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Teamchefs: Stress für Mechaniker trotz Triple-Header "beherrschbar"

Trotz des dichten Terminkalenders glauben die Formel-1-Teamchefs nicht, dass ihre Mechaniker unter dem Stress kollabieren - Früher sei das noch extremer gewesen

(Motorsport-Total.com) - Im August und September werden die Formel-1-Teams einem echten Härtetest unterzogen. Denn auf den Triple-Header mit zwei Silverstone-Rennen und dem Spanien-Grand-Prix folgt nach einem rennfreien Wochenende gleich gleich der nächste, wenn es in Spa, Monza und Mugello weitergeht. Ein Kraftakt, besonders für die Mechaniker.

Franz Tost, Christian Horner

Franz Tost, Christian Horner und Günther Steiner sagen: Die Belastung ist okay Zoom

Auf ihnen lastet das wohl größte Arbeitspensum. Um sie dennoch zu entlasten, seien aber bereits Maßnahmen getroffen worden, betont Haas-Teamchef Günther Steiner: "Regel Nummer eins: Nachts können wir nicht arbeiten. (...) Sie bekommen also jeden Abend neun Stunden Ruhe, wenn sie ins Bett gehen und nichts anderes tun."

Zudem versuche das Formel-1-Management, für den Rest der Saison weitere Triple-Header zu vermeiden - mit Ausnahme derer, die es bereits gibt. "Das ist im Moment eine sehr ungewöhnliche Situation, aber ich denke, dass sie ziemlich gut damit umgehen."

Formel-1-Mechaniker sind genau dafür ausgebildet

Dem stimmt auch Franz Tost, Teamchef von AlphaTauri zu. "Wir müssen zunächst einmal glücklich und dankbar sein, dass wir Rennen haben, dass wir auf der Rennstrecke sind, denn vor ein paar Monaten war das noch nicht der Fall", betont er. Eine Überlastung der Mechaniker mit ihrer Arbeit sieht er trotz des dichten Kalenders nicht.

"Okay, wenn etwas Besonderes vorfällt, das Auto eine Panne hat, dann ist das eine andere Situation. Aber Rennmechaniker, und vor allem Mechaniker in der Formel 1, müssen daran gewöhnt sein und das klären", weiß Tost um die Qualität der Mitarbeiter.

Zudem bestünden die Triple-Header meist aus zwei Rennwochenenden an einer Strecke - so wie Silverstone 1-2 und Barcelona -, was die Situation etwas entschärfe. "Ich sehe kein großes Problem, denn es ist ja nur einmal, dass man den Ort wechselt", sagt Tost. Ich sehe niemanden, der müde ist. Bei AlphaTauri ganz besonders nicht."

Horner: Stresslevel bei Triple-Headern beherrschbar

Und Red-Bull-Teamchef Christian Horner ergänzt: "Das Leben eines Mechanikers ist heute, verglichen mit dem, was es vor zehn, 15 Jahren war, ganz anders, vor allem mit dem Parc Ferme. Sie haben eine bestimmte Zeit, die sie von der Rennstrecke weg sein müssen, sodass ein Triple-Header viel erträglicher ist."

Nachtschichten "wie in den guten alten Zeiten" seien nicht mehr an der Tagesordnung, weshalb Horner das Stresslevel auch bei Triple-Headern als beherrschbar einschätzt. "Und am Ende des Tages sind sie alle rennverrückt", weiß der Teamchef.

Er ist sich sicher: "Wenn sie alle die Wahl hätten, keine Meisterschaft zu haben oder drei oder sogar vier Rennen in Folge zu fahren, würde jeder einzelne von ihnen dafür stimmen, an der Rennstrecke zu sein und Rennen zu fahren." Dabei weiß gerade Horner, wovon er redet, schließlich legte sein Team in Budapest eine Nachtschicht ein.

Red Bull für Nachtschicht in Budapest mit P2 belohnt

Dort zog Red Bull einen seiner Joker und brach die Sperrstunde von 1 bis 9 Uhr, um über Nacht am Auto zu arbeiten. "Alle waren erschöpft, aber auch überglücklich. Wir haben ihnen ein verdammt hartes Wochenende beschert", blickt Horner zurück. "Sie haben die Nacht durchgearbeitet, um die Spezifikationen des Autos zu ändern."


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Am Sonntag setzte Max Verstappen seinen Red Bull noch vor dem Start dann allerdings in die Streckenbegrenzung - und wieder mussten die Mechaniker ran: "Zum Glück war der Schaden zwar beträchtlich, aber nicht genug, um den Start zu verhindern."

"Die Jungs hatten 20 Minuten Zeit, um Bauteile zu wechseln, für die man normalerweise - ich weiß nicht - anderthalb Stunden brauchen würde, und sie schafften es", erinnert sich der Red-Bull-Teamchef. "Es war eine phänomenale Leistung, zusammen mit allem, was sonst noch passierte. Max hat das dann auf die bestmögliche Weise belohnt."

Der Niederländer wurde Zweiter hinter Mercedes-Dominator Lewis Hamilton. "Er hat ein großartiges Rennen mit einem großartigen Ergebnis und einem Podiumsplatz abgeliefert. Als das Wochenende zu Ende ging, hatte man das Gefühl, dass sich all die harte Arbeit am Ende auszahlt. Das hat sich deutlich gezeigt", so Horner.

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