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Filippi gewinnt chaotisches GP2-Saisonfinale

Ein heftiger Startcrash und eine kollektive Durchfahrtsstrafe ermöglichten Luca Filippi einen Portimão-Sieg - Nico Hülkenberg auf Platz 16, Andi Zuber im Pech

(Motorsport-Total.com) - Ein dramatischer Crash gleich nach dem Start überschattete das GP2-Saisonfinale von Portimão, das nach einer über 20-minütigen Unterbrechung dann bereits beim Restart entschieden wurde: Die Rennleitung verdonnerte die sechs führenden Piloten zu einer Durchfahrtsstrafe, weil sie alle das Safety-Car zu früh überholt hatten.

Luca Filippi

Luca Filippi gewann ein teilweise dramatisches GP2-Saisonfinale Zoom

Damit wurde der Weg frei für Luca Filippi, der in der Folge in seinem 79. GP2-Rennen nach Bahrain 2007 seinen zweiten Sieg landen konnte. Damals wie heute fuhr der 24-jährige Italiener für das Super-Nova-Team. Hinter dem Mexikaner Sergio Perez (Arden) holte sich Filippis Teamkollege Javier Villa Platz drei.#w1#

Doch der große Aufreger von Portimão geschah bereits am Start: Vitaly Petrov würgte beim Losfahren sein Campos-Auto ab. Fast das gesamte Feld kam am wild gestikulierenden Russen vorbei, bevor der strafversetzte, und ganz von hinten gestartete, Michael Herck mit seinem DPR-Boliden Petrov nahezu ungebremst auffuhr.

Der Aufprall war so heftig, dass die Rennleitung die Rote Flagge hervorholte. Denn zum einen war die Start-/Zielgerade von Trümmerteilen übersäht, zum anderen war angesichts der Schwere des Unfalls zunächst nicht klar, wie es um den Gesundheitszustand der Piloten bestellt war.

Viel Betrieb in der Boxengasse

Bei Petrov konnte rasch Entwarnung gegeben werden, da der Russe fast aus eigener Kraft seinem Wrack entsteigen konnte. Die Bergung Hercks gestaltete sich umfangreicher, doch die Rennleitung gab auch im Fall des Rumänen nach einigen Minuten grünes Licht: Herck habe lediglich einen Schock erlitten, hieß es in einem ersten Bulletin.

Aber damit waren die Turbulenzen an der Algarve-Küste noch nicht vorbei. Andi Zuber (Coloni) führte das Feld hinter dem Safety-Car in den Restart. Der GP2-Routinier ließ zwar eine Menge Abstand, stieg jedoch - im Verhältnis zu einem sehr langsam dahinrollenden Safety-Car - zu früh ins Gas und überholte es noch vor der Startlinie.

Direkt hinter Zuber folgten Davide Valsecchi (Campos), Lucas di Grassi (Racing Engineering), Kamui Kobayashi (DAMS), sowie die beiden ART-Piloten Nico Hülkenberg und Pastor Maldonado. Alle sechs Fahrer wurden prompt von den Offiziellen zu einer kollektiven Durchfahrtsstrafe verdonnert.

Filippi am Ende souverän

Damit fielen Zuber und Co. auf die Plätze 15 und dahinter zurück, und waren im nun auf Zeitmessung umgestellten Saisonfinale natürlich ohne jede Punktechance. Pechvogel Zuber arbeitete sich noch auf Rang zwölf nach vorne, GP2-Champion Nico Hülkenberg beendete seine Meistersaison 2009 auf Position 16.

Vorne war die Sache klar, da Filippi - am Samstag schon Zweiter - eine weitere fehlerfreie Fahrt hinlegte und niemals gefährdet werden konnte. Gleiches gilt für Perez und Villa, wohingegen Dani Clos (Racing Engineering) etwas härter um Rang vier kämpfen musste, da Lokalmatador Alvaro Parente (ORT; 5.) einigen Druck ausübte.

Der letzte GP2-Punkt ging an Diego Nunes, der Platz sechs knapp vor seinem iSport-Teamkollegen Giedo van der Garde behauptete. Damit blieb es in der Gesamtwertung vorne natürlich beim Stand des Vortages: Hülkenberg gewann den GP2-Titel vor Petrov und di Grassi.

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