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Toro-Rosso-Absturz: Teamchef Tost trauert Carlos Sainz nach

Franz Tost hätte die Formel-1-Saison 2017 gerne mit Carlos Sainz beendet - Ob es für Toro Rosso dann mit dem sechsten Platz in der Weltmeisterschaft geklappt hätte?

(Motorsport-Total.com) - Am Ende hat es für Toro Rosso nicht ganz gereicht. Im letzten Rennen der Formel-1-Saison 2017 in Abu Dhabi schnappte das Renault-Werksteam den Jungbullen den sechsten WM-Platz noch weg. Dabei sah es in diesem Jahr lange danach aus, dass Toro Rosso sogar Rang fünf und damit das beste WM-Ergebnis aller Zeiten einfahren kann. Teamchef Franz Tost erinnert im Gespräch mit 'Formula1.com' an den "sehr guten Start" in die Saison.

Carlos Sainz

Sainz konnte Toro Rosso nach seinem Wechsel zu Renault nicht mehr helfen Zoom

"Es war eine sehr erfolgreiche erste Hälfte. Wir lagen entweder auf Platz fünf in der Konstrukterus-WM oder waren zumindest sehr nah dran", erinnert Tost. Nach dem Rennen in Budapest, dem letzten vor der Sommerpause, lag Toro Rosso auf WM-Platz sechs und lediglich zwei Zähler hinter Williams. Die zweite Saisonhälfte sei dann aber eine "andere Angelegenheit" gewesen.

"Wir waren nicht mehr so konkurrenzfähig wie erwartet - aus unterschiedlichen Gründen", erklärt Tost und verrät: "Einer davon ist der Abgang von Carlos. Das hat nicht gerade geholfen." Nach dem Großen Preis von Japan verabschiedete sich Carlos Sainz, der in diesem Jahr 48 der 53 Toro-Rosso-Punkte holte, in Richtung Renault. Der Spanier fuhr die letzten vier Rennen des Jahres 2017 für die Franzosen und wird auch 2018 für Renault an den Start gehen.


Fotos: Toro Rosso, Großer Preis von Abu Dhabi


"Wir sehen bei anderen Teams, dass eine gewisses Maß an Stabilität entscheidend ist, wenn man erfolgreich sein will", erklärt Tost und ergänzt: "Diesen Luxus haben wir selten - besonders nicht in dieser Saison. Es ist hart, wenn man während der Saison zwei Fahrer austauscht. Das hat einen großen Einfluss auf die Performance des Teams." Neben Sainz verließ auch Daniil Kwjat das Team im Laufe des Jahres - allerdings unfreiwillig.

Die Saison beendete man letztendlich mit Pierre Gasly und Brendon Hartley - zwei Rookies. Keine optimalen Voraussetzungen. "Der Wechsel von Carlos zu Renault war Teil unseres Vertrags", erinnert Tost und erklärt: "Wir hatten für das kommende Jahr einen gültigen Vertrag mit Renault. Als Kompensation, um aus dem Vertrag herauszukommen, mussten wir Carlos gehen lassen."


Fotostrecke: Abu Dhabi: Die besten Funksprüche

"Man kann nicht alles im Leben haben", lacht er. Letztendlich seien aber auch nicht nur die Fahrerwechsel dafür verantwortlich gewesen, dass man am Ende des Jahres so stark abgebaut hat. "Die Entwicklung des Autos verlief ebenfalls nicht wie geplant. Wir haben nicht die Schritte gemacht, die den anderen gelungen sind", gesteht Tost und ergänzt: "Und dann waren da natürlich die Probleme mit der Zuverlässigkeit."

"Mit Ausnahme von Singapur stand immer ein Auto am Ende der Startaufstellung. Das hilft natürlich nicht, wenn man Punkte holen will", spielt er auf die Probleme mit den Renault-Motoren und die damit einhergehenden Gridstrafen an. 2018 wird Toro Rosso mit Honda-Antrieben fahren - und die komplette Saison mit Gasly und Hartley. "Ich bin davon überzeugt, dass beide Fahrer uns in der nächsten Saison helfen können", zeigt sich Tost optimistisch.