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Lotterer nach Crash von Bird enttäuscht: "Dachte, er wäre schlauer"

Nach der Kollision beim Formel-E-Rennen herrscht zwischen Andre Lotterer und Sam Bird Funkstille - Laden zu robuste Autos zum Rammstößen ein?

(Motorsport-Total.com) - Nur wenige Kilometer trennten Andre Lotterer am vergangenen Sonntag in Hongkong von seinem ersten Sieg in der Formel E. Doch nach einem Rammstoß seines Rivalen Sam Bird platzte der rechte Hinterreifen am Techetaah-Boliden des Deutschen und damit auch sein Traum vom ersten Triumph in der Elektrorennserie.

Andre Lotterer

Andre Lotterer hat keinen Gesprächsbedarf mit Sam Bird Zoom

Auch drei Tage später ist Lotterer der Frust über den verpassten Sieg noch anzumerken, als 'Motorsport-Total.com' ihn zum Telefoninterview im Simulator von Techetaah erreicht. "Natürlich bin ich Profi und blicke aufs nächste Rennen. Aber natürlich bin ich traurig und verärgert", sagt Lotterer. "Ich kann mir nichts vorwerfen, denn ich konnte in dem Moment nichts machen. Wenn man selbst keinen Fehler macht, kann man sowas besser wegstecken."

Doch das heißt nicht, dass Lotterer Bird den Rammstoß schon verziehen hat. Eine Aussprache gab es zwischen den beiden Fahrern bisher nicht. "Ich hatte auch kein Interesse daran", sagt Lotterer. Zwar habe Bird sich bei ihm gemeldet, doch Lotterer ging nicht ans Telefon. "Selbst wenn er sich entschuldigen will, was er per SMS gemacht hat, bin ich mit seinem Manöver nicht einverstanden", sagt er. "Wenn er sich jetzt entschuldigt, ist das eher etwas für ihn und nicht für mich. Ich respektiere sein Manöver nicht."

Birds Strafe ist für Lotterer zu mild

Zu der verhängnisvollen Kollision zwei Runden vor dem Ende hat aus Sicht von Lotterer auch der Rennverlauf beigetragen. "Durch die Safety-Car-Phase war das ein Rennen ohne Energie-Management, das heißt, man hat bis zum Bremspunkt Vollgas gegeben. Dadurch ist es viel schwieriger und riskanter zu überholen", sagt Lotterer.


Formel E: Die Highlights des Hongkong-ePrix

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"Sam war vom Speed her in einigen Ecken ein bisschen schneller, aber er hat etwas total unnötiges riskiert. Da war kein Platz zum Überholen und er ist in mich reimgeknallt. Und leider ist mein Reifen dabei geplatzt", schildert Lotterer. Dass Bird zu einem solchen Manöver greift, sorgt für den Deutschen mehr für Enttäuschung denn für Wut. "Ich dachte, er wäre ein bisschen schlauer, denn für ihn wäre es auch eine gute Position gewesen. Er wusste, dass es mein erster Sieg sein wird und dass ich nicht aufgeben würde."

Enttäuscht zeigt sich Lotterer auch über die Bestrafung der Briten. Zwar verlor Bird durch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe den auf fragwürdige Weise errungenen Sieg, doch nach Ansicht von Lotterer hätte sein Rivale eine härtere Strafe verdient. "Ich fand die Strafe recht mild, wenn man bedenkt, dass ich wegen seiner Aktion mit nichts heimkomme. Da ist eine 5-Sekunden-Strafe nicht viel", so Lotterer, laut dessen Aussage viele im Fahrerlager diese Ansicht geteilt hätten - nur nicht die Sportkommissare, die einen Protest von Techetaah gegen die Bestrafung von Bird abschmetterten.

Sind die Formel-E-Boliden vorne zu robust?

Begünstigt würden Kollisionen wie zwischen ihm und Bird laut Lotterer auch durch die Bauweise der aktuellen Formel-E-Autos, deren Nasen Rammstöße (zu) gut wegstecken. "Der Punkt ist einfach, dass es in der Formel E zu einfach ist, in jemanden hineinzufahren, auf den Stadtkursen und so wie die Front der Autos gebaut ist", sagt Lotterer.

Der Kritik seines Teamkollegen Jean-Eric Vergne, der sich unlängst mit deutlichen Worten über den schlechten Fahrstil vieler Fahrer in der Formel E beklagt hatte, will sich Lotterer aber nicht vorbehaltlos anschließen. "Es ist für uns alle ein bisschen schwierig, das mit den langen Autos auf den Stadtkursen zu kontrollieren. Wenn man vor der Spitzkehre etwas zu spät bremst, steckt man mit der Nase hinten drin", sagt er.

Dies in Verbindung mit nur milden Strafen könne dazu führen, dass einige Fahrer das Limit immer mehr in den unsportlichen Bereich verschieben. "Das ist ein schleichender Prozess. Die Autos sind sehr stabil, man wird nicht allzu sehr bestraft, und dann schubst man vielleicht jemanden an und hat einen Vorteil."

Wie man dieses Problem lösen kann? Aus Sicht von Lotterer indem man die Nasen der Formel-E-Autos etwas fragiler gestaltet, sodass sie Rammstöße nicht folgenlos bleiben. "Wenn die Stewards das nicht so lösen, wie wir uns das vorstellen, wäre das eine Lösung, damit man das nicht so ausnutzt."

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