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Grosjean gewinnt auf dem Hungaroring

Renault-Testfahrer Romain Grosjean hat das Hauptrennen auf dem Hungaroring nach einer Strafe gegen Marcus Ericsson gewonnen - Christian Vietoris Achter

(Motorsport-Total.com) - Der Schwede Marcus Ericsson dominierte das Hauptrennen der GP2 auf dem Hungaroring. Die Siegträume platzten allerdings aufgrund einer Durchfahrtsstrafe, weil ihn sein iSport-Team beim Boxenstopp zu früh losgeschickt hatte und Ericsson beinahe mit einem Konkurrenten kollidiert wäre. Von diesem Pech profitierte Romain Grosjean, der ein souveränes Rennen fuhr und den Sieg holte. Christian Vietoris eroberte Platz acht und damit die Pole-Position für das Sprintrennen.

Romain Grosjean

Romain Grosjean feierte auf dem Hungaroring seinen fünften Saisonsieg Zoom

Ericsson kam von der Startlinie perfekt weg und schoss von der zweiten Reihe sofort in Führung. Luiz Razia versuchte Platz eins zu verteidigen, musste sich in der ersten Kurve aber dahinter einreihen. Grosjean folgte als Dritter. Dagegen fiel Luca Filippi (Startplatz zwei) hinter Fabio Leimer an die siebte Position zurück. Vietoris folgte als Neunter.

In den engen ersten Kurven ging es turbulent zu. Bis auf zwei Fahrer kamen aber alle gut durch. Fairuz Fauzy musste seinen Boliden in Kurve eins in der Wiese abstellen. Am Ende des Feldes gerieten Johnny Cecotto und Julian Leal aneinander. Ersterer schied ebenfalls aus. Pech hatte Esteban Gutierrez, der bereits nach drei Runden in langsamer Fahrt seine Box ansteuerte und mit einem Umlauf Rückstand das Rennen wieder aufnahm. Kurz darauf schied der Sauber-Testfahrer endgültig aus.


Fotos: GP2 in Ungarn, Samstag


An der Spitze brannte Ericsson in der Anfangsphase eine schnelle Runde nach der anderen in den Asphalt und behauptet die Führung. Razia folgte mit zwei und Grosjean mit vier Sekunden Rückstand auf den Plätzen zwei und drei. Im Mittelfeld ging es eng zu. Überholmanöver waren aufgrund der Streckencharakteristik schwierig auszuführen. Ein schönes Duell lieferten sich Sam Bird und Dani Clos um Platz zehn. Leimer und Filippi kämpften um Position sechs.

Hektische Boxenstoppphase

Die Reifen spielten eine wichtige Rolle über die 39 Runden lange Distanz. In Runde zwölf holten sich die ersten Piloten aus dem Mittelfeld neue Hinterreifen an der Box ab. Wer früh an die Box kam, fuhr sofort schnellere Runden als die Spitze. So setzte sich Filippi deutlich vor Leimer, der erst nach dem Italiener seinen Pflichtstopp absolvierte. An der Spitze führte Ericsson vor seinem Halt mit über sechs Sekunden Vorsprung auf Razia.

Grosjean und Charles Pic kamen in Runde 15 an die Box. Einen Umlauf später bogen Ericsson und Razia zum Service ab. Der Schwede wurde von seiner Box losgeschickt, während Razia noch auf dem Weg zu seiner Mannschaft war. Beinahe wären die beiden kollidiert. Nach den Stopps lautete die Reihenfolge an der Spitze: Ericsson, Grosjean, Filippi und Razia. Der Franzose hatte eine Position gutgemacht und den Rückstand auf Ericsson auf vier Sekunden reduziert.

Marcus Ericsson

Marcus Ericsson konnte nicht die Früchte für seine starke Leistung ernten Zoom

Am längsten zögerte Pal Varhaug seinen Stopp hinaus. Deshalb wurde der Norweger an die Spitze gespült, hielt mit seinen alten Reifen allerdings Ericsson auf. In Runde 20 erledigte sich für den Schweden das Problem, als Varhaug an die Box abbog. Grosjean und Filippi hatten aber den Rückstand auf zwei Sekunden zugefahren. Die Rennleitung untersuchte währenddessen den Vorfall rund um Ericsson und sein iSport-Team beim Boxenstopp.

Im letzten Renndrittel wurde hart um den achten Platz gekämpft, der gleichzeitig die Pole-Position für das Sprintrennen am Sonntag bedeutet. Bird hatte große Probleme und wurde von van der Garde und Clos überholt. Schließlich schnappte sich auch Bianchi den Briten und lag damit auf Platz acht. Auch Vietoris drückte sich in Kurve zwei an Bird vorbei, doch der Deutsche lag zu diesem Zeitpunkt noch auf dem undankbaren neunten Rang.

Strafe gegen Ericsson

Zehn Runden vor Schluss verhängte die Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe gegen Ericsson, weil ihn sein Team beim Boxenstopp "unsicher" losgeschickt hatte. Der Schwede hatte das Rennen bis dahin sicher unter Kontrolle. Nach dem Absitzen der Strafe kehrte der 20-Jährige auf Position sechs wieder zurück. Die Führung erbte Grosjean.


Fotos: GP2 in Ungarn, Girls


Der Franzose fuhr den Sieg auch sicher ins Ziel und feierte damit seinen bereits fünften Triumph in diesem Jahr. Den Vorsprung in der Gesamtwertung vergrößerte der Renault-Tester auf 23 Punkte. Um die restlichen Podestplätze entbrannte in den letzten Minuten - die Rennleitung hatte auf Zeit umgestellt - ein heftiger Kampf.

Filippi zahlte für seinen frühen Boxenstopp und wurde immer langsamer. Pic schnappte sich den Italiener und sah die karierte Flagge als Zweiter. Pole-Setter Razia komplettierte das Podium. Die Rundenzeiten von Filippi brachen stark ein. Auch Giedo van der Garde ging noch vorbei und beendete das Rennen als Vierter. Ericsson kam nach seiner starken Vorstellung schließlich auf Platz fünf über die Linie.

Filippi verlor in der Schlussphase 20 Sekunden und fiel an die sechste Position zurück. Bianchi wurde Siebter, gefolgt von Vietoris, der von seinem immer langsamer werdenden Teamkollegen Clos profitierte. Der Deutsche wird das Sprintrennen am Sonntag von der Pole-Position aus starten. Neben ihm steht mit Bianchi der große Gegner von Silverstone. Der Schweizer Leimer ging als Elfter leer aus. Auch Kevin Mirocha holte an der 14. Stelle keine Punkte.

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