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Juan Manuel Correa: Huberts Familie hat sich regelmäßig nach mir erkundigt

Während Juan Manuel Correa den Formel-2-Crash in Spa schwerverletzt überlebte, kam Anthoine Hubert ums Leben - Huberts Familie stand Correa bei

(Motorsport-Total.com) - Der 31. August 2019 war ein schwarzer Tag im Motorsport: Juan Manuel Correa krachte nach einer Kettenreaktion im Formel-2-Rennen von Spa-Francorchamps in das havarierte Fahrzeug von Anthoine Hubert. Während der Ecuadorianer den Unfall schwerverletzt überlebte, erlag Hubert seinen schweren Verletzungen. Huberts Familie hat sich trotz des schweren Verlustes regelmäßig bei Correa gemeldet.

Juan Manuel Correa

Juan Manuel Correa steht im Kontakt mit der Familie Hubert Zoom

"Meine Familie ist direkt nach dem Unfall mit seiner Familie in Kontakt getreten", erklärt Correa im 'Interview mit Motorsport.com Italien'. "Sie hat uns sogar zur Beerdigung eingeladen, aber an diesem Tag bin ich ins Koma gefallen. Deshalb konnte meine Familie nicht hin, da keiner wusste, ob ich überlebe oder nicht. Die Eltern von Anthoine haben sich aber immer über meinen Zustand und meine Entwicklung erkundigt."

Der Austausch zwischen Correa und der Hubert-Familie ging weiter, als der 21-Jährige wieder zuhause war. Correa spricht regelmäßig mit der Huberts damalige Freundin, die er schon lange kennt. "Wir sprechen natürlich nicht über den Unfall, denn wir wissen, was da passiert ist", erklärt Correa, der im Jahr 2021 sein Formel-3-Comeback feiern wird. "Wir teilen aber denselben Schmerz."

Die Rückkehr nach Spa-Francorchamps


Fotostrecke: Gedenkminute für Anthoine Hubert

Vergangenes Jahr kehrte Correa im Rollstuhl an den Ort zurück, an dem Hubert sein Leben verlor und er selbst dem Tod gerade eben noch von der Klinge gesprungen war. "Ich wurde herzlich willkommen geheißen. Wegen der COVID-Restriktionen konnte ich leider nicht all die Leute treffen, die ich wollte. Es fühlte sich aber wie in einer große Familie an. Dieser Besuch hat meine Motivation gesteigert, wieder zurückzukehren."

Für Correa war es ein emotionales Wochenende, weil es auch der Jahrestag des Unfalls war. "Ich habe Anthoines Mutter getroffen. Es war das erste Mal, dass ich sie seit dem tragischen 31. August gesehen habe. Es war ein schönes Wochenende, aber auch ein sehr intensives. Es war für mich eine Pflicht, Anthoine meinen Tribut zu zollen."

Correa will noch immer in die Formel 1

In der Rehabilitation hat sich Correa langsam wieder aus dem Sumpf heraus gekämpft und seine Motivation wiedergefunden. "Ich weiß jetzt, wie es ist, viele Dinge nicht machen zu können. Du bist wirklich ausgeschlossen. Ich habe über ein Jahr im Rollstuhl verbracht und kann jetzt mit Krücken laufen. Jeder Schritt schmerzt. Ich weiß, dass ich für den Rest meines Lebens mit den irreparablen Schäden leben muss."

Die größte Gefahr ist, dass er im Alter sein Bein amputieren lassen muss. "Das kann wirklich passieren", so Correa. "Ich muss diese Realität aber akzeptieren und das Beste aus der Situation machen. Natürlich bin ich mir bewusst, das ich dann nicht mehr laufen kann, aber man kann auch Freude darin finden, einfach mit der Familie zusammen zu sein."

Für Correa ist wichtig, dass er auch glücklich sein kann, ohne einhundert Prozent physisch fit zu sein. Das habe er in den vergangenen 1,5 Jahren am eigenen Leib erfahren. Die mentale Verfassung sei, so Correa, viel wichtiger, um das Leben zu genießen. Deshalb möchte der 21-Jährige ein Vorbild für diejenigen sein, die eine ähnliche Phase durchleben.

Seine Verletzungen möchte er aber nicht als Entschuldigung gelten lassen, sollte er es in seiner Karriere nicht in die Formel 1 schaffen. "Das ist nicht, was ich möchte", stellt er klar. "Das ist nicht der Weg, den ich eingeschlagen habe. Ich werde alles dafür geben. Ich hoffe, dass mich die Menschen, wenn ich 40 Jahre alt bin, fragen, wie ich es trotz all der Hürden in die Formel 1 geschafft habe. Ich hoffe, dass ich dafür ein gutes Beispiel werden kann."

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