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Newgarden kämpft mit den Tränen: Zweiter Titel mehr wert als erster

Josef Newgarden ist nach dem zweiten IndyCar-Titel äußerst emotional - Warum der zweite Titel für ihn so viel schwieriger war als der erste

(Motorsport-Total.com) - Es ist vollbracht: Josef Newgarden hat seinen zweiten IndyCar-Titel unter Dach und Fach gebracht. Während für das Penske-Team das Feiern von Titeln beinahe schon Routine ist, war Newgarden ungewöhnlich emotional. Auf der Auslaufrunde und im ersten Interview kämpfte er immer wieder mit den Tränen. Das hatte man nicht einmal bei seinem ersten Titel erlebt.

"Normalerweise tue ich das nicht", gibt der 28-Jährige zu. "Das wird meine Verlobte ziemlich ärgern, weil ich vor ihr nie weine. Sie hat mir schon gesagt, dass sie nicht weiß, warum ich das nie tue und dass ich es an einem Punkt tun sollte." Das war nun der Fall, aber weniger aus romantischen als eher aus sportlichen Gründen.

Was sich entlud, ist schlicht und einfach der Druck gewesen. Denn Newgarden hatte vor dem Rennen immer wieder betont, dass der zweite Titel schwieriger zu holen sei als der erste. Und das Rennen war letztlich auch eine ziemliche Zitterpartie: Das Auto funktionierte nicht so, wie er wollte.

Und weil sich Newgarden und sein Stratege Tim Cindric voll und ganz auf Alexander Rossi konzentrierten, der ebenfalls mit dem Auto zu kämpfen hatte, ging es stellenweise gefährlich weit zurück. Simon Pagenaud sah zwischenzeitlich so aus, als könne er Newgardens Titel noch gefährlich werden. Weil aber Colton Herta an der Spitze die Stellung hielt, war der letztlich achte Platz ausreichend.

Mehr Druck als beim ersten Mal

"Ich weiß nicht warum, aber es fühlt sich diesmal spezieller an", sagt er über seinen zweiten Titelgewinn. "Es hat mich auf der Inlap einfach umgehauen. Ich weiß nicht warum, es war so emotional. Beim ersten Mal war es irgendwie nicht so. Beim zweiten Mal hat man irgendwie eine größere Perspektive darauf, wie schwierig das ist."

"Während einer Saison bekommt man jede Woche die Chance [zu gewinnen], aber die Chance, eine Meisterschaft zu gewinnen, erhält man nicht jede Woche. Diese Gelegenheit bietet sich nur sehr selten und man muss die Chance ergreifen, weil man nie weiß, ob man die Chance nochmal bekommen wird. Ich denke, das wird einem umso klarer, je öfter man das tut."


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Obwohl die Meisterschaftssituation vor dem Rennen nicht sehr viel anders war als 2017, als er mit einem zweiten Platz in Sonoma den Titel vor Simon Pagenaud geholt hatte, war das Gefühl anders: "Es fühlte sich an, als hätten wir mehr zu verlieren. Wir konnten es nur aus der Hand geben. Das war unser Jahr und wenn wir es verpasst hätten, hätte das sehr weh getan. Die ganze Anstrengung wäre umsonst gewesen."

Der Druck habe sich aufgebaut, als er in Portland nur Fünfter wurde und Rossi mit Rang drei die Lücke verkleinerte: "Das hat mich diese paar Wochen wirklich verfolgt. Das ist einfach so stressig mit den doppelten Punkten [beim Finale]. Ich hasse es. Ich hasse es, darüber nachzudenken, und wusste, dass der Vorsprung nicht groß genug war, um es uns supereinfach zu machen."

"Ich wusste einfach nicht, was passieren würde. Und ich hatte das Gefühl, diesen Titel dingfest machen zu müssen, weil meine Jungs das einfach verdient haben. Alle arbeiten in diesem Fahrerlager so hart, egal welches Team oder welcher Fahrer. Ich stehe meinen Jungs sehr nahe und weiß, wie hart sie arbeiten. Ich wollte sie unbedingt mit diesem Titel belohnen. Das hat so auf meinen Schultern gelastet."

Schwieriges Rennen hinter Rossi

Das Rennen lief völlig Newgarden-untypisch. Mit einer Sicherheitsfahrt, bei der er sich immer in der Nähe von Rossi aufhielt (und Pagenaud dabei aus den Augen verlor), wurde er auf Platz acht Meister. Neben der defensive Herangehensweise war auch sein Penske-Chevrolet an diesem Tag nicht nach seinem Geschmack.

Alexander Rossi, Josef Newgarden

Newgarden folgte Rossi wie ein Schatten, was auch nach hinten hätte losgehen können Zoom

"Während des Rennens habe ich mir gedacht: 'Ich mag das nicht. Mir gefällt nicht, wie wir dieses Rennen fahren.' Es war ein bisschen ein Schuss ins Blaue [dasselbe zu machen wie Rossi] und das war vielleicht nicht ganz der richtige Platz für uns."

Was genau in seinem Rennen passiert ist, weiß er selbst nicht genau: "Ich habe mich an unseren Plan gehalten, das zu machen, was Rossi getan hat. Der erste Stint [auf weichen Reifen] war sehr gut. Das Auto fühlte sich normal an. Rossi wurde gegen Ende des ersten Stints langsamer und ich habe das getan, was er gemacht hat."

"Aber als ich dann im zweiten Stint auf die harten Reifen gewechselt habe, ist irgendetwas passiert. Es fühlte sich an, als hätten wir einen Haufen Abtrieb verloren oder als wäre ein Dämpfer gebrochen. Ich hatte echt Probleme mit dem Auto. Aber ich bin meinem Ziel treu geblieben, Rossi bis ins Ziel wie ein Schatten zu folgen."

"Rossis fehlende Stärke heute hat uns wirklich mit nach unten gezogen. Weil ich ihm die ganze Zeit gefolgt bin, bin ich ebenfalls zurückgefallen. Schon im ersten Stint hätte ich ihn einfach überholen können und wäre dann in einer angenehmeren Position gewesen."

"Das ist sehr nett von ihm, das so zu sagen." Josef Newgarden über Alexander Rossi

Letztlich hat es funktioniert, weil Pagenaud nicht bis auf die erste Position kam. Newgarden hat mit vier mehr Siege als jeder andere Fahrer in dieser Saison geholt. Rossi gratulierte ihm umgehend und sagte, der bessere habe gewonnen.

"Das ist sehr nett von ihm, das so zu sagen", antwortet Newgarden. "Wir hätten es sicher alle verdient. Alex hatte eine hervorragende Saison. Er ist ein außergewöhnlicher Fahrer und äußerst talentiert. Und er hat ein sehr starkes Team im Rücken. Es war ein unglaublicher Kampf mit ihm, Simon [Pagenaud], Scott [Dixon] und Will [Power]. Ich denke, wir fünf bilden den Kern an der Spitze dieser Meisterschaft."

Dieser Kern wird sich allerdings in den kommenden Jahren gegen eine neue Generation verteidigen müssen, die in der Saison 2019 ihr Können bereits aufblitzen ließ.

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