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Formel E Valencia 2021: De Vries siegt nach absurder Schlussphase

Mercedes-Pilot Nyck de Vries gewinnt das chaotische erste Rennen der Formel E in Valencia, nachdem vielen Konkurrenten in der Schlussphase die Energie ausgeht

(Motorsport-Total.com) - Nyck de Vries (Mercedes) hat am Samstag das fünfte Rennen der Formel-E-Saison 2021 in Valencia gewonnen und damit seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Bei Regen und einer total chaotischen Schlussphase gewann der Niederländer vor Nico Müller (Dragon-Penske), der damit zum ersten Mal in der Formel E auf das Podium fuhr. Als Dritter wurde trotz Startplatz 24 und einer 5-Sekunden-Strafe de Vries' Teamkollege Stoffel Vandoorne gewertet.

Nyck de Vries

Nyck de Vries feierte seinen zweiten Saisonsieg Zoom

Bei regnerischen Bedingungen erlebte die Formel E bei ihrer Premiere auf dem Circuit Ricardo Tormo ein denkwürdiges Rennen, bei dem nach insgesamt fünf Safety-Car-Phasen in der Schlussrunde einer ganzer Reihe von Fahrern die Energie ausging. Dadurch wurde das Ergebnis vollkommen auf den Kopf gestellt.

Betroffen davon war auch Polesetter Antonio Felix da Costa (DS-Techeetah), der das Rennen über weite Strecken angeführt hatte und bis zur letzten Runde wie der sichere Sieger aussah. Auch Oliver Rowland (Nissan-e.dams) und Alexander Lynn (Mahindra), die auf der Strecke auf Platz zwei und drei über die Ziellinie fuhren, wurden zurückgestuft, weil bei ihren Autos die verfügbare Energie komplett aufgebraucht war.

Hat sich die Rennleitung verrechnet?

Zwar hatten die Fahrer vor dem Rennen auf der für die Formel E ungewohnten Rundstrecke schon gemutmaßt, dass das Energiemanagement ein entscheidender Faktor sein würde, doch bei Regen sah es lange Zeit nicht danach aus. Doch insgesamt fünf Safety-Car-Phasen und die damit verbundene Reduzierung der Energiemenge durch die Rennleitung brachte dann kurz vor Ende gut das halbe Feld in Not.

Experte Daniel Abt vermutet, dass die Rennleitung irrtümlich zu viel Energie reduziert und damit die Berechnungen der Teams auf den Kopf gestellt hat. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 15 Fahrer und vor allem ihre Teams im Hintergrund zu dumm sind das auszurechnen", sagt der ehemalige Formel-E-Fahrer bei 'ran.de'.

Auch Felix da Costa, der lange wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, wurde vom plötzlichen Schwund der Energie in der Schlussphase kalt erwischt. "Ich wusste, dass de Vries etwas mehr Energie hat und ich ihn möglicherweise vorbeilassen muss. Eine Runde vor dem Ende bekam ich dann plötzlich die Ansage, dass ich Energie sparen muss", sagt er bei 'ran.de'.

Abt: "Schaut nicht gut aus, wenn es so zu Ende geht"

So ergab sich in der Schlussrunde ein groteskes Bild. Zahlreiche Fahrer verlangsamten fast bis zum Schritttempo, weil ihnen die Energie ausging. Andere wie Rowland und Lynn fuhren mit vollen Tempo ins Ziel, obwohl auch bei ihnen keine Energie mehr verfügbar war. Insgesamt wurden nur zwölf der 24 Fahrer gewertet.

Für Abt ein unwürdiges Ende eines zuvor unterhaltsamen Rennen. "Es schaut nicht gut aus, wenn ein Rennen so zu Ende geht. Wir haben bis dahin ein mega Rennen gesehen. Ich glaube, es wäre ein toller Kampf zwischen da Costa und de Vries geworden. Jetzt haben wir zwei Fahrer auf dem Podium, die sich drei, vier Runden vorher gegenseitig in die Kiste gefahren sind und fast schon letzte waren."

Damit spricht Abt Müller und Vandoorne an, die völlig überraschend auf das Podium gespült wurden. Müller, von Startplatz 22 ins Rennen gegangen, musste zu Beginn eine Durchfahrtsstrafe wegen eines technischen Verstoßes seines Teams antreten. Dann geriet er mit seinem alten DTM-Rivalen Rene Rast (Abt-Audi) aneinander und musste durchs Kiesbett fahren.

Günther landet im Reifenstapel

15 Minuten vor dem Rennende wurde Müller dann von Vandoorne in der Kurzanbindung von der Strecke gedrängt. Dafür bekam der Belgier, der nach seiner Disqualifikation im Qualifying vom Ende des Feldes gestartet war, eine 5-Sekunden-Strafe. Im Ziel schien Vandoorne selber nicht so recht zu wissen, warum er als Dritter auf dem Podium stand.

Als Vierter wurde Nick Cassidy (Virgin) gewertet. Fünfter wurde Rast, der die meiste Zeit des Rennens am Ende des Feldes gefahren war und von dem Chaos in der Schlussrunde profitierte. Robin Frijns (Virgin), Felix da Costa, Lynn, Sam Bird (Jaguar) und Lucas di Grassi (Abt-Audi) rundeten die Top 10 eines denkwürdigen Rennens ab.

BMW-Andretti-Pilot Maximilian Günther konnte seinen guten Startplatz zwei nicht in ein dementsprechendes Ergebnis umwandeln. Im Regen war er der langsamste Fahrer der Spitzengruppe und fiel Platz um Platz zurück.

Gebrauchter Tag für die Porsche-Mannschaft

24 Minuten vor dem Rennende landete Günther in Kurve 2 im Reifenstapel und musste aufgeben. "Die Hinterachse hat komplett blockiert, ich hatte keine Chance, das Auto abzufangen. Sehr schade, so früh aus dem Rennen zu sein", sagt Günther bei 'ran.de'.

Ein Rennen zum Vergessen erlebte das Werksteam von Porsche. Andre Lotterer kollidierte schon in Runde 1 mit Sebastien Buemi (Nissan-e.dams), nachdem er im Zweikampf mit Norman Nato (Venturi) vollkommen den Bremspunkt verpasst hatte. Eine Durchfahrtsstrafe war die Folge.

Nach einer weitern Kollision mit dem zweiten Venturi von Edoardo Mortara strandete Lotterer dann im Kiesbett von Kurve 1. Sein Teamkollege Pascal Wehrlein, der lange in den Top 10 lag, musste sein Auto gut sechs Minuten vor dem Rennende mit einem Bremsdefekt in der Box abstellen.

Die Fahrerwertung sieht nach dem fünften Rennen der Saison 2021 eine Mercedes-Doppelführung. De Vries liegt mit 57 Punkten vor Vandoorne (48), Dritter ist der bisherige Tabellenführer Bird (45). In der Teamwertung liegt Mercedes mit 105 Punkten vor Jaguar, die auf 84 Zähler kommen.

Das sechste Rennen der Formel-E-Saison 2021 findet bereits am morgigen Sonntag (25. April) an gleicher Stelle statt.

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