sechs Runden, besann sich dann aber doch eines besseren.

Kurz vor Rennhalbzeit lautete die neue Reihung also Power, Sato, Hunter-Reay, Tagliani, Castroneves, Briscoe, Wilson, Bourdais, Franchitti und Kanaan. Dann schlug das Sato-Pech zu: Hunter-Reay griff den Japaner innen in Turn 5 an und drehte dessen KV/Lotus schlicht und ergreifend um. Sato war aus dem Rennen, der Andretti-Pilot kassierte eine logische Durchfahrtsstrafe.

Dies alles ermöglichte Power eine bequeme Führung von über acht Sekunden, während seine neuen Verfolger Tagliani, Castroneves, Briscoe, Wilson und Bourdais hießen. Franchitti, Kanaan, Danica Patrick und Vitor Meira rundeten die Top 10 ab, dicht gefolgt von Simona de Silvestro und Übeltäter Hunter-Reay.

Als Tagliani dann die Sequenz der zweiten Stopps in Runde 50 eröffnete, belegten die Penske-Boys zum ersten Mal in der laufenden Saison die Positionen eins, zwei und drei. Allerdings war Briscoe inzwischen an Castroneves vorbeigezogen. Dahinter verlor Bourdais nach zwei Fehlern drei Positionen an Franchitti, Kanaan und Patrick.

Power am Ende in Bremsproblemen

Will Power

Siegerjubel: Will Power feiert seinen vierten Saisonerfolg Zoom

Der zweite und letzte Edmonton-Stopp ging komplett unter Grüner Flagge über die Bühne, obwohl de Silvestro (24.) mit einem Kupplungsschaden in der Zielkurve gestrandet war. Franchitti hatte sich durch einen späten Stopp auf Platz drei hinter Power und Castroneves geschoben, während Briscoe seinen frühen Boxenaufenthalt mit Platz vier bezahlte. Kanaan war Fünfter vor Wilson, Patrick, Bourdais, Hunter-Reay und Conway.

Allerdings war Powers komfortabler Vorsprung urplötzlich zusammen geschmolzen. "Ich war viel zu konservativ und hatte ein paar Bremsprobleme", erklärte der Sieger nach dem Rennen. "Am Ende war jede Runde eine Quali-Runde", was Castroneves trotzdem in Schlagdistanz brachte. Dahinter robbte sich auch Franchitti mit einer Serie schneller Runden heran, zehn Runden vor Schluss lag das Spitzentrio innerhalb einer Sekunde.

Doch der Australier drückte im Finale noch einmal massiv aufs Gas und hatte immer eine Antwort auf Lager. Hinter diesem Spitzentrio büsste Briscoe Platz vier in der letzten Runde ein, als er zu einem Splash-and-Dash-Stopp an die Box abbiegen musste. Das warf ihn auf Rang zehn zurück. So wurde Kanaan am Ende kampfloser Vierter vor Wilson und Bourdais.

Damit ist der Kanada-Abstecher der IndyCars für diese Saison beendet. In zwei Wochen wartet mit Mid-Ohio wieder eine echte Rundstrecke auf die Piloten. Dies ist Ganassi-Terrain, denn drei der vier letzten Auftritte wurde von den beiden roten Target-Rennern gewonnen. Zweimal gelang dies Scott Dixon, doch der Vorjahressieger heißt Dario Franchitti.

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