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IndyCar: Iowa-Sieg für Newgarden mit fünf Stunden Verspätung

Penske-Pilot Josef Newgarden baut mit viertem Saisonsieg seine Tabellenführung aus - Will Power wieder mit Fehler - Santino Ferrucci sorgt für Action

(Motorsport-Total.com) - Das dritte Ovalrennen im IndyCar-Kalender 2019, das Iowa 300 auf dem Iowa Speedway, gestaltete sich zunächst zu einer zähen Partie, bevor es überhaupt losging. Weil eine halbe Stunde vor dem geplanten Start am Samstagabend Ortszeit ein heftiges Sommergewitter mit ergiebigem Regen über dem nur 0,875 Meilen kurzen Oval niederging, gab es eine Verzögerung von viereinhalb Stunden. Es sollte nicht die letzte bleiben (Fotos: Iowa 300 in Newton).

Josef Newgarden

Vierter Saisonsieg für Josef Newgarden - Tabellenführung ausgebaut Zoom

Aus dem ursprünglich vor Sonnenuntergang geplanten Startzeitpunkt wurde ein Startzeitpunkt mitten in der Nacht. Das 300-Runden-Rennen war dann ein echtes Flutlichtrennen von der ersten bis zur letzten Runde. Im Vergleich zu den Trainings und Qualifyings vom Freitag war es deutlich kühler, weshalb die Teams die Rennabstimmung kurzerhand erraten mussten.

Am besten auf die veränderten Bedingungen einstellen konnte sich Josef Newgarden (Penske-Chevrolet). Er führte 244 der 300 Runden an und holte sich seinen vierten Saisonsieg nach St. Petersburg, Detroit und Fort Worth. Mit diesem hat er seine zuvor knappe Tabellenführung gegenüber Alexander Rossi nun wieder deutlich komfortabler gestaltet.


IndyCar 2019: Newton

Die Highlights vom Iowa 300, dem zwölften Rennen der IndyCar-Serie 2019 Weitere Formelsport-Videos

"Das war eine echte Teamleistung. Gestern dachte ich, dass ich ein Auto für die Pole-Position hätte, aber das war nicht der Fall. Heute hat alles gepasst. Ich konnte das Tempo von der Spitze aus kontrollieren", so Newgarden, für den es nach 2016 der zweite Iowa-Sieg ist, zufrieden.

Hinter Sieger Josef Newgarden kamen der fünfmalige IndyCar-Champion Scott Dixon (Ganassi-Honda) und Iowa-Vorjahressieger James Hinchcliffe (Schmidt-Honda) nach einem späten Reifenwechsel etwas überraschend auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel.

Viereinhalb Stunden verspäteter Start: Ferrucci mit Power-Move

Beim Start hatte das Penske-Team mit Polesetter Simon Pagenaud und dessen beiden Teamkollegen Will Power und Josef Newgarden eine Dreifachführung inne. Der in dieser Saison noch sieglose Power kam auf der Außenbahn der ersten Reihe bestens in die Gänge. Dahinter setzte sich direkt der von der von P4 losgefahrene Takuma Sato (Rahal-Honda).

Den besten Start im 22-köpfigen Feld aber zeigte ein Rookie: Santino Ferrucci (Coyne-Honda) schob sich von P12 gestartet schon in der ersten halbe Runde auf der Außenbahn der Turns 1/2 bis auf P7 nach vorn.

Ganz vorn hatten die Penske-Piloten nach wenigen Runden ihre Dreifachführung aus dem Qualifying wiederhergestellt. In Runde 17 gab es die erste von insgesamt fünf Gelbphasen, als Sage Karam (Carlin-Chevrolet) auf Höhe Start/Ziel einen Dreher hinlegte. Felix Rosenqvist (Ganassi-Honda) kam mit viel Glück ungeschoren davon.

Power hatte es auf knapp 50 Führungsrunden gebracht, als ihn Newgarden von P1 verdrängte. Nur wenige Sekunden nach dem Führungswechsel gab es wieder Gelb. Diesmal war der Grund kein Abflug, sondern ein paar Regentropfen. Es kam die Rote Flagge heraus. Im Gegensatz zur viereinhalbstündigen Verzögerung vor dem Rennstart blieb es aber bei einer 30-minütigen Unterbrechung. Somit war man insgesamt bei inzwischen fünf Stunden Verzögerung angelangt.

Newgarden mit klarer Führung - Rossi mit Save

Bevor es wieder mit Renntempo weiterging, kam das komplette Feld unter Gelb zum Boxenstopp. An der Penske-Dreifachführung änderte sich nichts: Newgarden blieb vor Power und Pagenaud an der Spitze. Dies galt auch für den Restart. Hinter dem Penske-Trio und Verfolger Sato kämpfte der bestens aufgelegte Rookie Ferrucci mit Titelkandidat Alexander Rossi (Andretti-Honda) Rad an Rad um P5.

Nach 100 von 300 Runden war Ferrucci schon Vierter, indem er Sato hatte stehenlassen. Das Duell mit Rossi war aber noch nicht beendet, sondern ging jetzt um die Rolle des ersten Penske-Verfolgers. Rossi freilich hatte in dieser Phase des Rennens alle Hände voll zu tun und wäre beinahe abgeflogen.

Nach dem ersten Durchgang Green-Flag-Stops, der kurz vor Halbzeit der Distanz eingelegt wurde, war es Sato, der an dritter Stelle liegend das Penske-Trio gesplittet hatte. Der Japaner aber war "off sequence" unterwegs, weil er seinen Green-Flag-Stop deutlich früher eingelegt hatte als andere.

Ganz vorn lag weiterhin Newgarden vor Power. Indes fiel Pagenaud mit stark übersteuerndem Auto zurück. Neben Sato musste der Indy-500-Sieger auch die beiden Carpenter-Piloten Spencer Pigot und Ed Carpenter ziehen lassen.

Indes kämpfte Rossi nun verbissen gegen die drohende Überrundung durch Spitzenreiter Newgarden. In Runde 187 musste sich der Andretti-Pilot diesbezüglich gerade beugen, als es Gelb gab, weil Sato auf Höhe Start/Ziel vom letztplatzierten Karam angeschoben und umgedreht wurde. Für beide war das Rennen gelaufen.

Auch nach dem vorletzten geplanten Boxenstopp führte Newgarden vor Power. Pagenaud war nun wieder Dritter, Rossi lag als Siebter immerhin wieder in der Führungsrunde. Derweil war Ferrucci weiterhin derjenige, der für die Action zuständig war. Beim Restart überholte der Rookie auf der Außenbahn mal eben gefühlt das halbe Feld und schob sich wieder in die Top 10 nach vorn, nachdem er vorübergehend zurückgefallen war.

Der letzte planmäßige Boxenstopp wurde rund 50 Runden vor Schluss unter Grün eingelegt. Newgarden gab sich keine Blöße, aber Power verlor die zweite Position an Pagenaud, weil er bei der Einfahrt in die Boxengasse beinahe in die Boxenmauer gerauscht wäre. Der Australier musste eine Durchfahrtsstrafe antreten und fiel damit noch weiter zurück.

Letzte Gelbphase sorgt für Spannung

35 Runden vor Schluss gab es nochmals Gelb. Ed Carpenter hatte seinen Carpenter-Chevrolet ausgangs Turn 2 auf dem Weg zu einer möglichen Top-5-Platzierung in die Mauer gesetzt. Profiteur dieser Gelbphase war Scott Dixon. Er hatte seinen letzten Routinestopp noch vor sich und lag an dritter Stelle. Zwischenzeitlich hatte der Ganassi-Pilot bereits Rundenrückstand gehabt.

Während Dixon wie der Großteil seiner Verfolger frische Reifen für die letzten 30 Runden abholte, blieben Newgarden und Pagenaud für den Schlussspurt mit etwas älteren Reifen auf der Bahn. Letzten Endes ging für Newgarden alles gut, aber Dixon und auch James Hinchcliffe staubten mit frischen Reifen noch die Plätze zwei und drei ab.

Simon Pagenaud musste sich von der Pole-Position gestartet mit P4 zufriedengeben. Die Top 5 machte Spencer Pigot komplett, gefolgt von Alexander Rossi. Tony Kanaan (Foyt-Chevrolet; 10.) fuhr erstmals seit dem Indy 500 wieder in die Top 10. Santino Ferrucci kam nach seinem unterhaltsamen Rennverlauf "nur" auf P12 ins Ziel. Will Power belegte nach seinem späten Fehler und der folgenden Strafe aufgrund nicht korrekter Einfahrt in die Boxengasse gar nur P15.

Marco Andretti (Herta/Andretti-Honda) war bei den niedrigen Temperaturen zu keiner Zeit konkurrenzfähig und mit massiven Handlingsproblemen unterm Strich der einzige weitere Ausfall neben den durch ihre Kollision ausgeschiedenen Takuma Sato und Sage Karam sowie dem spät gecrashten Ed Carpenter und dem kurz vor Schluss ausgerollten Colton Herta (Harding-Honda).

Newgarden baut Tabellenführung um 25 Punkte aus

In der Gesamtwertung hat Josef Newgarden bei noch fünf ausstehenden Rennen nun 29 Punkte Vorsprung auf Alexander Rossi. Vor seinem vierten Saisonsieg waren es nur vier Punkte gewesen. Simon Pagenaud liegt mit 58 Punkten Rückstand auf Newgarden auf dem dritten Tabellenplatz. Indes ist der Titelzug für Will Power mit nun bereits 165 Punkten Rückstand abgefahren.

Bevor mit Pocono und St. Louis zwei weitere Ovale auf dem Programm stehen, steigt die nächste Station im IndyCar-Kalender 2019 zunächst am kommenden Wochenende auf dem Mid-Ohio Sports Car Course.

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