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Rosberg auf Schleichfahrt: Viele Erklärungen, keine Antworten

Monaco-Demütigung für Rosberg: Er musste Erzrivale Hamilton nach einer Stallregie zum Sieg verhelfen und fühlte sich als rollende Schikane "wie auf rohen Eiern"

(Motorsport-Total.com) - Verpatzter Sonntag für Nico Rosberg: Der Monaco-Grand-Prix war neues Wasser auf die Mühlen seiner verstummten Kritiker. Bei schwierigen Verhältnissen auf nasser Bahn in der Anfangsphase schien Teamkollege und Erzrivale Lewis Hamilton Kreise um ihn fahren zu können, was letztlich in einer Stallregie kontra Rosberg gipfelte, obwohl sich Mercedes von solchen Taktiken kürzlich ausdrücklich distanziert hatte. Rosberg verlor Platz zwei, kam als Siebter ins Ziel - und gab Rätsel auf.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Nico Rosberg unter Druck von Lewis Hamilton: Mercedes schaute nicht lange zu Zoom

Fehlendes Tempo auf Regenreifen zu Beginn, was sich auf Intermediates und auf Trockenpneus nur leicht verbesserte, schreibt ihm Fragezeichen ins Gesicht. "Schwierig zu sagen", bläst Rosberg die Backen auf. "Ich habe mich wie auf rohen Eiern gefühlt. Ich habe keine Erklärung." Zunächst hatte es so ausgesehen, als sei ein Problem mit der Bremstemperatur schuld. Obwohl es nicht im TV-Bild zu sehen war, soll zur Abdichtung gegen Wasser verwendetes Klebeband beim Boxenstopp entfernt worden sein.

Die Geschichte ging als Gerücht durch das Pressezentrum, einige Kollegen wollten es sich sogar von Mercedes bestätigt haben lassen - doch anschließend wussten weder Rosberg noch seine Chefs etwas. "Generell hatten wir mit beiden Autos nicht das Tempo", beklagt Toto Wolff trotz eines eingefahrenen Sieges durch Hamilton und rätselt über die Schleichfahrt nach dem Start. "Lewis hat das Beste daraus gemacht. Immer, wenn das Rennen hinter dem Safety-Car losgeht, haben wir keinen Grip."

Diese Feststellung - die Hamilton ohnehin widerlegte - bietet allerdings keine Erklärung dafür, warum sich Rosberg nie erholte und in der Folge zum Bremsklotz und zur rollenden Schikane für die Konkurrenz wurde. Wie Sportchef Wolff weiter schildert, hätte auch das Setup am Silberpfeil nicht gepasst. "Das ganze Wochenende haben wir uns auf den Supersoft nicht eingeschossen, deshalb war Red Bull schneller", sagt er. Bloß: Den Reifen fuhren im Rennen weder Rosberg noch Hamilton!


Fotostrecke: GP Monaco, Highlights 2016

Ein Malheur beim Wechseln der Pneus tat sein Übriges hinzu: "Nach den Boxenstopps habe ich noch viel im Verehr verloren", bedauert Rosberg, "und wegen des Reifens, der nicht draufgegangen ist. Somit habe ich dann noch mehr Positionen eingebüßt. Als ich einmal hinten hang...", klagt er. Ging gar nichts mehr, möchte man anfügen. An McLaren-Pilot Fernando Alonso führte kein Weg vorbei, zum Schluss ging sogar noch Nico Hülkenberg im Force India auf der Strecke an Rosberg vorbei.

Der Mercedes-Star gibt sich geschlagen: "Es war einfach sau rutschig da draußen. Er hat in den letzten drei Kurven einen besseren Job gemacht und... Aus! Ich habe gedacht, ich bleibe vorne, aber beim Beschleunigen war einfach kein Grip mehr da." Es ist ein schwacher Trost, dass Wolff den WM-Führenden zum Mannschaftsspieler des Tages krönt und ihn dafür lobt, ausgerechnet dem Erzrivalen zum Sieg verholfen zu haben: "Er hat Lewis vorbeigelassen. Das war heute einer der Schlüssel, dass Lewis gewonnen hat. Wenn ich eine Kappe hätte, würde ich sie auch vor Nico als Teamplayer ziehen."

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